Allergie-Glossar (A-Z)

Adrenalin
Adrenalin ist ein Hormon, das im Nebennierenmark und in speziellen Nervenzellen gebildet wird. In Stress-Situationen erhöht es die Pulsfrequenz und den Blutdruck und erweitert die Bronchien. Deshalb kommt Adrenalin häufig als Notfall-Medikament zur Behandlung eines allergischen (anaphylaktischen) Schocks zum Einsatz.

 

Aerosol
Aerosole sind Gase mit festen oder flüssigen Schwebstoffen, z.B. Staub oder Sprühnebel. Allergiker nutzen Aerosole in Form von Asthma-Sprays, in denen der Wirkstoff als Pulver oder Spray enthalten ist. Beim Einatmen erweitern diese speziellen Aerosole die Atemwege und wirken so akuter Atemnot entgegen. Auch antiallergische Nasen-Sprays sind Aerosole mit entzündungshemmenden Wirkstoffen, welche die Nasenschleimhaut abschwellen lassen.

 

akut
= plötzlich auftretend, heftig verlaufend. Eine akute Erkrankung tritt unerwartet auf. Ihr Verlauf ist meist heftig und dauert in der Regel nur kurze Zeit. In der medizinischen Fachsprache steht akut im Gegensatz zu chronisch (dauerhaft, immer wieder auftretend). Allergische Reaktionen an den Schleimhäuten treten nach dem Allergen-Kontakt meist akut auf, wohingegen das allergische Asthma bronchiale und die Neurodermitis (atopische Dermatitis) in der Regel chronisch verlaufen.

 

Allergen
Ein Allergen, auch Antigen genannt, ist eine Substanz, die bei Allergikern eine Überempfindlichkeitsreaktion (allergische Reaktion) auslöst. Bei Kontakt mit dem Allergen reagiert das Immunsystem des Allergikers unangemessen stark und bildet Antikörper. Allergene sind meist Eiweiße (Proteine). Sie finden sich z.B. in Tierhaaren, Pollen oder Nahrungsmitteln wie Nüssen, Soja, Milch oder Fisch.

 

Allergen-Exposition
Der Begriff Allergen-Exposition beschreibt den Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen (Allergene), denen der Körper ausgesetzt ist. Diese sind z.B. Pollen, bestimmte Nahrungsmittel oder Tierhaare.

 

Allergie
Eine Allergie ist eine angeborene oder erworbene Abwehrreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe in der Umwelt. Beim Kontakt mit einer allergieauslösenden Substanz (Allergen)bildet der Körper bestimmte Abwehrstoffe, die Antikörper. Sie binden an die Allergene und formen auf diese Weise den sog. Antikörper-Allergen-Komplex. Dieser Komplex regt spezielle Immunzellen an, das Gewebshormon Histamin auszuschütten. Histamin verursacht die typischen Anzeichen einer allergischen Reaktion. Die Bandbreite der Symptome reicht dabei von milden Beschwerden wie Schnupfen (allergische Rhinitis) bis hin zu schwerwiegenden Hautreaktionen (z.B. Ekzeme oder Nesselsucht) oder in sehr seltenen Fällen lebensbedrohlichen Schockzuständen (anaphylaktischer Schock).

 

Allergie-Pass
= Allergie-Ausweis. Im Allergie-Pass vermerkt der Arzt nach einem Allergie-Test, welche Allergien vorliegen. Neben der allergieauslösenden Substanz (Allergen) lässt sich auch ablesen, wie stark der Betroffene auf diese reagiert. Ein Allergiker sollte für den Notfall den Allergie-Pass bei sich tragen.

 

Allergie-Test
Mit einem Allergie-Test lassen sich Allergien auf bestimmte Allergene feststellen. Die gängigste Methode sind Haut-Tests. Dabei trägt der Arzt eine allergenhaltige Lösung auf kleine Hautstellen an Unterarm oder Rücken auf. Da die Allergene nur in den tieferen Hautschichten allergische Reaktionen auslösen können, ritzt oder sticht der Arzt die Haut kurz an. Eine Alternative sind allergenhaltige Pflaster, die für 48 Stunden auf der Haut bleiben. Treten an der Stelle des Allergen-Kontakts nach etwa 20 Minuten Rötungen, Quaddeln und/oder Ödeme auf, reagiert das Immunsystem allergisch auf die jeweilige Substanz. Das Ergebnis wird im Allergie-Pass notiert. Ein weiteres Verfahren ist der Provokations-Test, bei dem der Patient die allergenhaltige Lösung entweder schluckt, inhaliert, in die Nase sprüht oder auf der Haut verreibt. Mithilfe des RAST-Tests lassen sich zudem Antikörper gegen bestimmte Allergene im Blut nachweisen. Hierfür reicht eine einfache Blutabnahme.

 

Allergie-Typen
Je nach Art der allergischen Reaktion unterscheidet man vier Allergie-Typen: Den Sofort-Typ (Reaktion nach wenigen Sekunden oder Minuten), den zytotoxischen Typ (Reaktion nach Minuten bis zwölf Stunden), den Immunkomplex-Typ (Reaktion nach sechs bis zwölf Stunden) sowie den Spät-Typ (Reaktion nach zwölf bis 72 Stunden).

 

Allergologe
Ein Allergologe ist ein Arzt, der sich in seinem Fachgebiet (Allergologie) mit der Entstehung, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Allergien beschäftigt.

 

Alveolen
= Lungenbläschen. Die Alveolen befinden sich in der Lunge und bilden den unteren Abschnitt der Atemwege. Über ihre dünne Haut findet der Gasaustausch statt. Dabei nehmen sie den eingeatmeten Sauerstoff aus der Luft in die Blutbahn auf und geben Kohlenstoffdioxid aus dem Blut an die Atemluft ab. Zusammengerechnet ist die gesamte Oberfläche aller Alveolen etwa 80 Quadratmeter groß.

 

Alveolitis
Als Alveolitis bezeichnen Mediziner eine Entzündungsreaktion der Lungenbläschen (Alveolen). Auslöser sind z.B. giftige Dämpfe oder Allergene in der Luft. Eine Alveolitis äußert sich durch Husten, Fieber, Schmerzen beim Atmen und ein Engegefühl in der Brust. Unbehandelt kann sie zu einer krankhaften Veränderung des Lungengewebes führen. Für die Therapie sind neben strikter Allergen-Karenz besonders Kortison-Präparate bedeutsam.

 

Anaphylaktischer Schock
= lebensbedrohliche Überreaktion des Immunsystems (Anaphylaxie). Die Auslöser sind z.B. Insektengifte, Nahrungsmittel, Infusionen oder Medikamente. Die Symptome treten in den meisten Fällen nach wenigen Sekunden auf. Typische Anzeichen sind z.B. Hautrötung, Juckreiz, Kribbeln, Übelkeit, Kreislauf-Beschwerden und Sehstörungen. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Schockzustand mit unregelmäßigem Puls, Bewusstlosigkeit bis hin zu Herz- und Atemstillstand kommen. Es muss sofort ein Notarzt gerufen werden, der u.a. Adrenalin, Antihistaminika und Kortison verabreicht.

 

Antiallergika
= Medikamente zur Bekämpfung von allergischen Reaktionen. Dazu gehören z.B. Antihistaminika, Cromoglicinsäure und Kortison. Antiallergika wirken an jeweils spezifischen Stellen des Immunsystems und werden eingesetzt, um Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems zu unterdrücken (Kortison) oder abzuschwächen (Antihistaminika).

 

Antigen
Antigene sind Stoffe, die das Immunsystem als fremd erkennt, zum Beispiel Medikamente, Proteine, Nahrungsmittel oder Pollen. Sobald der Körper mit einem Antigen in Kontakt kommt, bildet er Antikörper zur Abwehr. Diese Immunreaktion ist ein normaler Prozess des Körpers, um sich gegen eindringende Erreger zu wehren. Bei Allergikern erkennt das Immunsystem jedoch auch eigentlich harmlose Substanzen als Antigene und reagiert übermäßig stark.

 

Antihistaminika
Antihistaminika (Histamin-Rezeptor-Blocker, Histamin-Rezeptor-Antagonisten) sind Wirkstoffe, die den körpereigenen Botenstoff Histamin abschwächen oder aufheben. Sie sind in vier Gruppen (H1-, H2-, H3-, H4-Antihistaminika) unterteilt. Zur Behandlung von Allergien kommen jedoch nur die H1- und H2-Antihistaminika zum Einsatz. Antihistaminika können als Tabletten oder in Notfällen als Infusion verabreicht werden.

 

Antikörper
Antikörper (Immunglobuline) sind Proteine (Eiweiße), die der Körper bei Kontakt mit einem allergieauslösenden Stoff (Allergen) freisetzt. Sie veranlassen bestimmte Abwehrzellen des Immunsystems, den Botenstoff Histamin auszuschütten, der die typischen allergischen Symptome auslöst, etwa Juckreiz und Niesen.

 

Asthma bronchiale
Asthma bronchiale (Bronchialasthma) ist eine chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Dabei verengen sich die Bronchien und produzieren vermehrt Schleim, sodass die Betroffenen nicht mehr richtig ausatmen können. Die Folgen sind eine Engegefühl in der Brust, Husten, pfeifende Atmung und Atemnot. Es gibt allergisches und nicht-allergisches Asthma. Auslöser des allergischen Asthmas sind Allergene in der Luft (z.B. Pollen oder Tierhaare) oder Nahrung. Nicht-allergisches Asthma wird u.a. durch kalte Luft, Tabakrauch, chemische Reizstoffe oder Infektionen der Atemwege ausgelöst. Psychische und körperliche Anspannung können die Asthma-Beschwerden verschlimmern. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere des Asthmas. So können bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente (z.B. Beta-Sympathomimetika, Kortison) als Asthma-Spray oder in Tabletten-Form entweder bei Bedarf oder, bei schwerem Asthma, als Langzeit-Therapie eingenommen werden. Um einem Asthma-Anfall zu vorzubeugen, ist es wichtig, die auslösenden Faktoren zu kennen und diese wenn möglich zu vermeiden.

 

Atopie-Patch-Test
Der Atopie-Patch-Test ist eine spezielle Form eines Allergie-Tests (Patch- oder Epikutan-Test). Hierbei kann der Arzt testen, welche Stoffe eine bestehende Neurodermitis verschlimmern. Der Patient trägt ein Pflaster für 48 Stunden, auf dem inhalatorische Allergene sowie Allergene aus Nahrungsmitteln aufgetragen sind. Zeigen sich bei der ärztlichen Kontrolle eindeutige allergische Hautreaktionen, ist das jeweilige Allergen für die Neurodermitis-Symptome mitverantwortlich.

 

Atopiker
Atopiker haben eine erblich bedingte Veranlagung, überempfindlich auf körperfremde Substanzen (z.B. Nahrungsmittel, Tiere, Umweltstoffe) zu reagieren. Das Immunsystem eines Atopikers schüttet vermehrt Immunglobulin E aus. Dieser Antikörper-Typ regt bestimmte Immunzellen an, das Gewebshormon Histamin freizusetzen. Die Folge sind atopische Erkrankungen wie Asthma bronchiale oder Neurodermitis.

 

Atopische Erkrankungen
Der Begriff „atopische Erkrankungen" umfasst alle Erkrankungen, die mit einer erblich bedingten Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen körperfremde Stoffe zusammenhängen. Zu den häufigsten atopischen Erkrankungen gehören u.a. Asthma bronchiale, Neurodermitis und die allergische Rhinitis (Nasenschleimhaut-Entzündung). Die Symptome können sich durch viele verschiedene Faktoren verschlimmern, etwa durch Stress, trockene Luft, allergenreiche Nahrungsmittel oder Pollenflug. Atopische Erkrankungen sind in der Regel nicht heilbar, lassen sich jedoch abschwächen, z.B. mittels Allergen-Karenz, Antihistaminika, Hyposensibilisierung oder Kortison.

 

Auslass-Diät
Bei einer Auslass-Diät geht es darum, Nahrungsmittel zu vermeiden, gegen die eine Allergie oder Unverträglichkeit besteht. Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel betroffen sind, führt der Arzt einen Allergie-Test durch. Auch ein Ernährungstagebuch kann Aufschluss über Nahrungsmittel-Allergien oder -Unverträglichkeiten geben. In diesem speziellen Tagebuch notiert der Patient alle Lebensmittel, die er isst und welche Symptome nach dem Verzehr auftreten, wie Übelkeit, Durchfall oder Blähungen.

 

Bronchitis
Die Bronchitis ist eine plötzlich auftretende (akute) oder dauerhafte (chronische) Entzündung der Bronchialschleimhaut. Ursachen sind z.B. Viren, Bakterien, Pilze, Allergene oder chemische Gase, die die Atemwege reizen. Eine Bronchitis äußert sich durch krampfartigen Husten, Rasselgeräusche beim Atmen und schleimigen Auswurf beim Abhusten. Der Arzt behandelt die Bronchitis - je nach Ursache - mit schleimlösenden Medikamenten, Antibiotika oder Hustenstillern.

 

B-Zelle
= B-Lymphozyt. Diese speziellen Zellen werden im Knochenmark gebildet und spielen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Kommt das Immunsystem in Kontakt mit Fremdkörpern (Antigene), setzen die B-Zellen Antikörper frei, die sich an das Antigen setzen und es unschädlich machen. B-Zellen haben auch eine Gedächtnisfunktion: Sind sie einmal mit einem Antigen in Kontakt gekommen, verändern sie sich so, dass sie bei erneutem Kontakt schnell große Mengen passender Antikörper ausschütten können.

 

chronisch
= dauerhaft. Eine chronische Erkrankung entwickelt sich in der Regel langsam und dauert lange an, oder sie tritt in Schüben immer wieder auf. In der medizinischen Fachsprache steht chronisch im Gegensatz zu akut (plötzlich auftretend, heftig verlaufend). Allergische Reaktionen an den Schleimhäuten treten nach dem Allergen-Kontakt meist akut auf, wohingegen das allergische Asthma bronchiale und die Neurodermitis (atopische Dermatitis) in der Regel chronisch verlaufen.

 

Cromoglicinsäure
Die Cromoglicinsäure ist ein Antiallergikum, das die Ausschüttung des Botenstoffs Histamin aus speziellen Abwehrzellen (Mastzellen) hemmt. Mit Cromoglicinsäure lassen sich allergische Reaktionen wie allergisches Asthma bronchiale (Asthma-Prophylaxe) oder Heuschnupfen (allergische Rhinitis) behandeln und vorbeugen.

 

Degranulation
Mit dem Begriff Degranulation bezeichnen Mediziner das Ausschütten von Botenstoffen aus einer Zelle. In der Immunabwehr sind das z.B. Antikörper aus den B-Lymphozyten oder das Gewebshormon Histamin aus den Mastzellen.

 

Desensibilisierung
= Hyposensibilisierung. Die Desensibilisierung ist ein Verfahren, mit dem Allergiker ihr Immunsystem langsam an ausgewählte Allergene gewöhnen können. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen spritzt der Arzt eine allergenhaltige Lösung in steigender Konzentration, um zu erreichen, dass das Immunsystem immer weniger auf das Allergen reagiert. Der Begriff Desensibilisierung gilt jedoch als veraltet, da infolge dieser Immuntherapie lediglich die Reaktion des Immunsystems ausbleibt, die erhöhte Sensibilisierung gegen das Allergen aber nach wie vor besteht. Das Immunsystem wird demnach nicht de-, sondern hyposensibilisiert (hypo = unter).

 

Dosier-Aerosol
In einem Dosier-Aerosol liegt der Wirkstoff als gelöster Sprühnebel vor, der sich über eine Pumpvorrichtung genau dosieren lässt. Der Patient kann bestimmen, wie viele Dosen (Hübe) er inhaliert (z.B. als Asthma-Spray) oder wie viele Sprühstöße er in die Nase drückt (beim Nasen-Spray).

 

Dyspnoe
= Atemnot, Kurzatmigkeit. In der Medizin unterscheidet man zwei Formen der Dyspnoe: Die objektive Dyspnoe, bei der ein Sauerstoffmangel deutlich messbar ist, und die subjektive Dyspnoe ohne Sauerstoffmangel. Ein messbarer Sauerstoffmangel entsteht z.B. durch ein Lungenödem oder allergisches Asthma bronchiale. Psychische Aufregung, Stress und Anspannung sind typische Auslöser einer subjektiven Dyspnoe, bei der der Patient das Gefühl hat, keine Luft zu bekommen, obwohl kein Sauerstoffmangel vorliegt.

 

Ekzem
= nicht ansteckende, entzündliche Hautkrankheit. Es gibt zwei Formen: das akute und das chronische Ekzem. Beim akuten Ekzem ist die Haut gerötet, juckt stark und es bilden sich Ödeme. Chronische Ekzeme sind durch eine schuppige, rissige und verhornte Haut gekennzeichnet. Ein Ekzem entsteht entweder durch äußere Einflüsse, z.B. durch allergische Reaktionen des Körpers auf bestimmte Stoffe (Kontakt-Allergie), oder durch innere Faktoren, z.B. durch eine erbliche Veranlagung (atopisches Ekzem, Neurodermitis). Gegen Ekzeme helfen entzündungshemmende und fettende Salben.

 

Eliminations-Diät
Bei der Eliminations-Diät lässt der Patient Nahrungsmittel aus, gegen die er allergisch ist.
Diese Diätform dient dazu, die Symptome einer Nahrungsmittel-Allergie schrittweise zu lindern.

 

Encasing
Encasing (to case s.th. = etwas verkleiden) beschreibt das Umhüllen von Matratze, Kopfkissen und Bettdecke mit einem Bezug, der für Milben undurchlässig ist. Auf diese Weise sind Hausstaub-Milben-Allergiker beim Schlafen vor den auslösenden Allergenen geschützt.

 

Epikutan-Test
Der Epikutan-Test ist ein Haut-Test, mit dem sich Kontakt-Allergien feststellen lassen. Hierzu gibt der Hautarzt zuvor ausgewählte Allergene auf ein Pflaster, das der Patient für die nächsten 48 Stunden am Oberarm oder Rücken trägt. Wenn sich innerhalb dieses Zeitraums typische Hautreaktionen ausbilden, etwa Erytheme mit Schwellungen oder Blasen, liegt eine Allergie gegen die Substanz vor.

 

Erythem
= entzündliche Rötung der Haut. Ein Erythem entsteht, wenn die Blutgefäße sehr stark mit Blut gefüllt sind, z.B. infolge von Entzündungen oder allergischen Reaktionen.

 

Exazerbation
= Aufflammen oder Verschlimmerung einer bestehenden, oftmals chronischen Erkrankung. Dazu zählt beispielsweise auch ein akuter Neurodermitis-Schub oder ein sich verschlechterndes Asthma bronchiale (exazerbiertes Asthma).

 

Exposition
= Kontakt mit Substanzen, denen der Körper ausgesetzt ist, z.B. Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel oder Umweltgifte.

 

Gluten-Unverträglichkeit
= Zöliakie oder auch einheimische Sprue. Dabei handelt es sich um eine erblich bedingte Unverträglichkeit gegen das Protein Gluten, das in Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer) vorkommt. Der Verzehr von Gluten führt zu einer chronischen Entzündung der Dünndarm-Schleimhaut. Die Gluten-Unverträglichkeit löst in den verschiedenen Lebensabschnitten unterschiedliche Symptome aus: im Kindesalter z.B. Wachstums- und Verdauungsstörungen und im Jugend- und Erwachsenenalter u.a. Eisenmangel, Leistungsabfall und starke Magen-Darm-Störungen.

 

Hausstaub-Allergie
Die Hausstaub- oder auch Hausstaub-Milben-Allergie ist eine Allergie gegen den Kot der Hausstaub-Milbe. Sie geht mit Symptomen wie Asthma, Niesattacken, geschwollenen Schleimhäuten oder tränenden Augen einher. Bettbezüge, die für Milben undurchlässig sind (Encasing) oder auch eine Hyposensibilisierung können die Symptome einer Hausstaub-Allergie lindern.

 

Hausstaub-Milbe
Die Hausstaub-Milbe ist ein kleines Spinnentier, das sich von menschlichen Hautschuppen und Haaren ernährt. Sie kommt vorwiegend im Bett, auf Teppichböden und in Polstermöbeln vor und ist Auslöser der Hausstaub-Allergie. Gegen Milben helfen z.B. Milbensprays mit Benzylbenzoat oder auch regelmäßiges Waschen der Bettwäsche bei mindestens 60º Celsius, was die Milben abtötet.

 

Haut-Test
Mit einem Haut-Test lassen sich Allergien gegen bestimmte Stoffe nachweisen. Dabei trägt der Arzt das Allergen auf die Haut auf, z.B. durch Stechen (Prick-Test), Reiben (Reibe-Test), Ritzen (Scratch-Test), per Pflaster(Epikutan-Test) oder als Spritze unter die Haut (Intrakutan-Test). Anhand der Hautreaktion, etwa Rötungen oder Quaddeln, kann der Arzt feststellen, gegen welche Substanz der Patient allergisch ist.

 

Histamin
Das Gewebshormon Histamin ist ein körpereigenes Protein, das in speziellen Immunzellen gebildet wird. Kommt es zu einer allergischen Reaktion, schütten diese Abwehrzellen Histamin aus, das an den Schleimhäuten die typischen Allergie-Symptome wie Juckreiz, Schwellung, Rötung und Verengung der Bronchien verursacht. Mithilfe von Antihistaminika lässt sich die Wirkung des Histamins hemmen.

 

Hyposensibilisierung
Mit einer Hyposensibilisierung („Allergie-Impfung", spezifische Immuntherapie) lassen sich Allergien behandeln. Ziel ist es, die Überreaktion des Immunsystems auf ein Allergen langfristig abzuschwächen. Hierzu spritzt der Arzt üblicherweise eine wässrige Lösung, die geringe Konzentrationen des Allergens beinhaltet. Die Konzentrationen werden über Wochen schrittweise erhöht, sodass sich das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnen kann. Die Therapie ist erfolgreich, wenn sich die Beschwerden verringern oder ausbleiben.

 

IgE-Antikörper
Die IgE-Antikörper (IgE = Immunglobulin E) sind Abwehrstoffe des Immunsystems, die für allergische Reaktionen des Soforttyps verantwortlich sind. Sie sitzen auf der Oberfläche von Mastzellen und bestimmten weißen Blutkörperchen. Nach dem Kontakt mit einem Allergen regen sie die Mastzellen an, den Botenstoff Histamin auszuschütten, der die typischen allergischen Beschwerden verursacht, wie Juckreiz, geschwollene Schleimhäute, verengte Bronchien oder tränende Augen.

 

Immunglobulin
= Abwehrstoffe des Immunsystems. Kommt das Immunsystem mit körperfremden Substanzen (Antigenen) in Kontakt, bilden spezielle Abwehrzellen Immunglobuline als Teil der Immunreaktion. Immunglobuline befinden sich im Blut, in Gewebsflüssigkeiten und Körpersekreten. Es gibt insgesamt fünf Immunglobulin-Klassen: IgA, IgD, IgE, IgG und IgM. Jede Gruppe hat unterschiedliche Aufgaben. IgA schützen die Schleimhäute vor lokalen Infektionen, IgE sind an allergischen Reaktionen beteiligt und IgG können Antigene bei einem erneuten Kontakt unschädlich machen.

 

Immunologie
Die Immunologie beschäftigt sich mit der Funktion des Immunsystems. Das Immunsystem schützt den Körper vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilze oder körperfremden Stoffen (z.B. Toxine, Umweltgifte). Ist die Funktion gestört, kommt es zu Erkrankungen wie Allergien. Innerhalb der Medizin spielt die Immunologie eine wichtige Rolle beim Verständnis sowie bei der Vorbeugung (Prävention), Diagnostik und Behandlung zahlreicher Erkrankungen.

 

Immunreaktion
Die Immunreaktion ist die Reaktion des Abwehrsystems auf körperfremde Organismen oder Substanzen. Es gibt vier unterschiedliche Typen der Immunreaktion (Allergie-Typen): Beim Typ 1 (Sofort-Reaktion) tritt die allergische Reaktion innerhalb von wenigen Minuten auf, z.B. als allergisches Asthma oder anaphylaktischer Schock. Beim Typ 4 (Spät-Reaktion) kann es bis zu 72 Stunden dauern, bis sich eine Reaktion bemerkbar macht. Hierzu zählt z.B. die Kontakt-Allergie.

 

Immunsystem
= körpereigenes Abwehrsystem gegen fremde Substanzen, Erreger oder entartete Körperzellen. Das Immunsystem besteht aus speziellen Immunzellen und deren Boten- und Abwehrstoffen, z.B. Antikörpern oder Zytokinen. Man unterscheidet zwei Formen der Immunabwehr: die spezifische und die unspezifische. Bei der spezifischen Immunabwehr haben sich die Abwehrzellen im Laufe der Zeit auf bestimmte Antigene spezialisiert. Das unspezifische Immunsystem entwickelt sich bereits im Mutterleib und ist von Geburt an aktiv.

 

Inhalation
= Einatmen von gasförmigen, festen oder flüssigen Stoffen, z.B. in Form von Dämpfen, Gasen oder Aerosolen. Die Inhalation kommt therapeutisch häufig bei Atemwegs-Erkrankungen zum Einsatz, z.B. zur Behandlung von allergischem Asthma.

 

Insektengift-Allergie
Bei einer Insektengift-Allergie reagiert die betroffene Person allergisch auf das Gift bestimmter Insekten (z.B. Bienen, Hornissen, Wespen). Gelangt das Gift über einen Insektenstich in den Körper, kann dies zu schmerzhaften Hautschwellungen, Juckreiz, Atemnot (Dyspnoe), Kreislaufbeschwerden bis hin zu einem anaphylaktischen Schock führen.

 

Interleukin
Interleukine sind Botenstoffe des Immunsystems, die von bestimmten Abwehrzellen gebildet werden. Sie sind an verschiedenen Reaktionen des Immunsystems beteiligt, z.B. bei Entzündungen, allergischen Reaktionen oder bei der Bildung neuer Abwehrzellen.

 

Intrakutan-Test
Mit dem Intrakutan-Test kann der Hautarzt mögliche Allergien diagnostizieren. Dazu spritzt er eine kleine Menge des potenziellen Allergens unter die erste Hautschicht des Patienten und beobachtet die Reaktion des Immunsystems. Ist der Patient gegen das gespritzte Allergen allergisch, bilden sich nach wenigen Minuten Symptome wie Juckreiz oder Quaddeln aus. In besonders heftigen Fällen können auch Luftnot, Nesselsucht oder ein anaphylaktischer Schock auftreten.

 

Karenz
= Enthaltsamkeit oder Verzicht auf bestimmte Substanzen. Für Allergiker ist es ratsam, allergieauslösende Stoffe zu meiden, um allergischen Symptomen vorzubeugen. Dies lässt sich z.B. durch den Verzicht auf Haustiere (Tierhaar-Allergie), Pollenschutzgitter vor den Fenstern (Pollen-Allergie) sowie regelmäßiges Saugen (Hausstaub-Milben-Allergie) erreichen. Bei Nahrungsmittel-Allergikern ist häufig eine Nahrungsmittel-Karenz erforderlich, um Allergien gegen bestimmte Lebensmittel herauszufinden und die Beschwerden zu mildern, z.B. mithilfe einer Auslass- oder Eliminations-Diät.

 

Konjunktivitis
= Augenbindehaut-Entzündung. Eine Konjunktivitis kann durch chemische Reize, Bakterien, Viren oder durch Allergien ausgelöst werden. Zu den Hauptsymptomen gehören eine gerötete Bindehaut, erhöhte Lichtempfindlichkeit und starker Augenausfluss. Je nach Ursache kommen entzündungshemmende, desinfizierende und antibiotische Arzneimittel zum Einsatz.

 

Kontakt-Allergie
Die Kontakt-Allergie ist eine allergische Reaktion auf eine Substanz, mit der der Körper direkt in Berührung kommt (Kontakt-Allergen). Typische Auslöser einer Kontakt-Allergie sind z.B. nickelhaltiger Schmuck, Lösungsmittel oder Kosmetik-Produkte. Eine Kontakt-Allergie äußert sich meist durch ein Kontakt-Ekzem, das sich an dem Bereich des Kontakts mit dem Allergen entwickelt.

 

Kortison
Kortison ist ein körpereigenes Stresshormon, das in der Nebenniere gebildet wird. Es wirkt entzündungshemmend und unterdrückt Immunreaktionen. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich Kortison auch medikamentös zur Behandlung vieler Erkrankungen, u.a. von Allergien, Asthma bronchiale und Ekzemen.

 

Kreuz-Allergie
Eine Kreuz-Allergie (Kreuz-Reaktion) ist eine Überempfindlichkeit gegen mehrere Allergene, die chemisch ähnlich aufgebaut sind. Diese Allergen-Verwandtschaft führt dazu, dass Personen auf beide Stoffe allergisch reagieren, obwohl es oftmals keinen biologischen Zusammenhang gibt. Typische Beispiele sind z.B. die Birkenpollen-Allergie (primäre Allergie) und die Nahrungsmittel-Allergie gegen Kernobst (Kreuz-Allergie).

 

Laktose-Intoleranz
= Nahrungsmittel-Unverträglichkeit gegen Milchzucker (Laktose). Die Laktose-Intoleranz ist ein angeborener oder erworbener Mangel an Laktase. Laktase ist ein Enzym, das im Dünndarm vorkommt und dort Milchzucker (Laktose) verdaut. Infolge des Laktase-Mangels kann der Milchzucker nicht mehr im Dünndarm aufgespalten werden und gelangt mit dem Speisebrei in den Dickdarm. Dort führt er zu Durchfällen, Blähungen und Bauchkrämpfen. Menschen mit einer Laktose-Intoleranz sollten komplett auf Milchprodukte verzichten, um den Symptomen vorzubeugen. Alternativ gibt es Laktase-Präparate und -Produkte, die vor oder zu der Mahlzeit eingenommen werden.

 

Leukotriene
Leukotriene sind Botenstoffe, die an allergischen Reaktionen und entzündlichen Prozessen beteiligt sind. Sie verursachen Fieber, erweitern die Blutgefäße und erhöhen deren Durchlässigkeit.

 

Mastzelle
Mastzellen sind spezielle Zellen des Immunsystems. Sie enthalten den Botenstoff Histamin, den sie bei Kontakt mit einem Allergen ausschütten. Daher haben Mastzellen eine Schlüsselfunktion bei allergischen Reaktionen des Soforttyps.

 

Mediatoren
= Überbegriff für Botenstoffe im Körper. Mediatoren werden von verschiedenen Zellen freigesetzt, um an anderen Zellen bestimmte Reaktionen auszulösen. Im Immunsystem übernehmen die Zytokine (u.a. Interleukine) diese Funktion, im Nervensystem die Neurotransmitter (z.B. Adrenalin).

 

Medikamenten-Allergie
= Arzneimittel-Allergie. Eine Medikamenten-Allergie ist die Folge einer Überreaktion des Immunsystems auf ein verabreichtes Arzneimittel, z.B. Penicillin. Die Symptome sind u.a. Magenschmerzen, Zittern oder Hautausschlag. In den meisten Fällen tritt eine Medikamenten-Allergie erst beim zweiten Kontakt mit dem Arzneimittel auf. Neben dem eigentlichen Wirkstoff können auch Zusatzstoffe Auslöser der allergischen Reaktion sein.

 

Nahrungsmittel-Allergie
Die Nahrungsmittel-Allergie äußert sich durch eine überempfindliche Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Inhaltsstoffe in der Nahrung. Häufig sind Allergien gegen Milcheiweiß, Meeresfrüchte und Nüsse. Die Beschwerden treten unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme auf: im Mund- und Rachenraum (z.B. angeschwollene Schleimhaut und Juckreiz), im Magen-Darm-Bereich (etwa Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), in den Atemwegen (Luftnot), auf der Haut (Ekzeme oder Nesselsucht) oder in den Gelenken (Schmerzen, Entzündung). Eine Nahrungsmittel-Allergie ist nicht zu verwechseln mit einer Nahrungsmittel-Intoleranz (Nahrungsmittel-Unverträglichkeit).

 

Nesselsucht
= Nesselfieber, Urtikaria. Die Nesselsucht ist eine Überreaktion der Haut, gekennzeichnet durch stark juckende, gerötete Quaddeln. Auslöser können innere und äußere Reize sein, d.h. Allergien und Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel oder Medikamente, physikalische Hautreize (Druck, Licht, Wasser, Wärme) oder auch psychischer Stress. Es gibt mehrere Formen der Nesselsucht: akut (Dauer unter sechs Wochen), chronisch (dauert länger als sechs Wochen), aquagen (durch Wasserkontakt ausgelöst), cholinergisch (abhängig von Anstrengung und Stress), physikalisch (verursacht durch Reize wie Druck oder Licht) und idiopathisch (unbekannter Auslöser).

 

Neurodermitis
= atopische Dermatitis, atopisches Ekzem. Bei Neurodermitis handelt es sich um eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die sich durch quälenden Juckreiz, Rötungen und trockene, schuppige Haut äußert. Die genauen Ursachen sind bislang unklar. Die Neurodermitis verläuft schubweise und beginnt zumeist im Säuglingsalter. Mit zunehmendem Alter schwächen die Symptome ab. Oft bleibt die Neurodermitis aber ein Leben lang bestehen. Mögliche Behandlungsformen sind eine allergenarme Ernährung, intensive Hautpflege, Kortison sowie Licht- und Klimatherapie.

 

Nickel-Allergie
Die Nickel-Allergie ist eine Überempfindlichkeit gegen das Schwermetall Nickel. Nickel kommt vorwiegend in metallhaltigen Gegenständen vor, z.B. Münzen, Batterien oder Schmuck. Aber auch in Lebensmitteln kann das Schwermetall enthalten sein, etwa in Kakao, Kaffee, Nüssen, Hülsenfrüchten, Getreide, Bananen und verschiedenen Kohlarten. Eine Nickel-Allergie tritt häufig als örtliches Kontakt-Ekzem auf. Wenn Nickel über die Nahrung in den Körper gelangt, können auch entzündliche Hautreaktionen am ganzen Körper entstehen.

 

obstruktiv
= verstopfend, behindernd, verschließend. Der Begriff bezieht sich auf Gefäße, Hohlräume und Körpergänge, beispielsweise wenn sich die Bronchien infolge einer allergischen Reaktion verengen (wie bei allergischem Asthma bronchiale).

 

Ödeme
= „Wassersucht". Ödeme sind Wasseransammlungen im Gewebe. Sie können kurzfristig bei Allergien, Entzündungen oder Hormonstörungen vorkommen. Längerfristig sind eine Herzmuskelschwäche oder Venenerkrankungen als Ursache von Ödemen möglich. Bei allergischen Reaktionen erhöht das Gewebshormon Histamin die Durchlässigkeit der Blutgefäße. Da das Wasser nicht richtig abfließen kann, tritt es aus den Blutgefäßen in die Zwischenräume der Zellen. Ödeme kommen häufig in den Beinen (geschwollene Fußknöchel), aber auch in Gesicht, Händen oder Lunge vor.

 

Peak-Flow-Meter
Mit dem Peak-Flow-Meter kann der Arzt oder der Patient selbst die Atemstromstärke beim kräftigen Ausatmen messen. Bei Erkrankungen der Atemwege, z.B. Asthma bronchiale oder chronisch obstruktiver Bronchitis, ist die Atemstromstärke oftmals erniedrigt.

 

perennial
= andauernd, ganzjährig. Eine perenniale Allergie besteht das ganze Jahr über, z.B. die Hausstaub-Milben-Allergie. Im Gegensatz dazu tritt eine Pollenallergie meist nur saisonal, je nach Pollenflugzeit und Belastung auf.

 

Pneumologe
Der Pneumologe ist ein Facharzt für Innere Medizin, der sich auf Erkrankungen der Lunge spezialisiert hat (Lungen-Facharzt). Dazu zählen vor allem Asthma bronchiale (allergisch und nicht-allergisch), chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Neben der Entstehung, Behandlung und Vorbeugung von Atemwegserkrankungen ist auch die Umweltmedizin ein wichtiges Thema der Pneumologie, etwa die Belastung durch Schadstoffe in der Luft.

 

Pollenallergie
Die Pollenallergie (Pollinosis) gehört zu den häufigsten Allergien und beginnt oft schon im Kindesalter. Pollenallergiker sind allergisch gegen Pollen bestimmter Pflanzen und leiden häufig unter Symptomen wie Heuschnupfen (allergische Rhinitis), juckenden Augen oder allergischem Asthma. Die Beschwerden treten saisonal auf - je nachdem, welche Pollenart gerade verbreitet ist. Gegen die Symptome einer Pollenallergie helfen Antiallergika wie Antihistaminika oder Kortison. Zur ursächlichen Behandlung kann eine Hyposensibilisierung versucht werden. Eine Pollenallergie kann zu Erkrankungen der Atemwege (z.B. allergisches Asthma) führen.

 

Prick-Test
Der Prick-Test ist ein Allergie-Test, bei dem der Arzt Allergene als wässrige Lösung auf die Haut träufelt. Mit einer sog. „Prick-Lanzette" wird die Haut kurz angeritzt, sodass die Lösung in die unteren Hautschichten gelangen kann. Dort löst sie im Fall einer Überempfindlichkeit eine allergische Reaktion aus, die sich als lokale Rötung mit Quaddeln zeigt. Auf diese Weise kann der Arzt feststellen, gegen welche Substanzen der Patient allergisch ist.

 

Prophylaxe
= Vorbeugung. Mittels Prophylaxe lässt sich Krankheiten gezielt vorbeugen. Synonym wird häufig auch der Begriff Prävention gebraucht. So zählen z.B. Impfungen zur (primären) Prophylaxe gegen Infektionskrankheiten. Die Prophylaxe hilft außerdem, Krankheiten wie Krebs frühzeitig zu erkennen (Früherkennung, sekundäre Prophylaxe) oder bei bestehenden Erkrankungen durch eine gezielte Behandlung Rückfälle zu verhindern (tertiäre Prophylaxe).
Da die Neigung zu Allergien in der Regel angeboren ist, lassen sich allergische Reaktionen nur bedingt vorbeugen.

 

Prostaglandin
Prostaglandine sind Gewebshormone, die an Immunreaktionen und Entzündungsprozessen beteiligt sind. Der Körper bildet sie aus der Fettsäure Arachidonsäure, die in tierischen Ölen und auch in den Wänden der Körperzellen vorkommt. Prostaglandine wirken direkt vor Ort, d.h. in den Bronchien, Gefäßen oder der Muskulatur. Dort beeinflussen sie den Blutdruck, die Muskelspannung sowie das Verklumpen der Blutplättchen und steigern die Produktion von anderen Gewebshormonen.

 

Provokations-Test
Der Provokations-Test ist ein Verfahren, mit dem sich Allergien und Pseudo-Allergien nachweisen oder ausschließen lassen. Er kommt zum Einsatz, wenn andere Allergie-Tests kein Ergebnis zeigen. Der Patient erhält eine allergenhaltige Lösung entweder als Augen- (konjunktival) oder Nasentropfen (nasal), als Aerosol (inhalativ) oder als Schlucklösung (oral). Ist der Patient gegen die getestete Substanz allergisch, treten typische Beschwerden wie Atemnot, Juckreiz, Ödeme oder Nesselsucht auf.

 

Pseudo-Allergie
Der Begriff „pseudo" kommt aus dem Griechischen und bedeutet „falsch" oder „scheinbar".
Eine pseudo-allergische Reaktion zeigt zwar ähnliche Symptome wie eine Allergie, z.B. Hautreaktionen, Magen-Darm-Beschwerden oder Mund- und Rachen-Entzündungen. Sie ist jedoch keine überempfindliche Immunreaktion des Körpers auf allergieauslösende Stoffe (Allergene), sondern eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Substanzen.

 

RAST-Test
= Abkürzung für Radio-Allergo-Sorbent-Test. Mithilfe des RAST-Tests kann der Arzt IgE-Antikörper gegen bestimmte allergieauslösende Stoffe (Allergene) im Blut nachweisen. Das Ergebnis lässt sich in insgesamt sechs Stufen einteilen, von null (keine Sensibilisierung) bis sechs (sehr starke Sensibilisierung). Während diese Test-Form gute Ergebnisse für Pollen, Hausstaub-Milben und Tierhaare liefert, sind die Ergebnisse für Nahrungsmittel-Allergene jedoch nicht immer zuverlässig.

 

Reibetest
Der Reibetest ist ein Haut-Test zum Nachweis einer Allergie. Der Arzt reibt allergenhaltige Flüssigkeit auf den Unterarm des Patienten und beobachtet die Reaktion des Immunsystems. Bei einer Überempfindlichkeit zeigen sich nach etwa 20 Minuten allergische Symptome wie Rötungen und Nesselsucht.

 

Rezidiv
Als Rezidiv bezeichnen Mediziner einen Rückfall, bzw. das erneute Auftreten einer Erkrankung oder eines Symptoms nach einer krankheitsfreien Phase, z.B. bei Tumorerkrankungen. Bei Allergien oder atopischen Erkrankungen verwendet man eher die Begriffe „Schub" oder „Verschlimmerung der Symptome" (Exazerbation), da es sich um chronische Beschwerden handelt.

 

Rhinitis, allergische
= allergischer Schnupfen. Bei einer allergischen Rhinitis leiden die Patienten unter einer Nasenschleimhaut-Entzündung, die durch bestimmte Allergene ausgelöst wird. Dazu gehören z.B. Pollen (Heuschnupfen), Tierhaare, Schimmelpilze, Daunenfedern oder Hausstaub-Milben. Die allergische Rhinitis äußert sich durch eine geschwollene Nasenschleimhaut, Niesattacken und vermehrte Schleimproduktion. Wenn möglich, sollten die Allergene gemieden werden (Allergen-Karenz). Die Symptome lassen sich mit Antiallergika (als Nasensprays oder Tabletten) lindern.

 

Rhino-Konjunktivitis
= allergischer Schnupfen mit Bindehaut-Entzündung. Neben einer Nasenschleimhaut-Entzündung mit Niesattacken, laufender Nase und geschwollener Schleimhaut treten zusätzlich Beschwerden wie juckende Augen, Fremdkörpergefühl, Ödeme und starker Tränenfluss auf. Auslöser sind Allergene in der Luft, die der Betroffene einatmet. Gegen die Symptome helfen Antiallergika (als Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten).

 

saisonal
= von einer Saison abhängig. Als Saison bezeichnet man einen ganz bestimmten Zeitabschnitt, der immer wiederkehrt, z.B. jährliche Pollenflugzeiten.

 

Schimmelpilz-Allergie
Die Schimmelpilz-Allergie ist eine Allergie auf Schimmelpilz-Sporen. Die eingeatmeten Sporen können bei überempfindlichen Personen zu einer allergischen Reaktion führen. Symptome sind z.B. Asthma bronchiale, Schnupfen oder Nesselfieber (Urtikaria). Bei einer Schimmelpilz-Allergie ist es ratsam, den Kontakt mit Sporen zu vermeiden. Dies lässt sich z.B. durch eine Sanierung der Wohnung erreichen oder durch den Verzicht auf Nahrungsmittel, die Schimmelsporen enthalten (Schimmelkäse).

 

Scratch-Test
Beim Scratch-Test handelt es sich um einen Haut-Test, der Allergien gegen ausgewählte Stoffe anzeigt. Der Arzt träufelt eine Allergen-Lösung auf den Unterarm des Patienten, den er zuvor oberflächlich angeritzt hat. Durch den winzigen Ritz gelangt die Allergen-Lösung in die unteren Hautschichten und löst dort im Fall einer Überempfindlichkeit allergische Symptome wie Rötungen und Quaddeln aus.

 

Sensibilisierung
= erhöhte Empfindlichkeit des Immunsystems gegenüber körperfremden Stoffen (Antigene). Eine Sensibilisierung erfolgt nach dem ersten Kontakt mit dem Antigen. Das Immunsystem bildet Antikörper (Immunglobuline E, IgE) aus, die jedoch noch keine allergischen Reaktionen erzeugen. Erst bei einem erneuten Kontakt reagieren die Abwehrkräfte verstärkt auf das Antigen und lösen so die allergischen Symptome aus.

 

Sofort-Typ-Allergie
Die Sofort-Typ-Allergie ist der erste und stärkste Allergie-Typ. Die Symptome setzen nur wenige Sekunden bis Minuten nach Kontakt mit dem Allergen ein. Sie reichen von allergischem Schnupfen (allergische Rhinitis) und Juckreiz über Nesselsucht bis hin zu einem anaphylaktischen Schock. Verantwortlich für die Beschwerden sind hauptsächlich IgE-Antikörper, Prostaglandine, Leukotriene und der Botenstoff Histamin.

 

Sonnenallergie
= Lichtdermatose. Wer unter einer Sonnenallergie leidet, reagiert allergisch gegen die Einwirkung des Sonnenlichts. Hierbei entstehen Erytheme, Quaddeln oder stark juckende Blasen auf den Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt waren. Um die Beschwerden zu lindern, haben sich vor allem Antihistaminika und Kortison bewährt. Um einem erneuten Sonnenallergie-Schub vorzubeugen, sollten Betroffene das direkte Sonnenlicht meiden. Da viele Betroffene allergisch auf die chemischen UV-Filter in Sonnenschutzmitteln reagieren, sind Sonnencremes mit mineralischen Filtern, z.B. Zinkoxid oder Titandioxid, eine Alternative. Mineralische Filter reflektieren das Sonnenlicht wie ein Spiegel und schützen so vor Sonnenbrand.

 

Spät-Typ-Allergie
= Allergie, die sich erst zwölf bis 72 Stunden nach dem Allergen-Kontakt bemerkbar macht. Bei diesem Allergie-Typ setzen bestimmte Immunzellen Botenstoffe (Zytokine) frei, die zu den typischen Beschwerden führen, etwa Ekzeme oder auch Abstoßungsreaktionen eines transplantierten Organs. Eine häufige Spät-Typ-Allergie ist das Kontakt-Ekzem infolge einer Kontakt-Allergie.

 

Subkutane Immuntherapie (SCIT)
= Form der Spezifischen Immuntherapie (SIT), Hyposensibilisierung. Die Subkutane Immuntherapie (SCIT) ist die ursprüngliche Form der Spezifischen Immuntherapie (SIT). Mit diesem Verfahren lassen sich Allergien behandeln. Ziel ist es, die Überreaktion des Immunsystems auf ein Allergen langfristig abzuschwächen. Bei der SCIT werden spritzt der Arzt dem Allergiker die Allergen-Extrakte unter die Haut (subkutan, s.c.) in den Oberarm.

 

Sublinguale Immuntherapie (SLIT)
= Form der Spezifischen Immuntherapie (SIT), Hyposensibilisierung. Die Sublinguale Immuntherapie (SLIT) ist eine noch relativ neue Form der Spezifischen Immuntherapie (SIT). Mittels SIT lassen sich Allergien behandeln. Ziel ist es, die Überreaktion des Immunsystems auf ein Allergen langfristig abzuschwächen. Bei der SLIT wird der Allergen-Extrakt als Tropfen, Tablette oder Spray unter die Zunge (sublingual, s.l.) gegeben, dort eine Weile gehalten und dann geschluckt.

 

Systemische Therapie
Bei einer systemischen Therapie behandelt der Arzt den gesamten Körper (System). Da Allergien eine Überempfindlichkeit des Immunsystems sind und nicht eines einzelnen Körperteils, ist die systemische Therapie ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Allergien. Systemisch wirkende Medikamente sind Antiallergika oder Antihistaminika in Tablettenform oder als Infusion. Das Gegenteil ist die lokale (örtliche) Behandlung, z.B. eines allergischen Ekzems mit Kortison-Salben.

 

T-Zelle
= T-Lymphozyt. T-Zellen sind spezielle Abwehrzellen des spezifischen Immunsystems, die eine wichtige Funktion bei der Immunantwort haben. Kommen sie in Kontakt mit einem Antigen (oder Allergen), setzen sie Interleukine frei, die sie zur Teilung anregen und andere Abwehrzellen aktivieren. Es gibt verschiedene Arten von T-Lymphozyten, z.B. zytotoxische T-Zellen (T-Killerzellen), die von Viren befallene Zellen erkennen und abtöten können. Zudem verbleiben nach einem Antigen-Kontakt bestimmte T-Zellen (Gedächtniszellen) im Blut, die eine Art „Gedächtnis" bilden. Nach einem erneuten Kontakt mit dem betreffenden Antigen vermehren sie sich stark und können somit schnell reagieren.

 

Tierhaar-Allergie
Die Tierhaar-Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen allergieauslösende Eiweiße, die sich in Fell, Hautschuppen, Speichel oder Urin der Tiere befinden. Der Kontakt mit den Allergenen erfolgt entweder über die Haut oder über die Luft beim Einatmen von Partikeln (Inhalation). Im privaten Bereich sind Allergien gegen Haustiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen oder Vögel am häufigsten. Allergien gegen Nutztiere wie Kühe oder Schweine sowie gegen Pferde spielen vor allem im beruflichen Bereich eine Rolle.

 

Zytokine
Zytokine sind Botenstoffe des Immunsystems. Kommt der Körper in Berührung mit einem Antigen, werden Zytokine von bestimmten Abwehrzellen als Immunreaktion ausgeschüttet, z.B. bei einer allergischen Reaktion oder Entzündung.

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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