Diabetes-Glossar (A-L)

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Acarbose
Acarbose ist ein Wirkstoff, der bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt wird, um den Blutzucker zu senken (orales Antidiabetikum, OAD). Es handelt sich um einen sog. Alpha-Glukosidase-Hemmer, der die Aufnahme von Glukose (Blutzucker) sowie den Abbau von Kohlenhydraten im Darm verzögert. Mögliche Nebenwirkungen sind Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall.

 

ACE-Hemmer
ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer) sind Medikamente, die v.a. gegen Bluthochdruck verordnet werden. Sie können außerdem krankhafte Gefäßveränderungen an den Nieren, die häufig infolge eines Diabetes mellitus auftreten, günstig beeinflussen. Wirkstoffe sind u.a. Captopril, Enalapril, Lisinopril, Ramipril, Perindopril und Trandolapril.

 

Adipositas
= Fettleibigkeit, Fettsucht, engl. Obesity. Als Adipositas bezeichnen Mediziner starkes Übergewicht durch eine vermehrte Ansammlung von Körperfett. Adipositas gilt als Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten, v.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut WHO-Definition liegt eine Adipositas ab einem Körper-Masse-Index (Body-Mass-Index, BMI) von 30 kg/m² vor. Gesundheitlich von Bedeutung ist aber auch die Fettverteilung, v.a. das sog. Hüft-Taille-Verhältnis (Waist-To-Hip-Ratio, „Bauchfett").

 

Albuminurie
Albumin ist ein Eiweiß; Albuminurie bezeichnet die Ausscheidung von Albuminen mit dem Urin. Albumin wird normalerweise nicht mit dem Urin ausgeschieden; eine Albuminurie kann Zeichen einer Nierenschädigung sein, z.B. bedingt durch einen schlecht eingestellten Diabetes mellitus. Die Albuminurie lässt sich mittels Urin-Teststreifen feststellen.

 

Alpha-Glukosidase-Hemmer
Alpha-Glukosidase-Hemmer sind Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 (orale Antidiabetika, OAD). Die Wirkstoffe Acarbose und Miglitol verzögern die Aufnahme von Glukose (Blutzucker) sowie den Abbau von Kohlenhydraten im Darm. Mögliche Nebenwirkungen sind Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall.

 

Altersdiabetes
Der Begriff Altersdiabetes ist die veraltete Bezeichnung für Diabetes mellitus Typ 2. Die Bezeichnung stammt daher, dass diese Diabetes-Form meist in fortgeschrittenem Lebensalter auftritt. Jedoch erkranken zunehmend jüngere Menschen und sogar Kinder am „Altersdiabetes", sodass der Begriff heutzutage nicht mehr gültig und gebräuchlich ist.

 

Altinsulin
= Normalinsulin. Es handelt sich um ein kurz wirksames Insulin, dessen Wirkung etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Spritzen einsetzt. Der Name „Altinsulin" stammt daher, dass Normalinsulin das erste Insulin zur Behandlung von Diabetes mellitus war.

 

Angiopathie
Angiopathie bedeutet übersetzt in etwa „kranke Blutgefäße". Gefäße können durch verschiedene Ursachen geschädigt werden; die diabetische Angiopathie ist eine Spätkomplikationen bei Diabetes mellitus. Sie kann grundsätzlich alle Blutgefäße im Körper betreffen, z.B. im Auge (diabetische Retinopathie) und in den Nieren (diabetische Nephropathie).

 

Basalinsulin
Das Basalinsulin soll den Blutzucker-Wert im Alltag mahlzeitenunabhängig im Normbereich halten. Im Gegensatz dazu wird das Bolusinsulin dazu verwendet, um zu hohe Blutzucker-Werte kurzfristig zu korrigieren.

 

Basalrate
Die Intensivierte Konventionelle Insulin-Therapie (ICT) erfolgt nach dem Basis-Bolus-Prinzip. Die Basalrate dient dazu, den Blutzucker mahlzeitenunabhängig im Normbereich zu halten. Die Basalrate lässt sich auf verschiedene Weise aufbauen: Das Basalinsulin kann entweder als schnell wirkendes Insulin mittels Insulin-Pumpe kontinuierlich ins Unterhaut-Fettgewebe abgegeben werden. Oder es wird als lang wirkendes NPH-Insulin oder als Langzeit-Insulin-Analogon in eine langsame Spritzstelle (wie den Oberschenkel) gespritzt.

 

BE
= Broteinheit. Die BE ist eine Berechnungseinheit für Kohlenhydrate, die für Diabetiker wichtig ist. Eine BE entspricht zwölf Gramm Kohlenhydrate. Heute wird statt der BE häufiger die Einheit KE (Kohlenhydrat-Einheit) verwendet; eine KE entspricht zehn Gramm Kohlenhydraten und ist damit leichter zu berechnen.

 

Begleiterkrankungen
Unter Begleiterkrankungen versteht man Krankheiten, die zusätzlich zu einer bestehenden Erkrankung auftreten. Häufige und typische Begleiterkrankungen von Diabetes mellitus Typ 2 sind das Metabolische Syndrom, Adipositas (Übergewicht), Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Arteriosklerose, Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt) ist erhöht.

 

Betazellen
Die Betazellen (auch ß-Zellen) liegen in den sog. Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse. Sie bilden das blutzuckersenkende Hormon Insulin. Bei Diabetes mellitus Typ 1 kommt es zu einer Zerstörung der Betazellen und somit zu einem absoluten Insulin-Mangel.

 

Biguanide
Biguanide sind Medikamente, die in der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 zur Senkung des Blutzucker-Spiegels eingesetzt werden (Wirkstoff: Metformin). Sie zählen damit zu den oralen Antidiabetika (OAD). Biguanide hemmen die Glukose-Produktion in der Leber und die Freisetzung von Glukose aus der Leber und fördern die Glukose-Aufnahme in den Muskel. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen. Eine seltene, aber gefürchtete Komplikation der Biguanide ist eine Übersäuerung (Laktazidose, erhöhte Konzentration von Milchsäure im Blut).

 

Blutzucker-Spiegel
Unter dem Blutzucker-Spiegel versteht man die Menge an Glukose (= Traubenzucker, „Blutzucker") im Blut. Glukose ist ein wichtiger Energielieferant für die Zellen des Körpers. Der Blutzucker-Spiegel sollte im Normbereich liegen (Normoglykämie). Ist er zu hoch, spricht man von Hyperglykämie; bei zu niedrigen Blutzucker-Werten von Hypoglykämie. Menschen mit Diabetes mellitus haben einen zu hohen Blutzucker-Spiegel, der durch entsprechende Maßnahmen, wie Medikamente (orale Antidiabetika, OAD) oder Insulin, gesenkt werden muss.

 

BMI
= Body-Mass-Index, auch: Körper-Massen-Index. Der BMI ist ein Maß zur Beurteilung der Körpermasse (Unter-, Normal- oder Übergewicht). Er berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm (kg) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern (m). Die Einheit des Body-Mass-Index ist kg/m².
Die BMI-Formel lautet: BMI = Körpergewicht : (Körpergröße in m)². Die BMI-Werte richten sich u.a. nach Alter und Geschlecht, berücksichtigen aber weder den Fettanteil noch die Fettverteilung und sind daher nur als grobe Richtwerte zu verstehen.

 

Bolusinsulin
Als Bolusinsulin bezeichnet man kurz wirksames Insulin, das im Rahmen der Diabetes-Therapie dazu verwendet wird, zu hohe Blutzucker-Werte kurzfristig zu korrigieren. Es wird meist nach den Mahlzeiten verabreicht, um den ansteigenden Glukose-Spiegel im Blut schnell zu senken. Im Gegensatz dazu soll lang oder intermediär wirkendes Insulin - das sog. Basalinsulin - den Blutzucker-Wert mahlzeitenunabhängig im Normbereich halten.

 

Charcot-Fuß
Der Charcot-Fuß ist eine Sonderform des diabetischen Fußsyndroms. Benannt ist er nach dem Erstbeschreiber Jean Martin Charcot, einem französischen Neurologen. Diabetiker mit Charcot-Fuß leiden unter Knochenbrüchen und Knochenschwund v.a. im Fußwurzel- und Mittelfuß-Bereich. Die betroffenen Füße sind schmerzhaft verformt und können nur noch eingeschränkt belastet werden.

 

Cholesterin
Cholesterin gehört, zusammen mit den Triglyzeriden, zu den Fetten im Körper. Es ein wichtiger Bestandteil der Zellwände sowie Grundbaustein für einige lebenswichtige Hormone und für die Gallensäuren. Im Blut unterscheidet man u.a. das HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein, „gutes" Cholesterin) und das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein, „schlechtes" Cholesterin). Zu hohe LDL-Cholesterinwerte sind ein Risikofaktor für Arteriosklerose („Arterienverkalkung") und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Menschen mit Diabetes mellitus und zu hohem Cholesterinspiegel haben ein besonders großes gesundheitliches Risiko. Erbliche Veranlagung, sowie fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht sind Ursachen für einen erhöhten Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie).

 

C-Peptid
= engl. connecting peptide. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse als Vorstufe (Proinsulin) gebildet. Bei der Freisetzung des Insulins aus den Beta-Zellen wird das C-Peptid abgespalten und gemeinsam mit dem Insulin in die Blutbahn abgegeben. Das C-Peptid hat im Gegensatz zum blutzuckersenkenden Insulin zwar keine wesentliche Bedeutung im Körper, kann aber diagnostisch herangezogen werden, um die körpereigene Insulin-Produktion zu beurteilen, z.B. nach dem Beginn einer Insulin-Therapie.

 

Dawn-Phänomen
Das Dawn-Phänomen (engl. dawn = Morgendämmerung) bezeichnet einen Anstieg des Blutzucker-Spiegels in den frühen Morgenstunden, der bei Diabetikern auftreten kann. Ursache ist ein sog. relativer Insulin-Mangel: Denn zwischen vier und sieben Uhr schüttet der Körper vermehrt Hormone, die dem blutzuckersenkenden Insulin entgegenwirken (sog. Gegenspieler des Insulins), aus. Um den morgendlichen Anstieg des Blutzucker-Spiegels zu vermeiden, kann der Diabetiker vor dem Schlafengehen ein lang wirkendes Insulin spritzen.

 

DDB
= Deutscher Diabetiker Bund. Der DDB engagiert sich als größte und älteste Selbsthilfe-Organisation für die Interessen von Diabetikerinnen und Diabetikern in Deutschland. Die Organisation ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein (e.V.) mit einer Bundesgeschäftsstelle und mehreren Landesverbänden. Er bietet u.a. Informationen über neueste Entwicklungen bei Behandlung und Forschung, Rat und Hilfe durch Fachleute, Rechtsberatung für Mitglieder, regelmäßige Schulungs- und Infoveranstaltungen, Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen u.v.m. Der Deutsche Diabetiker Bund fordert eine aktive Gesundheitspolitik zur Früherkennung des Diabetes, dem Ziel der Verhinderung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen und zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung, eine bessere Aus- und Weiterbildung von Ärzten sowie eine zeitnahe Schulung von Patienten nach der Diagnose Diabetes mellitus.

 

DDG
= Deutsche Diabetes-Gesellschaft. Die DDG ist ein 1964 gegründeter gemeinnütziger Verein und eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich der Erforschung und Behandlung des Diabetes mellitus widmet. Sie besteht aus einem mehrköpfigen Vorstand, Ausschüssen und einer Kommission sowie mehreren Arbeitsgemeinschaften. Die einzelnen Landesgruppen verfolgen die Aufgabe, Erkenntnisse und Empfehlungen im diabetologischen Alltag umzusetzen. Die DDG veranstaltet einmal jährlich eine wissenschaftliche Tagung und eine Mitglieder-Versammlung, sowie regelmäßige Fortbildungskurse. Die Gesellschaft befasst sich mit der Entwicklung von evidenzbasierten Leitlinien zur Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus. Auch der Gesundheits-Pass Diabetes wird von der DDG herausgegeben.

 

Diabetes mellitus
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Blutzucker-Spiegel chronisch erhöht ist (Hyperglykämie). Ursache ist ein Insulin-Mangel (es fehlt an Insulin) oder eine Insulin-Resistenz (das Insulin kann nicht wirken). Insulin ist ein in der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon, das den Blutzucker-Spiegel senkt. Man unterscheidet zwei Haupttypen des Diabetes mellitus: Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Typische Anzeichen für Diabetes mellitus sind chronische Müdigkeit, allgemeine Abgeschlagenheit und Gewichtsabnahme sowie krankhaft gesteigerter Durst, erhöhter Harndrang und vermehrtes Wasserlassen. Diabetes mellitus kann zu schweren Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen, Augenschäden, Nierenerkrankungen und Fußproblemen führen. Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch Blut- und Urin-Untersuchungen. Grundlage der Diabetes-Therapie ist eine umfassende Patientenschulung. Diabetiker müssen mehrmals am Tag ihren Blutzucker messen und auf ihre Ernährung achten. Die Behandlung richtet sich nach der Diabetes-Form und nach der Schwere der Erkrankung. Menschen mit Typ-1-Diabetes sind in jedem Fall auf Insulin angewiesen (Insulin-Pflicht). Typ-2-Diabetiker können ihre Krankheit häufig durch eine Veränderung der Ernährung und eine gesündere Lebensweise mit viel Bewegung und Gewichtsnormalisierung in den Griff bekommen. Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, müssen die Typ-2-Diabetiker zusätzlich blutzuckersenkende Tabletten einnehmen (orale Antidiabetika) oder Insulin spritzen.

 

Diabetisches Fußsyndrom
Das Diabetische Fußsyndrom (kurz: Diabetischer Fuß) ist eine Folgeerkrankung von schlecht eingestelltem Diabetes mellitus. Durch dauerhaft erhöhte Blutzucker-Werte, Durchblutungsstörungen in den Füßen und ein vermindertes Schmerzempfinden kann es zunächst zu kleinen Wunden kommen, die schlecht abheilen. In der Folge wird aus der oberflächliche Läsion ein größeres Geschwür (Ulkus), und schließlich kann das Gewebe ganz absterben (Nekrose). Der Diabetische Fuß ist ein häufiger Grund für Amputationen. Jeder Diabetiker sollte daher genau auf seine Füße achten (täglich untersuchen, Fußpflege, geeignetes Schuhwerk etc.), um einem Diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen.

 

Diabetisches Koma
= Coma diabeticum. Diese lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung ist durch einen plötzlichen dramatischen Anstieg des Blutzucker-Spiegels aufgrund von Insulin-Mangel gekennzeichnet. Es kommt zur Bewusstlosigkeit. Ursache kann sein, dass der Diabetiker die Einnahme seiner blutzuckersenkenden Medikamente (orale Antidiabetika, OAD) oder des Insulins vergessen oder zu niedrig dosiert hat. Oder er hat zu viele kohlenhydrat- bzw. zuckerhaltige Nahrungsmittel zu sich genommen. Auch ein erhöhter Insulin-Bedarf bei Infektionen oder Stress kann Ursache des Diabetischen Komas sein.

 

Diabetologe
Diabetologen sind auf Diabetes mellitus spezialisiert (Diabetes-Spezialisten). Die Bezeichnung Diabetologe ist keine einheitliche Berufsbezeichnung; so gibt es z.B. die Qualifikation der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zum „Diabetologen DDG" für Ärzte, als auch die fachärztliche Zusatz-Weiterbildung Diabetologie, welche die Erkennung, Behandlung und Rehabilitation aller Formen der diabetischen Stoffwechselstörung einschließlich ihrer Komplikationen umfasst.

 

Dialyse
= „Blutwäsche", „künstliche Niere". Die Dialyse ist ein Verfahren zur Blutentgiftung und -entwässerung. Die häufigste Methode ist die Hämodialyse. Eine künstliche Niere außerhalb des Körpers übernimmt dabei teilweise oder vollständig die Aufgaben der Nieren, wenn diese dazu nicht mehr in der Lage sind. Seltener wird eine Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) zur Blutreinigung durchgeführt. Manche Diabetiker entwickeln im Laufe der Krankheit eine diabetische Nephropathie, bei der ihre Nieren langsam ihre Funktion verlieren und eine Dialyse erforderlich wird.

 

Disaccharide
= Zweifachzucker. Disaccharide sind Kohlenhydrate, die aus zwei Einfachzuckern (Monosacchariden) bestehen. Sie müssen im Darm erst in ihre beiden Bausteine aufgespalten werden, um ins Blut zu gelangen. Zweifachzucker erhöhen den Blutzucker-Spiegel somit langsamer als Einfachzucker. Zu den Disacchariden gehören Saccharose (bestehend aus Glukose und Fruktose), Maltose (Malzzucker, bestehend aus zwei Glukose-Bausteinen) und Laktose (Milchzucker, bestehend aus Glukose und Galaktose).

 

Endokrinologie
Der Begriff Endokrinologie kennzeichnet die Lehre von dem Aufbau und der Funktion hormonbildender Drüsen sowie das Wissen um die Wirkung und Regulation der Hormone.
Die Endokrinologie befasst sich u.a. mit Erkrankungen der Schilddrüse, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Störungen der Sexualhormone. Die Endokrinologie ist der Inneren Medizin zugeordnet.

 

Erektile Dysfunktion
= Erektionsstörung, Potenzstörung, Impotenz. Die Erektile Dysfunktion ist eine Sexualstörung, bei der es dem Mann über einen längeren Zeitraum nicht gelingt, eine Erektion des Penis zu bekommen oder zu halten. Dies beeinträchtigt das Sexualleben meist stark. Ursachen können körperlicher und seelischer Natur sein. Zu den körperlichen Ursachen gehören u.a. Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Operationen, Verletzungen und Medikamente.

 

Fruktose
= Fruchtzucker. Fruktose ist ein Einfachzucker (Monosaccharid) und wird zu den Kohlenhydraten gezählt. Fruktose kommt natürlicherweise v.a. in Früchten und in Honig vor und wird häufig als Süßungsmittel verwendet. V.a. für Diabetiker ist wichtig zu wissen, dass Fruktose nach dem Verzehr recht schnell im Darm resorbiert und ins Blut aufgenommen wird (allerdings langsamer als Glukose) und so den Blutzucker-Spiegel erhöht.

 

Gangrän
= „fressendes Geschwür". Eine Gangrän ist durch abgestorbenes Gewebe (Nekrose) gekennzeichnet. Sie tritt v.a. an den Extremitäten, insbesondere den Füßen auf. Man unterscheidet eine trockene und eine feuchte Gangrän. Bei der trockenen Form kommt es durch Wasserverlust zur Eintrocknung und Schrumpfung des Gewebes (schwarze, lederartige Mumifikation). Bei der feuchten Gangrän gelangen Fäulnisbakterien ins Gewebe, welches sich lila verfärbt. Risikofaktoren sind Diabetes mellitus (diabetische Mikroangiopathie) und Arteriosklerose (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK). Das abgestorbene Gewebe wird großzügig entfernt, die Wunde regelmäßig sauber gehalten, und im Extremfall ist eine Amputation notwendig.

 

Gestationsdiabetes
= Schwangerschaftsdiabetes. Als Gestationsdiabetes bezeichnet man einen Diabetes mellitus, der während der Schwangerschaft auftritt. Nach der Geburt normalisiert sich der Blutzucker-Spiegel meistens wieder. Ursache sind v.a. bestimmte blutzuckererhöhende Schwangerschaftshormone und eine verminderte Ansprechbarkeit auf Insulin (Insulin-Resistenz). Risikofaktoren sind u.a. starkes Übergewicht der Schwangeren, Alter über 30 Jahre und Typ-2-Diabetes in der Familie. Der Gestationsdiabetes muss immer behandelt werden, da er eine gesundheitliche Gefahr für Mutter und Kind bedeutet.

 

Gestörte Glukosetoleranz
Die Diagnose eines Diabetes mellitus wird mittels Messung des Nüchtern-Blutzucker-Werts und mittels oralen Glukose-Toleranz-Tests (oGTT) gestellt. Der Zwei-Stunden-Wert des oGTT sollte unter 140 mg/dl liegen; Blutzucker-Werte zwischen 140 und 200 mg/dl werden als „gestörte Glukosetoleranz" (Impaired Glucose Tolerance, IGT) gewertet. Dies ist noch kein Diabetes mellitus, kann aber eine Vorstufe der Zuckerkrankheit sein.

 

Glinide
= Prandiale Glukose-Regulatoren (PGR). Glinide zählen zu den oralen Antidiabetika (OAD), also Medikamenten zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2. Die Wirkstoffe Repaglinide und Nateglinide senken den Blutzucker-Spiegel über eine kurzzeitige Stimulation der Insulin-Ausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse. Sie werden häufig in Kombination mit Metformin eingesetzt. Als Nebenwirkung kann es zu Unterzuckerung (Hypoglykämie), Magen-Darm-Beschwerden und allergischen Reaktionen kommen.

 

Glitazone
= Thiaziolidindione, „Insulin-Sensitizer". Glitazone vermindern die Insulin-Resistenz (= vermindertes Ansprechen der Zellen auf das Hormon Insulin) in Fettgewebe, Skelettmuskulatur und Leber und senken so den Blutzucker-Spiegel. Sie gehören zu den oralen Antidiabetika (OAD) zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 (Wirkstoffe: Rosiglitazon, Pioglitazon). Mögliche Nebenwirkung ist eine Gewichtszunahme, v.a. in Kombination mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen.

 

Glukagon
Glukagon ist ein Hormon, das in den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es ist der Gegenspieler des blutzuckersenkenden Insulins und erhöht demnach den Blutzucker-Spiegel. Der Körper schüttet Glukagon v.a. bei Blutzucker-Abfall und nach eiweißreichen Mahlzeiten aus. Das Hormon wird auch therapeutisch eingesetzt, z.B. als Notfallspritze bei starker Unterzuckerung (Hypoglykämie).

 

Glukose
= „Blutzucker", Traubenzucker, Dextrose. Glukose ist ein Einfachzucker (Monosaccharid) und wird zu den Kohlenhydraten gezählt. Glukose ist der wichtigste Energielieferant im Stoffwechsel des Körpers (z.B. zur Versorgung von Gehirn und Muskeln). V.a. für Diabetiker ist wichtig zu wissen, dass Glukose nach dem Verzehr schnell ins Blut aufgenommen wird und so rasch den Blutzucker-Spiegel erhöht.

 

Glukosurie
= Urinzucker. Als Glukosurie bezeichnet man eine unnormal hohe Ausscheidung von Zucker (Glukose) mit dem Urin. Normalerweise wird nur eine sehr geringe Menge Glukose über die Nieren und Harnwege ausgeschieden. Es gibt sog. renale Ursachen, denen Nierenschäden (Niere = Ren) zugrunde liegen. Eine häufige nicht-renale Ursache für eine Glukosurie sind zu hohe Blutzucker-Werte bei Diabetes mellitus. Mittels Urin-Teststreifen lässt sich die Glukosurie feststellen.

 

Glykämischer Index
= GI, GLYX. Der Glykämische Index ist ein Maß für die Beeinflussung einer eines zuckerhaltigen Lebensmittels auf die Höhe des Blutzucker-Spiegels. Der GI hängt v.a. von der Art der Kohlenhydrate, die in dem Lebensmittel enthalten ist, ab. Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index sollen sich günstig auf die Ausschüttung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin auswirken und so die Blutzucker-Werte sowie die Blutfett-Werte günstig beeinflussen. Diäten mit Lebensmitteln, die einen niedrigen Glykämischen Index aufweisen, können bei Diabetes mellitus oder starkem Übergewicht (Adipositas) angewandt werden.

 

Glykogen
= tierische Stärke, Leberstärke. Glykogen ist die Speicherform von Glukose im Körper. Es handelt sich um einen Mehrfachzucker (Polysaccharid), der aus Glukose-Einheiten besteht. Bei einem Überangebot an Kohlenhydraten wird Glykogen in der Leber und den Muskeln aufgebaut (Glykogen-Synthese), dort gespeichert und bei Bedarf wieder abgebaut (Glykogenolyse).

 

HbA1c
= „verzuckerter Blutfarbstoff". Hämoglobin (Hb) ist der rote Blutfarbstoff. An diesem kann Glukose (Blutzucker) chemisch haften. Jeder Mensch hat eine bestimmte Menge an HbA1c, also an „verzuckertem rotem Blutfarbstoff". Der Anteil von HbA1c beträgt normalerweise bis zu 6 % bzw. nach neuer internationaler Einheit bis zu 42 mmol/mol. Der HbA1c-Wert wird zur Kontrolle bei Diabetes mellitus eingesetzt und gibt an, wie hoch der Blutzucker in den letzten drei Monaten im Durchschnitt war. Die Höhe des HbA1c ist somit ein Zeichen dafür, wie gut der Blutzucker des Diabetikers eingestellt ist.

 

Humaninsulin
Humaninsulin entspricht dem Insulin, wie es die menschliche Bauchspeicheldrüse normalerweise produziert. Das Humaninsulin zur Behandlung von Diabetes mellitus kann entweder gentechnisch, oder aus der Bauchspeicheldrüse vom Schwein (Schweineinsulin) hergestellt werden.

 

Hyperglykämie
= Überzuckerung. Bei einer Hyperglykämie ist der Blutzucker-Spiegel erhöht. Laut Definition ist dies der Fall, wenn nüchtern der Blutzucker-Spiegel mehr als 110 mg/dl (6,1 mmol/l) oder zwei Stunden nach der Mahlzeit über 140 mg/dl (7,8 mmol/l) beträgt.

 

Hypertonie
= Hochdruck; arterielle Hypertonie = Bluthochdruck. Eine arterielle Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck dauerhaft über dem Maximalwert von 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch liegt. In den meisten Fällen ist die Ursache für Bluthochdruck unklar (primäre Hypertonie). Nur selten hängt die Hypertonie mit einer Organerkrankung zusammen (sekundäre Hypertonie), z.B. einer Schädigung der Niere. Bluthochdruck geht mit Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen und Atemnot einher. Er lässt sich durch eine Änderung der Lebensweise und mit blutdrucksenkenden Mitteln behandeln. Diabetes mellitus Typ 2 ist häufig mit Bluthochdruck vergesellschaftet. Um Folgeerkrankungen zu vermeiden, sind für Diabetiker deshalb neben guten Blutzucker-Werten auch gute Blutdruck-Werte wichtig.

 

Hypoglykämie
= Unterzuckerung. Bei einer Hypoglykämie ist der Blutzucker-Spiegel auf Werte unter 60 mg/dl erniedrigt. Wichtige Organe werden dann nicht mehr mit ausreichend mit Glukose (Blutzucker) versorgt. Die Unterzuckerung äußert sich mit Heißhunger, Zittern und kaltschweißiger Haut.

 

Hypotonie
= niedriger Druck; arterielle Hypotonie = niedriger Blutdruck. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt ein niedriger Blutdruck bei Frauen bei Werten von unter 100/60 mmHg und bei Männern von weniger als 110/70 mmHg vor. Ursache einer Hypotonie können Kreislaufprobleme, Flüssigkeits- und Salzmangel, Medikamente sowie Schilddrüsen-, Herz- und Nebennieren-Erkrankungen sein. Folge des Blutdruck-Abfalls ist eine unzureichende Durchblutung der Organe. Dies kann sich mit Schwindel, Müdigkeit, Schwäche und Ohnmachtsneigung bis hin zur Bewusstlosigkeit äußern. Hilfreich bei niedrigem Blutdruck sind Bewegung, Wechselduschen und viel Trinken. Falls keine organische Ursache vorliegt, sind nur selten Medikamente gegen die Hypotonie nötig.

 

Insulin-Analoga
Ein Insulin-Analogon (Mehrzahl: Insulin-Analoga) unterscheidet sich vom Humaninsulin z.B. durch kleine Änderungen in der Reihenfolge seiner Einzelbausteine, der Aminosäuren. Die blutzuckersenkende Wirkung bleibt dadurch unbeeinflusst - je nach Änderung können Insulin-Analoga jedoch länger wirken oder ihre Wirkung schneller entfalten als Humaninsulin. Letzteres hat den Vorteil, dass der Patient direkt nach der Injektion etwas essen kann, und nicht ca. 30 Minuten mit der Nahrungsaufnahme warten muss.

 

Insulin-Pen
Ein Insulin-Pen ist ein Hilfsmittel, das die Injektion von Insulin unter die Haut erleichtert. Das Gerät ähnelt einem Stift (engl. = pen) oder Kugelschreiber und enthält eine Patrone, die mit Insulin gefüllt ist. An der Stiftspitze befindet sich eine austauschbare Kanüle, am Ende des Insulin-Pens ein Auslöser-Knopf. Ein Diabetiker kann sich so sein Insulin „per Knopfdruck" spritzen. Über eine Drehvorrichtung am Pen kann er die Insulin-Dosis, die bei der Injektion abgegeben werden soll, voreinstellen.

 

Insulin-Pflicht
Ein Diabetiker ist dann „insulinpflichtig", wenn er auf von außen zugeführtes Insulin angewiesen ist. Diese Insulin-Pflicht besteht bei allen Typ-1-Diabetikern. Ihre Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig oder gar kein Insulin mehr - regelmäßige Insulin-Injektionen sind notwendig. Bilden Patienten mit Typ-2-Diabetes („Altersdiabetes") noch ausreichend Insulin, liegt keine Insulin-Pflicht vor. Ernährungsumstellung, Bewegung und Tabletten, die den Blutzucker senken oder die körpereigene Insulin-Produktion fördern, reichen dann aus.

 

Insulin-Pumpe
Ein Diabetiker, der eine Insulin-Pumpe trägt, kann auf häufiges Insulin-Spritzen (z.B. mit einem Pen) verzichten, denn die Pumpe versorgt ihn kontinuierlich mit dem fehlenden Hormon. Über ein angeschlossenes Schlauch-System („Infusions-Set") gibt die Insulin-Pumpe gleichmäßig Insulin direkt unter die Haut des Patienten ab. Die dauerhaft benötigte Insulin-Dosis lässt sich einprogrammieren - zusätzliches Insulin kann sich der Patient je nach Blutzucker-Wert bzw. vor den Mahlzeiten per Knopfdruck verabreichen.

 

Insulin-Resistenz
Das Hormon Insulin fördert normalerweise die Aufnahme von Blutzucker (Glukose) in die Zellen des Körpers und senkt so den Blutzucker-Spiegel. Insulin-Resistenz bedeutet, dass die Zellen nicht oder nur vermindert auf Insulin ansprechen. Folge sind erhöhte Blutzucker-Werte. Eine Insulin-Resistenz liegt häufig bei Diabetes mellitus Typ 2 vor, wohingegen bei Typ-1-Diabetes ein absoluter Insulin-Mangel besteht.

 

Inkretin-Mimetika
Die Wirkstoffe Exenatide und Sitagliptin gehören zu den Inkretin-Mimetika. Exenatide kann zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 in Kombination mit Metformin und/oder Sulfonylharnstoffen angewandt werden. Sitagliptin wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mit Metformin kombiniert, wenn Metformin sowie Diät und Bewegung alleine den Blutzucker nicht ausreichend senken konnten.

 

Intensivierte konventionelle Insulin-Therapie (ICT)
Bei der Intensivierten konventionellen Insulin-Therapie (ICT) spritzt sich ein Diabetiker einen Teil seines Insulin-Tagesbedarfs in Form von sog. Verzögerungsinsulin. Dieses hat eine lange Wirkdauer, sodass zwei Injektionen (z.B. morgens und abends) den Insulin-Grundbedarf abdecken. Den Rest verabreicht sich der Diabetiker zusätzlich vor jeder Mahlzeit als schnell wirkendes Insulin. Die Dosis richtet sich nach dem zuvor gemessenen Blutzucker-Wert und bezieht außerdem die Tageszeit, die Größe der Mahlzeit und die geplante körperliche Aktivität mit ein.

 

Juveniler Diabetes
= Jugend-Diabetes. Juveniler Diabetes ist die veraltete Bezeichnung für Diabetes mellitus Typ 1. Diese Diabetes-Form tritt überwiegend im Kindes- und Jugendalter erstmals auf und ist durch einen absoluten Insulin-Mangel gekennzeichnet. Ihr liegt eine Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde. Im Gegensatz dazu tritt Diabetes mellitus Typ 2 (früher als „Altersdiabetes" bezeichnet) in fortgeschrittenerem Alter, meist aufgrund einer ungesunden Lebensweise, auf. Da Typ-1-Diabetes aber nicht nur Jugendliche betrifft, und Typ-2-Diabetes inzwischen immer häufiger bei Jugendlichen und sogar Kindern beobachtet wird, sind die Bezeichnungen Jugend- bzw. Altersdiabetes nicht mehr passend.

 

KE
= Kohlenhydrat-Einheit (KE oder KHE). Die KE ist eine Berechnungseinheit für Kohlenhydrate. Sie ist, neben der Broteinheit (BE), für Diabetiker zur Abschätzung der Kohlenhydrat-Zufuhr mit der Nahrung wichtig. Eine KE entspricht zehn Gramm Kohlenhydrate.

 

Ketoazidose
Die Ketoazidose ist eine Stoffwechsel-Komplikation bei Diabetes mellitus Typ 1. Ursache ist ein ausgeprägter Mangel an Insulin. Dadurch kann der Körper keine Kohlenhydrate mehr als Energielieferant nutzen, sondern „verbrennt" stattdessen Fett. Läuft die Energiegewinnung nur auf diesem Wege ab, entstehen sog. Ketonkörper in großer Menge. Dies hat eine Übersäuerung (Azidose) des Organismus zur Folge. Unbehandelt kann eine Ketoazidose zu Bewusstlosigkeit (diabetisches Koma) führen und somit lebensbedrohlich sein.

 

Ketonkörper
Ketonkörper entstehen in der Leber, wenn der Körper Fett in Energie umwandeln muss.
Zu dieser „Fettverbrennung" kommt es insbesondere bei unbehandelten Typ-1-Diabetikern, die aufgrund ihres Insulin-Mangels keine Kohlenhydrate verwerten können. Ketonkörper lassen sich dann z.B. im Urin nachweisen. Ihre hohe Konzentration kann eine Übersäuerung (Ketoazidose) verursachen und zu schweren Komplikationen bis hin zum Koma führen. Die bewusstlosen Patienten riechen dann typischerweise nach Aceton - einem Ketonkörper.

 

Kohlenhydrate
= Saccharide, „Zucker". Kohlenhydrate zählen, neben Eiweißen und Fetten, zu den Nahrungsbestandteilen, die dem Körper Energie liefern. Chemisch bestehen Kohlenhydrate im Wesentlichen aus den Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Kohlenhydrate finden sich v.a. in Getreide, Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und Haferflocken. Auch Obst ist kohlenhydratreich. Kohlenhydrate werden unterschieden in Einfachzucker (Monosaccharide, z.B. Traubenzucker), Zweifachzucker (Disaccharide, z.B. Milchzucker) und Vielfachzucker (Polysaccharide, z.B. Stärke). Bei Diabetes mellitus spielen Kohlenhydrate eine zentrale Rolle, da sie den Blutzucker-Spiegel erhöhen.

 

Konnataler Diabetes
Von einem Konnatalen Diabetes spricht man, wenn ein Diabetes mellitus Typ 1 innerhalb der ersten sechs Lebensmonate auftritt. Der Begriff „konnatal" stammt aus dem Lateinischen (connatalis = angeboren).

 

Konventionelle Insulin-Therapie (CT)
Bei der konventionellen Insulin-Therapie (CT) spritzt sich der Diabetiker Insulin nach einem fest vorgegebenen Schema: zum Beispiel zwei Drittel seiner täglichen Insulin-Dosis vor dem Frühstück und den Rest vor dem Abendessen. Meistens handelt es sich bei dem Insulin-Präparat um ein Gemisch aus schnell wirkendem Normalinsulin und einem Insulin mit verzögerter Wirkung. Hat sich der Diabetiker sein Insulin gespritzt, muss er auch seine Mahlzeiten einhalten, damit der Blutzucker-Spiegel nicht zu stark abfällt (Unterzuckerung).

 

Kurz wirksames Insulin
Kurz wirksames Insulin wird zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt. Die Wirkung setzt schnell ein: bei Insulin-Analoga ca. 5 bis 10 Minuten nach dem Spritzen; bei Normalinsulin nach ca. 15 bis 30 Minuten. Die Wirkdauer ist, im Vergleich zu Verzögerungs- und lang wirksamem Insulin, kurz: Die Wirkung hält bei kurz wirksamen Insulin-Analoga ca. 2 bis 3 Stunden, und bei kurz wirksamem Normalinsulin ca. 4 bis 8 Stunden an.

 

LADA
= Abkürzung für (engl.) latent autoimmune diabetes in adults. LADA ist eine Sonderform des Diabetes mellitus Typ 1, die nicht - wie für Typ-1-Diabetes normalerweise typisch - schon im Kindes- oder Jugendalter, sondern erst im Erwachsenenalter auftritt. Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 2 („Altersdiabetes") reichen bei der Behandlung der Betroffenen Diät-Maßnahmen oder Tabletten nicht aus. Die Patienten benötigen Insulin, denn aufgrund einer Abwehrreaktion gegen Zellen der Bauchspeicheldrüse kann ihr Körper Insulin nicht mehr selbst bilden.

 

Lang wirksames Insulin
Lang wirksames Insulin wird zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt. Im Gegensatz zu kurz wirksamem und Verzögerungsinsulin setzt die Wirkung von lang wirksamem Insulin langsam ein und hält lang (bis zu 24 Stunden) an.

 

Langerhanssche Inseln
Die Langerhansschen Inseln sind kleine, inselförmige Zell-Anhäufungen (Zell-Agglomerate) in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Sie produzieren Hormone (Insulin, Glukagon, Somatostatin) und bilden somit den sog. endokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse. Die Langerhansschen Inseln liegen eingestreut inmitten des sog. exokrinen Pankreas-Gewebes, das Verdauungssäfte produziert. Die Mehrzahl der Zellen der Langerhansschen Inseln sind Beta-Zellen, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin bilden. Alpha-Zellen hingegen produzieren Glukagon, den Gegenspieler des Insulins. Bei Diabetes mellitus Typ 1 werden v.a. die Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln zerstört, was einen absoluten Insulin-Mangel zur Folge hat. Die Inseln sind benannt nach ihrem Entdecker Paul Langerhans.

 

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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