Diabetes-Glossar (M-Z)

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Makroangiopathie
= arteriosklerotische Schädigung der mittleren bis großen Blutgefäße. Bei Diabetes mellitus ist das Risiko für Arteriosklerose („Arterienverkalkung") deutlich erhöht. Die veränderten Blutgefäße verengen sich immer mehr und können sich sogar komplett verschließen. Durchblutungsstörungen z.B. an den Füßen können die Folge sein. Sind die Herzkranzgefäße von der Makroangiopathie betroffen, drohen Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt. Bei geschädigten Gefäßen im Gehirn ist der Schlaganfall eine Komplikation.

 

Metabolisches Syndrom
Menschen mit Metabolischem Syndrom („Wohlstandssyndrom", Syndrom X) leiden gleichzeitig an mehreren Symptomen oder Krankheiten, die wiederum die Entstehung von Arteriosklerose („Arterienverkalkung") fördern und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Zu diesen Komponenten des Metabolischen Syndroms gehören hoher Blutdruck und Übergewicht, das vor allem den Bauch betrifft. Außerdem zählen dazu Fettstoffwechsel-Störungen und Störungen des Glukose-Stoffwechsels, wie sie bei Diabetes mellitus Typ 2 vorliegen.

 

Metformin
Metformin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Biguanide. Dies sind Medikamente, die in der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 zur Senkung des Blutzucker-Spiegels eingesetzt werden (orale Antidiabetika, OAD). Metformin hemmt die Glukose-Produktion in der Leber und die Freisetzung von Glukose aus der Leber und fördert die Glukose-Aufnahme in den Muskel. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen. Eine seltene, aber gefürchtete Komplikation von Metformin ist eine Übersäuerung (Laktazidose, erhöhte Konzentration von Milchsäure im Blut).

 

mg/dl
= Milligramm pro Deziliter. Der Blutzucker-Wert wird meist in Milligramm pro Deziliter angegeben. Beispiel für einen Nüchtern-Blutzucker-Wert: 110 mg/dl.

 

Mikroalbuminurie
Die Nierenschädigung im Rahmen eines Diabetes mellitus (Diabetische Nephropathie) oder eines Bluthochdrucks fällt in ihrer Frühphase häufig durch die sog. Mikroalbuminurie auf: Die Nieren sind dann nicht mehr imstande, das Bluteiweiß Albumin im Körper zurückzuhalten - im Urin der Patienten befinden sich pro Tag 30 bis 300 mg Albumin. Mit zunehmender Nierenschädigung steigt der Wert weiter an und auch andere Eiweiße (Proteine) werden mit dem Harn ausgeschieden (Proteinurie).

 

Mikroangiopathie
= Schädigung der kleinen Blutgefäße als Spätfolge eines Diabetes mellitus. Besonders bei langfristig erhöhten Blutzucker-Werten besteht die Gefahr, dass sich die Wandschichten der kleinen Blutgefäße verdicken. Auch kleine Aussackungen (Aneurysmen) können auftreten. Die Mikroangiopathie führt zu Durchblutungsstörungen und ist besonders an den Nieren (sog. Glomerulosklerose) sowie an der Netzhaut (Diabetische Retinopathie) für Komplikationen eines Diabetes mellitus mit verantwortlich.

 

Mischinsulin
Als Mischinsuline bezeichnet man fertig gemischte Insuline, bestehend aus einem kurz wirksamen und einem Verzögerungs- oder lang wirksamen Insulin. Sie werden zur Behandlung von Diabetes mellitus im Rahmen der konventionellen Insulin-Therapie (CT) eingesetzt.

 

mmol/l
= Millimol pro Liter. Der Blutzucker-Wert kann in Millimol pro Liter angegeben werden. Beispiel für einen Nüchtern-Blutzucker-Wert: 6,1 mmol/l.

 

MODY-Diabetes
= Abkürzung für (engl.) maturity-onset diabetes of the young. MODY ist eine Sonderform des Diabetes mellitus. Insgesamt ist ca. ein Prozent aller Diabetiker von dieser vererbten Erkrankung betroffen. Die Patienten haben einen genetischen Defekt, der die Funktion der Zellen der Bauchspeicheldrüse (Beta-Zellen) stört. Beim MODY ist deshalb die Insulin-Produktion reduziert. Die Erkrankung macht sich in der Regel vor dem 25. Lebensjahr bemerkbar und kommt in sechs verschiedenen Unterformen (MODY 1 bis 6) vor.

 

Monosaccharide
= Einfachzucker. Monosaccharide sind Kohlenhydrate, die lediglich aus einem Baustein bestehen. Sie können direkt ins Blut aufgenommen werden und erhöhen den Blutzucker-Spiegel somit rasch. Zu den Einfachzuckern gehören z.B. Traubenzucker (Glukose), Schleimzucker (Galaktose) und Fruchtzucker (Fruktose).

 

Nephropathie
= Oberbegriff für Erkrankungen der Niere und Störungen der Nierenfunktion. Schädigungen der Niere treten als Komplikation auch bei Diabetes mellitus auf. Man spricht dann von einer diabetischen Nephropathie. Typische Merkmale sind neben der abnehmenden Funktion der Niere eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin und Bluthochdruck. Als Spätfolge kann es zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und zum Nierenversagen kommen. Die betroffenen Diabetiker sind dann häufig auf die Dialyse („künstliche Blutwäsche") angewiesen.

 

Neuropathie
= Oberbegriff für Erkrankungen der peripheren Nerven. Nervenschädigungen treten als Komplikation auch bei Diabetes mellitus auf. Man spricht dann von einer „diabetischen Neuropathie". Dabei können Empfindungsstörungen (Kribbeln, Brennen) und ein Verlust der Temperatur- und Schmerzwahrnehmung - vor allem an den Füßen - auftreten. Da das vegetative Nervensystem u.a. die Funktion innerer Organe wie Herz, Magen oder Darm steuert, kann eine diabetische Neuropathie z.B. auch Herzrhythmusstörungen hervorrufen.

 

Niereninsuffizienz
= abnehmende Nierenfunktion. Ist die Funktion der Nieren komplett ausgefallen, spricht man von Nierenversagen. Eine Niereninsuffizienz kann plötzlich (akut), z.B. als Folge eines Schocks auftreten, oder sich über einen längeren Zeitraum, z.B. als Spätfolge eines Diabetes mellitus, entwickeln (chronische Niereninsuffizienz). Die blutreinigende Funktion der Nieren nimmt dann immer mehr ab, was letztlich zu einem gestörten Wasserhaushalt und Organschäden (z.B. des Herzens) führen kann.

 

NIDDM
= non insulin dependent diabetes mellitus; nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus. Im Gegensatz zum IDDM (= insulin dependent diabetes mellitus, insulinabhängiger Diabetes mellitus) sind Diabetiker mit NIDDM nicht auf Insulin-Injektionen angewiesen. Die Bezeichnungen NIDDM und IDDM sind heutzutage überholt. Der NIDDM entspricht im Wesentlichen dem Typ-2-Diabetes, der - im Gegensatz zum insulinpflichtigen Typ-1-Diabetes - zu Beginn mittels Lebensumstellung (Ernährung, Bewegung) sowie Diabetes-Medikamenten (orale Antidiabetika, OAD) behandelt werden kann. Typ-2-Diabetiker können im Verlauf der Erkrankung jedoch auch auf Insulin angewiesen sein.

 

Normalinsulin
Normalinsulin (früher auch: Altinsulin) ist ein kurz und schnell wirksames Insulin, dessen Wirkung etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Spritzen einsetzt. Nach etwa zwei Stunden ist die maximale Wirkung erreicht und die Wirkung hält etwa sechs Stunden lang an. Normalinsuline enthalten keine wirkungsverlängernden Zusatzstoffe. Das Normalinsulin zur Behandlung von Diabetes mellitus ist heutzutage in der Regel Humaninsulin; seltener werden auch Tierinsuline wie Schweineinsulin und Rinderinsulin verwendet.

 

Normoglykämie
= normaler Blutzucker-Spiegel. Der Blutzucker-Wert eines gesunden Menschen sollte nüchtern zwischen 60 und 110 mg/dl liegen sowie zwei Stunden nach der Mahlzeit nicht über 140 mg/dl ansteigen. Bei einem zu hohen Blutzucker-Spiegel spricht man von Hyperglykämie; ist der Blutzucker-Wert zu niedrig, von Hypoglykämie.

 

NPH-Insulin
= Neutral Protamin Hagedorn. NPH-Insuline zählen zu den Verzögerungsinsulinen und werden in der Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt. Um den Wirkungsbeginn und die Wirkdauer zu verlängern, ist dem Insulin NPH zugesetzt. N steht für den neutralen Säuregrad, P = Protamin ist das für die verzögerte Wirkung verantwortliche Eiweiß, und H steht für den Entdecker Hans Christian Hagedorn.

 

Orale Antidiabetika (OAD)
Orale Antidiabetika (kurz: OAD) sind Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2. Sie sind notwendig, wenn sich die erhöhten Blutzucker-Werte des Typ-2-Diabetikers durch Allgemeinmaßnahmen wie Ernährungsumstellung und Bewegung nicht normalisieren. Je nach Präparat wirken OAD unterschiedlich; einige stimulieren die Insulin-Produktion in der Bauchspeicheldrüse, andere die Insulin-Sekretion, wiederum andere verbessern das Ansprechen der Zellen auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin. Zu den oralen Antidiabetika zählen die Biguanide (Wirkstoff: Metformin), Sulfonylharnstoffe, Glinide (= Prandiale Glukose-Regulatoren, PGR), Glitazone (= Thiazolidindione), Alpha-Glukosidase-Hemmer (Wirkstoffe: Acarbose, Miglitol) sowie Inkretin-Mimetika (Wirkstoffe: Exenatide, Sitagliptin).

 

Oraler Glukose-Toleranz-Test (oGTT)
= Testverfahren zur Diabetes-Diagnose. Der Arzt misst vor dem oralen Glukose-Toleranz-Test den Blutzucker bei der nüchternen Testperson. Diese muss nun eine Glukose-Lösung (Zucker-Lösung) trinken. Zwei Stunden später wird der Blutzucker-Wert erneut bestimmt: Ist der Wert normal, reguliert die körpereigene Insulin-Produktion die plötzliche Zuckerzufuhr - die Person ist gesund. Erhöhte Werte sprechen für einen gestörten Glukose-Haushalt oder Diabetes mellitus. Ist der Wert erhöht oder ein Diabetes mellitus bereits bekannt, darf der oGTT nicht angewandt werden.

 

Pankreas
= Bauchspeicheldrüse. Das Pankreas ist ein ca. 15 bis 20 cm langes, 3 bis 4 cm breites, 1 bis 2 cm dickes und 70 bis 100 g schweres Organ im Oberbauch. Es besteht aus einem Kopf- (Caput), Körper- (Corpus) und Schwanz-Bereich (Cauda). Die Bauchspeicheldrüse erfüllt im Wesentlichen zwei Funktionen: Der sog. exokrine Teil produziert Verdauungssäfte und gibt diese über einen Ausführungsgang (Ductus pancreaticus) in den Zwölffingerdarm ab. Im sog. endokrinen Teil hingegen werden Hormone (Insulin, Glukagon, Somatostatin) produziert, genau genommen in den Zellen der Langerhansschen Inseln. Das Pankreas spielt die zentrale Rolle bei Diabetes mellitus, da es hierbei zu einem absoluten oder relativen Mangel an dem in der Bauchspeicheldrüse gebildeten blutzuckersenkenden Hormon Insulin kommt.

 

Polydipsie
Als Polydipsie bezeichnen Mediziner den krankhaft gesteigerten Durst. Eine Polydipsie tritt oft im Zusammenhang mit einer Polyurie (= vermehrtes Wasserlassen) auf und kann Anzeichen eines Diabetes mellitus sein. Andere mögliche Ursachen von gesteigertem Durst sind Elektrolytstörungen (Störungen des Salz- und Wasserhaushalts), Durchfall, Erkrankungen von Nieren, Nebennieren, Leber und Schilddrüse sowie Alkoholkonsum, Medikamente und psychische Störungen.

 

Polysaccharide
= Mehrfachzucker. Polysaccharide sind Kohlenhydrate, die aus mehreren Einfachzuckern (Monosacchariden) bestehen. Sie müssen im Darm erst in ihre einzelnen Bausteine aufgespalten werden, um ins Blut zu gelangen. Sie erhöhen den Blutzucker-Spiegel somit langsamer als Einfachzucker. Zu den Polysacchariden gehören z.B. Amylose, Amylopektin, Glykogen und Zellulose.

 

Polyurie
= vermehrtes Wasserlassen. Polyurie ist der Fachbegriff für die krankhaft erhöhte Urinausscheidung. Sie führt meist zu Polydipsie (= gesteigerter Durst) und in schweren Fällen zur Exsikkose (Austrocknung). Polyurie ist ein Symptom von Diabetes mellitus. Weitere mögliche Ursachen einer Polyurie sind Diabetes insipidus, Nierenerkrankungen, Herzschwäche, Alkoholkonsum und entwässernde Medikamente (Diuretika).

 

postprandial
= nach dem Essen. Das Fachwort „postprandial" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „nach dem Essen". Bei Diabetes mellitus kann beispielsweise nach der Mahlzeit, also postprandial, der Blutzucker-Wert gemessen werden. Das Gegenteil von postprandial ist präprandial.

 

präprandial
= vor dem Essen. Das Fachwort „präprandial" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „vor dem Essen". Bei Diabetes mellitus kann beispielsweise Insulin kurz vor der Mahlzeit, also präprandial, verabreicht werden. Das Gegenteil von präprandial ist postprandial.

 

Proinsulin
= Insulin-Vorstufe. Das Hormon Insulin entsteht in der Bauchspeicheldrüse über zwei Vorstufen: Zuerst wird „Prä-Proinsulin" gebildet, ein Molekül aus 107 aneinander geketteten Einzelbausteinen (Aminosäuren). Von dieser Kette spalten Enzyme ein Ende ab - das so veränderte Molekül heißt dann Proinsulin. Proinsulin besteht nur noch aus 87 Aminosäuren und lässt sich in drei Abschnitte gliedern: die A-Kette, die B-Kette und C-Peptid. Lösen Enzyme das C-Peptid aus dem Proinsulin heraus, entsteht aktives Insulin.

 

Retinopathie
Ein typischer Spätschaden bei Diabetes mellitus ist die krankhafte Veränderung kleiner Blutgefäße (Mikroangiopathie). Sind die kleinen Gefäße, die die Netzhaut (Retina) durchziehen, davon betroffen, spricht man von einer Diabetischen Retinopathie. Oft sind die Blutgefäße erweitert (Mikroaneurysma) oder es kommt zu krankhaftem Einwachsen neuer Gefäße in die Netzhaut. Komplikationen wie Blutungen, Netzhautablösung und erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) schwächen die Sehkraft und können zur Erblindung führen.

 

Spritz-Ess-Abstand
Der Spritz-Ess-Abstand bezeichnet den zeitlichen Abstand zwischen dem Spritzen des Insulins und der darauf folgenden Mahlzeit. So muss der Diabetiker, v.a. im Rahmen der Intensivierten Konventionellen Insulintherapie (ICT), zunächst seinen Blutzucker-Wert messen, dann die Insulindosis anhand der Höhe des gemessenen Blutzucker-Spiegels spritzen und anschließend die Zeit abschätzen, wann er etwas essen kann. Verwendet er Normalinsulin, so beträgt der Spritz-Ess-Abstand in der Regel etwa 15 bis 30 Minuten. Isst er zu früh, kann es passieren, dass der Blutzucker-Spiegel nach dem Essen zu stark ansteigt.

 

subkutan (s.c.)
= subcutan, unter der Haut bzw. unter die Haut. Bei einer subkutan verabreichten Spritze (s.c.-Injektion) gelangt der Wirkstoff unter die Haut in das dort liegende Unterhaut-Fettgewebe. Beispiele für subkutane Spritzen sind Insulin-Spritzen für Diabetiker oder Heparin-Spritzen, die der Vorbeugung eines Blutgerinnsels dienen (Thrombose-Prophylaxe).

 

Sulfonylharnstoffe
Sulfonylharnstoffe werden bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt, um den Blutzucker zu senken. Sie zählen zu den oralen Antidiabetika (OAD). Sulfonylharnstoffe wirken, indem sie die körpereigene Ausschüttung von Insulin (endogene Insulin-Sekretion) aus der Bauchspeicheldrüse stimulieren. Als Nebenwirkungen kann es u.a. zu Gewichtszunahme und Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen.

 

Typ-1-Diabetes
= Diabetes mellitus Typ 1, insulinabhängiger Diabetes. Typ-1-Diabetes ist eine Form von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Sie tritt meistens schon im Kindes- und Jugendalter auf und wurde daher früher auch als „Juveniler Diabetes" oder „Jugend-Diabetes" bezeichnet. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Blutzucker-Spiegel chronisch erhöht ist (Hyperglykämie). Dem Typ-1-Diabetes liegt ein absoluter Mangel an Insulin, einem in der Bauchspeicheldrüse produzierten Hormon, das den Blutzucker-Spiegel senkt, zugrunde. Ursache kann eine sog. Autoimmunerkrankung sein, bei der die Insulin-produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Diabetes mellitus Typ 1 macht sich meist sehr plötzlich bemerkbar: Typische Anzeichen sind chronische Müdigkeit, allgemeine Abgeschlagenheit und Gewichtsabnahme sowie krankhaft gesteigerter Durst, erhöhter Harndrang und vermehrtes Wasserlassen. Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch Blut- und Urin-Untersuchungen. Grundlage der Diabetes-Therapie ist eine umfassende Patientenschulung. Typ-1-Diabetiker müssen mehrmals am Tag ihren Blutzucker messen, auf ihre Ernährung achten und sind in jedem Fall auf Insulin angewiesen (Insulin-Pflicht).

 

Typ-2-Diabetes
= Diabetes mellitus Typ 2. Typ-2-Diabetes ist eine Form von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Sie tritt meistens im fortgeschrittenen Alter auf und wurde daher früher auch als „Altersdiabetes" bezeichnet. Doch erkranken immer mehr Jugendliche und sogar Kinder an Diabetes mellitus Typ 2. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Blutzucker-Spiegel chronisch erhöht ist (Hyperglykämie). Dem Typ-2-Diabetes liegt meist eine sog. Insulin-Resistenz zugrunde, was bedeutet, dass das Insulin nicht an den Zellen wirken kann. Insulin ist ein in der Bauchspeicheldrüse produzierten Hormon, das den Blutzucker-Spiegel senkt. Zu den Ursachen des Typ-2-Diabetes zählt neben einer erblichen (genetischen) Veranlagung v.a. eine ungesunde Lebensweise: Die Mehrzahl der Typ-2-Diabetiker ist übergewichtig, und die Fettsucht (Adipositas), bedingt durch mangelnde Bewegung, fett- und zuckerreiche Ernährung sowie Fettstoffwechsel-Störungen, gilt als größter Risikofaktor für Diabetes mellitus Typ 2. Die Symptome entwickeln sich meist langsam und schleichend: Typische Anzeichen sind chronische Müdigkeit, allgemeine Abgeschlagenheit, gesteigerter Durst und vermehrtes Wasserlassen. Diabetes mellitus kann zu schweren Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen, Augenschäden, Nierenerkrankungen und Fußproblemen führen. Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch Blut- und Urin-Untersuchungen. Grundlage der Diabetes-Therapie ist eine umfassende Patientenschulung. Diabetiker müssen mehrmals am Tag ihren Blutzucker messen und auf ihre Ernährung achten. Typ-2-Diabetiker können ihre Krankheit häufig durch eine Veränderung der Ernährung und eine gesündere Lebensweise mit viel Bewegung und Gewichtsnormalisierung in den Griff bekommen. Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, müssen sie zusätzlich blutzuckersenkende Tabletten einnehmen (orale Antidiabetika) oder Insulin spritzen.

 

Verzögerungsinsulin
= Intermediär wirksames Insulin. Verzögerungsinsulin wird zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt. Um den Wirkungsbeginn und die Wirkdauer zu verlängern, ist dem Verzögerungsinsulin NPH (Neutral Protamin Hagedorn) oder Zink zugesetzt. Die Wirkung setzt etwa 2 Stunden nach dem Spritzen ein. Das Wirkmaximum wird nach ca. 4 bis 6 Stunden erreicht. Die Wirkung des Verzögerungsinsulins hält rund 12 bis 14 Stunden an.

 

Zuckerkrankheit
Im Volksmund wird die Stoffwechselstörung Diabetes mellitus „Zuckerkrankheit" genannt. Der Name „Zuckerkrankheit" spielt auf die Tatsache an, dass ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus (übersetzt: „honigsüßer Durchfluss") durch einen erhöhten Blutzucker-Spiegel gekennzeichnet ist.

 

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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