Klinik-Glossar (A-L)

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24h-pH-Metrie
Die 24-Stunden-pH-Metrie (24h-pH-Metrie, Langzeit-pH-Metrie) ist ein Diagnoseverfahren und dient dazu, Sodbrennen (Reflux) festzustellen. Dazu setzten Ärzte mithilfe eines dünnen Kunststoffschlauchs ein kleines Messgerät in die Speiseröhre ein, das über 24 Stunden, die Menge der in die Speiseröhre aufsteigenden Magensäure misst. Die 24h-pH-Metrie ist in der Regel schmerzlos und der Untersuchte kann sich frei bewegen.

 

Abdomen
Das Wort Abdomen kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Bauch" oder „Unterleib". Das Abdomen liegt zwischen dem Brustkorb und dem Becken und enthält die Bauchhöhle. Bei einer Untersuchung des Abdomens tastet der Arzt z.B. Leber, Gallenblase, Nieren und Milz ab.

 

Ablation
Als Ablation bezeichnen Mediziner die Entfernung von Körpergewebe oder Körperteilen, z.B. Ablatio Mammae (Entfernung des Brustgewebes, Brustamputation). Andere Worte für Ablation sind Abtragung oder Amputation. Auch eine krankhafte Gewebeablösung wird Ablation genannt, z.B. Ablatio retinae (Netzhautablösung).

 

Abszess
= abgekapseltes Eitergeschwür. Bei einem Abszess sammelt sich in Folge einer bakteriellen Entzündung Eiter im Gewebe an. Abszesse entstehen häufig in Haut oder Unterhaut und selten in inneren Organen. Viele oberflächliche Eitergeschwüre platzen nach einer Weile auf und heilen dann von alleine ab. Bessert sich der Abszess nicht, muss ein Arzt das Geschwür aufschneiden und den Eiter entleeren. In der Regel heilt die Entzündung anschließend komplikationslos aus.

 

adjuvante Therapie
Der Begriff adjuvante Therapie bezeichnet eine ergänzende Therapie, z.B. im Rahmen einer Krebsbehandlung. Mögliche adjuvante Therapien sind u.a. die adjuvante Chemotherapie oder die adjuvante Hormontherapie, die beispielsweise häufig nach einer Brustkrebs-Operation stattfinden. Die ergänzende Therapie nach der Entfernung des Tumors dient dazu, einem Rückfall und der Entstehung von Tochtergeschwulsten vorzubeugen.

 

akut
= plötzlich auftretend, heftig verlaufend. Eine akute Erkrankung tritt unerwartet auf. Ihr Verlauf ist meist heftig und dauert in der Regel nur kurze Zeit. In der medizinischen Fachsprache steht akut im Gegensatz zu chronisch (dauerhaft, immer wieder auftretend).

 

Allergologie
Die Allergologie ist eine medizinische Fachrichtung, die sich mit Entstehung, Diagnose und Behandlung von Allergien beschäftigt. Ärzte können sich in einer mehrjährigen Ausbildung zum Allergologen weiterbilden.

 

ambulant
Eine ambulante Behandlung oder Diagnostik in der Klinik bedeutet, dass der Patient nicht über Nacht im Krankenhaus bleiben muss. Durch moderne Operationstechniken und sanfte Narkosen lassen sich heutzutage viele Untersuchungen und Operationen ambulant durchführen. Die Patienten dürfen in der Regel schon wenige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause. Eine ambulante Behandlung kommt z.B. bei Eingriffen an den Zähnen, der Entfernung der Rachen- oder Gaumenmandeln, Krampfadern, Grauem Star oder einem Leistenbruch in Betracht.

 

Amniozentese
= Fruchtwasseruntersuchung. Bei einer Amniozentese führt der Frauenarzt eine Hohlnadel durch die Bauchdecke hindurch in die Fruchtblase ein und entnimmt dort Fruchtwasser. Mithilfe dieser Untersuchung lassen sich Veränderung im Erbgut des Ungeborenen feststellen, z.B. eine Trisomie 21 (Down-Syndrom). Die Notwendigkeit der Amniozentese sollte vorher gut abgewogen werden, da sie in seltenen Fällen eine Fehlgeburt auslösen kann.

 

Anamnese
= Patientengespräch. Bei der Anamnese befragt der Arzt den Patienten zu seinen Beschwerden und seiner medizinischen Vorgeschichte (z.B. Vorerkrankungen, Lebensweise). Die Anamnese ist ein wichtiger Bestandteil bei der Diagnose und dient dem Arzt als Entscheidungsgrundlage für weitere Untersuchungen.

 

Anästhesie
= Betäubung. Mithilfe der Anästhesie kann der Arzt das Schmerzempfinden des Patienten ausschalten. Bei kleineren Eingriffen reicht meist eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie), z.B. bei einer Zahnbehandlung. Größere Operationen oder schmerzhafte Untersuchungsverfahren führen Ärzte unter Teil- oder Vollnarkose durch. Bei einer Teilnarkose schaltet der Anästhesist nur das Schmerzempfinden bestimmter Körperteile aus. Bei der Vollnarkose nimmt der Patient überhaupt keine bewussten Empfindungen mehr wahr.

 

Andrologie
= Männerheilkunde. Ärzte, die in Andrologie weitergebildet sind, sind u.a. auf die Diagnose und Behandlung vielfältiger Störungen der männlichen Geschlechtsorgane spezialisiert, z.B. auf Störungen der männlichen Zeugungsfähigkeit, der Hormonbildung im Hoden oder der Erektionsfähigkeit.

 

Angiografie
Die Angiografie gehört zu den Diagnoseverfahren und stellt Blutgefäße auf einem Röntgenbild dar. Dazu spritzt der Arzt dem Untersuchten ein Kontrastmittel in ein Blutgefäß, um diese in der Röntgenaufnahme sichtbar zu machen. In der Klinik kommt die Angiografie z.B. bei der Darstellung von Hirngefäßen oder zum Nachweis von Thrombosen (Blutgerinnseln) zum Einsatz.

 

Angiologie
Der Begriff Angiologie kennzeichnet die Lehre von den Blut- und Lymphgefäßen. Die Angiologie ist der Inneren Medizin zugeordnet. In der Klinik werden Menschen mit einer Erkrankung der Blut- oder Lymphgefäße daher in der Abteilung für internistische Erkrankungen behandelt.

 

Anophthalmie
Der Begriff Anophthalmie kennzeichnet eine seltene angeborene Fehlbildung der Augen. Bei Menschen mit einer Anophthalmie fehlen alle für das Sehen wichtigen Strukturen wie die Augäpfel, der Sehnerv und Teile der Sehbahn.

 

Antibiotika
Antibiotika (Einzahl: das Antibiotikum) sind Medikamente, die bei bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Sie wirken antibakteriell, indem sie Bakterien abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Es gibt mehrere Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen. Antibiotika werden, je nach Art und Schwere der Infektion, u.a. als Tablette, Infusion oder Salbe verabreicht.

 

Arbeitsmedizin
= Betriebsmedizin. Die Arbeitsmedizin ist eine medizinische Fachrichtung, die den Einfluss von Arbeit auf den Menschen, seine Leistungsfähigkeit und Gesundheit untersucht und bewertet. Hauptziel dieser Forschung ist es Krankheiten, die durch verschiedene Anforderungen von Arbeit entstehen, zu erkennen und vorzubeugen. Zum Aufgabenfeld des Arbeitsmediziners bzw. Betriebsarztes gehört auch die Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in allen Fragen der Arbeitsmedizin.

 

Arthroskopie
= Gelenkspiegelung. Mit einem Spiegelgerät, dem Endoskop bzw. Arthroskop, kann der Arzt in das Innere des Gelenks (z.B. Kniegelenk) hineinschauen. Die Arthroskopie wird sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt: Gelenkschäden, die bei der Arthroskopie festgestellt werden, lassen sich häufig im gleichen Eingriff beheben. Zahlreiche Operationen in der Orthopädie sind inzwischen arthroskopisch möglich.

 

Autofluoreszenz
Bestrahlt man Gewebe mit Licht, so fängt es das Licht auf (Absorption). Ein Teil des Lichts wird unverändert zurückgeworfen (Reflektion). Gesunde Zellen haben zusätzlich die Eigenschaft, Licht aufzufangen, es zu verändern und wieder abzugeben (Autofluoreszenz). Bei Bestrahlung, z.B. mit violettem Licht, geben Zellen grünes Licht ab. Krebszellen haben eine auffällig schwache Autofluoreszenz. Sie strahlen (fluoreszieren) schwächer als gesundes Gewebe. Diese Eigenschaft lässt sich diagnostisch nutzen, u.a. mit der Autofluoreszenz-Endoskopie. Dabei leuchtet der Arzt innere Organe aus, um Krebs erkennen und entfernen zu können.

 

Ayurvedamedizin
Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, der ein eigenes wissenschaftliches Weltbild zu Grunde liegt. In der Ayurvedamedizin stehen Gesundheit und Krankheit in Abhängigkeit von drei Lebensenergien, den sog. Doshas. Die Doshas beeinflussen die körperliche und psychische Konstitution. Solange die Doshas zueinender im Gleichgewicht stehen, ist man gesund. Bei Störungen entwickeln sich Krankheiten. Ziel der Ayurvedamedizin ist zum einen die Behandlung von Krankheiten und zum anderen die Förderung der Gesundheit.

 

Basale Stimulation
Basale Stimulation ist ein Konzept zur Förderung individueller Lernprozesse schwerstbeeinträchtigter Menschen. Bei der Basalen Stimulation nimmt der Therapeut oder Pflegende bewusst Kontakt zu dem Betroffenen auf und ermöglicht es ihm, durch besondere Aufmerksamkeit auf seine eigene Art zurück zu kommunizieren. Eine Möglichkeit der Basalen Stimulation in der Pflege ist z.B. eine beruhigende Ganzköperwäsche, die der Betroffene durch eine verminderte Muskelspannung als angenehm beantworten kann.

 

Belegarzt
Der Belegarzt ist ein niedergelassener Arzt, dem ein Krankenhaus auf vertraglicher Basis Krankenhausbetten zur Verfügung stellt, um eigene Patienten stationär zu behandeln. Der Belegarzt bezieht kein Honorar vom Krankenhaus, sondern rechnet direkt mit dem Patienten ab.

 

benigne
Der Begriff benigne kennzeichnet gutartige Geschwülste, die im Gegensatz zu malignen (bösartigen) Tumoren die natürlichen Gewebegrenzen respektieren und nicht in Nachbargewebe eindringen. Benigne Tumoren bilden keine Tochtergeschwulste. Sie können jedoch sehr groß werden und dadurch andere Gewebe verdrängen. Wenn möglich, wird der Tumor in einem solchen Fall operativ entfernt.

 

Biopsie
Die Biopsie gehört zu den medizinischen Diagnoseverfahren. Bei einer Biopsie entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe, um sie anschließend zu untersuchen. Eine Biopsie gibt Aufschluss über krankhafte Gewebsveränderungen wie Entzündungen oder Tumoren. Die Probenentnahme erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Manchmal ist auch eine Vollnarkose nötig.

 

Botulinustoxin
Botulinustoxin ist ein Nervengift, das von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet wird. Ärzte setzten das Gift z.B. zur Behandlung von Muskelkrämpfen (Spasmen) oder übermäßiger Schweißproduktion ein. Seit einigen Jahrzehnten wird Botulinustoxin auch zur Behandlung von Gesichtsfalten genutzt. Dazu spritzt der Arzt winzig kleine Dosen Botulinustoxin an die gewünschte Stelle. Das Gift lähmt den für die Falten verantwortlichen Muskel und verhindert so faltenbildende Bewegungen.

 

Bronchoskopie
= Lungenspiegelung. Mit einem Spiegelgerät, dem Endoskop, kann der Arzt in die Bronchien hineinschauen. Die Bronchoskopie lässt sich sowohl diagnostisch als auch therapeutisch einsetzten. Der Arzt kann z.B. Gewebeproben (Biopsien) entnehmen, mögliche Fremdkörper entfernen oder festsitzenden Schleim aus den Bronchien absaugen. Die Bronchoskopie eignet sich insbesondere zur Diagnose von gut- und bösartigen Tumoren. Die Untersuchung dauert in der Regel etwa 20 Minuten.

 

Brustzentrum
Ein Brustzentrum ist auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisiert. Damit ein Krankenhaus das Zertifikat Brustzentrum erhält, muss es ausreichend Erfahrung in der Behandlung von Brustkrebs nachweisen. Zu den Bedingungen, die ein Brustzentrum erfüllen muss, zählen unter anderem der Nachweis von mindestens 800 Chemotherapien sowie mindestens 150 Brustkrebs-Operationen pro Jahr. Außerdem müssen alle an der Erkennung und Therapie beteiligten medizinischen Fachrichtungen vertreten sein.

 

Chemoembolisation
Die Chemoembolisation ist ein Therapieverfahren, das in der Krebsbehandlung zum Einsatz kommt. Ziel der Chemoembolisation ist es, die Blutzufuhr des Tumors zu verringern und das Gewebe so zum Absterben zu bringen. Dazu verschließt der Arzt mithilfe von speziellen Medikamenten ein Blutgefäß.

 

Chemotherapie
Die Chemotherapie ist ein Therapieverfahren, das häufig bei Krebserkrankungen Anwendung findet. Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, nennt man Zytostatika. Sie hemmen das Wachstum von sich teilenden Zellen. Da Krebszellen sich sehr schnell und häufig teilen, reagieren sie besonders empfindlich auf diese Wirkstoffe. Chemotherapeutika lassen sich, je nach Art und Schwere der Krebserkrankung, in Tablettenform oder als Infusion verabreichen.

 

Chirurgie
Die Chirurgie ist ein medizinisches Fachgebiet, bei dem zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen operative Eingriffe vorgenommen werden. Sie umfasst allerdings auch nicht-operative (konservative) Diagnose- und Therapieverfahren, zum Beispiel verordnen Chirurgen auch Medikamente oder Krankengymnastik. Die Chirurgie wird unterteilt in verschiedene Fachdisziplinen, unter anderem in die Thoraxchirurgie (Brustkorb), Viszeralchirurgie (Bauch), Unfallchirurgie und plastische Chirurgie. Der Begriff Chirurgie stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Handarbeit.

 

Cholelithiasis
= Gallensteine. Cholelithiasis ist sehr häufig: Etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann über 40 Jahre hat Gallensteine. Die Mehrzahl der Menschen mit Cholelithiasis hat keine Beschwerden. Verschließt ein Stein jedoch einen Teil des Gallengangs-Systems, treten starke Schmerzen auf. Typisch für einen Gallenblasen-Verschluss sind kolikartige Schmerzattacken, die mehrere Stunden anhalten (Gallenkolik).

 

Cholezystektomie
= operative Entfernung der Gallenblase. Bei einer Gallenblasen-Entzündung ist die Cholezystektomie die Therapie der Wahl. Eine Cholezystektomie lässt sich häufig mittels Schlüsselloch-Chirurgie (minimal invasiv) durchführen, für die nur drei kleine Schnitte notwendig sind. Dadurch ist die Operation weniger belastend und die Mehrzahl der Patienten kann das Krankenhaus schon wenige Tage nach der Operation verlassen.



chronisch

= dauerhaft. Eine chronische Erkrankung entwickelt sich in der Regel langsam und dauert lange an, oder sie tritt in Schüben immer wieder auf. In der medizinischen Fachsprache steht chronisch im Gegensatz zu akut (plötzlich auftretend, heftig verlaufend).

 

craniofazial
= den Gesichtsschädel betreffend. Zum Gesichtsschädel gehören z.B. der Unterkiefer und der Oberkiefer, die Jochbeine und das Nasenbein.

 

CT
Die Computertomografie (CT) ist eine spezielle Röntgen-Untersuchung, mit der sich einzelne Organe sehr gut bildlich darstellen lassen. Vor allem bei der Diagnostik von Tumoren sowie inneren Verletzungen ist die Computertomografie einer einfachen Röntgen-Untersuchung in der Regel überlegen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten.

 

Defibrillator
Der Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das bei lebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen oder bei einem Herzstillstand eingesetzt wird. Der Defibrillator erzeugt elektrische Impulse und reguliert bzw. aktiviert damit den Herzschlag. Die Defibrillation ist neben der Herz-Lungen-Wiederbelebung die wichtigste Maßnahme gegen den plötzlichen Herztod. Aus diesem Grund gibt es heutzutage in vielen öffentlichen Einrichtungen spezielle Defibrillatoren, die auch von Laien bedient werden können.

 

Dermatologie
Die Dermatologie ist eine medizinische Fachrichtung, die sich mit Entstehung, Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Haut und Schleimhäute sowie ihrer Anhangsgebilde (Haare, Nägel, Drüsen) beschäftigt. Dermatologen behandeln sowohl Erkrankungen wie Akne oder Neurodermitis als auch Hautkrebs. Zur Dermatologie gehört zudem die sog. Venerologie, die sich mit den sexuell übertragbaren Krankheiten befasst.



Dialyse

= Blutwäsche. Bei der Dialyse wird das Blut künstlich von schädlichen Stoffwechselprodukten und überflüssigem Wasser gereinigt. Eine Dialyse ist für Menschen mit stark eingeschränkter oder ausgefallener Nierenfunktion überlebenswichtig. Die häufigste Dialyse-Methode ist die Hämodialyse. Sie wird in der Regel in Kliniken oder speziellen Dialyse-Zentren durchgeführt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es aber auch möglich, eine Dialyse-Station zu Hause aufzubauen.

 

Drainage
Eine Drainage dient dazu, überschüssige Flüssigkeit (z.B. Wundsekret, Blut oder Eiter) aus dem Gewebe oder Körperhöhlen abzuleiten. Bei kleinern Verletzungen werden beispielsweise Mullstreifen in die Wunde gelegt, um Wundsekret bzw. Blut aufzufangen und ein starkes Nachbluten sowie eine Wundinfektion zu verhindern. Bei großen Operationen, z.B. im Bauchraum, legt der Chirurg Kunststoffschläuche in die Bauchhöhle, durch die das Wundsekret nach außen ablaufen kann.

 

Duplexsonografie
= Ultraschall-Untersuchung, bei der die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes
gemessen wird. Eine Duplexsonografie eignet sich insbesondere zur Feststellung von Gefäßverengungen (Stenosen) oder Veränderungen der Gefäßwände (Arteriosklerose).

 

Dysgnathie
Der Begriff Dysgnathie kennzeichnet eine Fehlstellung des Kiefers. Fehlstellungen des Oberkiefers bezeichnet man als „-gnathie"; Fehlstellungen des Unterkiefers als „-genie". Steht der Kiefer zu weit zurück, fügt man die Silbe „retro-" hinzu (Retrognathie bzw. Retrogenie). Steht der Kiefer zu weit vor, fügt man die Silbe „pro-" hinzu (Prognathie bzw. Progenie).

 

Echokardiografie
= Ultraschall-Untersuchung des Herzens. Die Echokardiografie gehört zu den wichtigsten Untersuchungen in der Kardiologie (Lehre von den Herzerkrankungen). Ärzte wenden die Echokardiografie in erster Linie dazu an, um Größe und Funktion des Herzens zu überprüfen. Mit bestimmten Techniken („Farb-Doppler") ist es zudem möglich, den Blutfluss im Inneren des Herzens darzustellen. Dadurch lassen sich Herzfehler feststellen sowie die Blutfluss- und Druckverhältnisse im Herzen beurteilen.

 

EEG
Die Elektroenzephalografie (EEG) ist ein Diagnoseverfahren, das die Hirnströme misst. Dazu werden außen auf dem Kopf des Untersuchten mehrere Elektroden aufgeklebt, die seine Hirnströme messen (ableiten) und auf einen Computer übertragen. Die Untersuchung ist schmerzlos und birgt keine Risiken. Ein EEG eignet sich insbesondere zur Diagnose von Epilepsien (Krampfanfällen) und Schlafstörungen. Es liefert aber auch bei anderen Erkrankungen wie Gehirntumoren oder Hirnentzündungen Hinweise.

 

EKG
Bei der Elektrokardiografie (EKG) werden die elektrischen Herzströme abgeleitet und in Form von Kurven aufgezeichnet (Elektrokardiogramm). Um die elektrischen Impulse des Herzens abzuleiten, werden dem Untersuchten kleine Metallplättchen (Elektroden) auf Arme, Beine und Brust geklebt. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur ein paar Minuten. Ein EKG ist vor allem beim Verdacht auf eine Herzerkrankung sinnvoll, z.B. zeigen die Angina Pectoris („Herzenge"), ein Herzinfarkt oder Herzentzündungen typische Veränderungen im EKG.

 

Embolie
Der Begriff Embolie bezeichnet den plötzlichen Verschluss eines Blutgefäßes durch Blutgerinnsel, die mit dem Blut weiter getragen wurden. Durch den Verschluss wird das nachfolgende Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Schmerzen, Taubheit oder Lähmungserscheinungen in der betroffenen Körperregion können die Folge sein. Die Embolie eines zuführenden Herz- oder Hirngefäßes kann im Extremfall einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall verursachen.

 

endokrine Orbitopathie
Die endokrine Orbitopathie ist eine entzündliche Erkrankung der Augenhöhlen und der Augenmuskeln. Dadurch treten die Augen verstärkt hervor. Die endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Abwehrsystem die Entzündung auslöst. Die Ursache der Erkrankung ist nicht vollständig geklärt. Die endokrine Orbitopathie tritt jedoch häufig im Rahmen einer Erkrankung der Schilddrüse, dem sog. Morbus Basedow, auf.

 

Endokrinologie
Der Begriff Endokrinologie kennzeichnet die Lehre von dem Aufbau und der Funktion hormonbildender Drüsen sowie das Wissen um die Wirkung und Regulation der Hormone.
Die Endokrinologie befasst sich u.a. mit Erkrankungen der Schilddrüse, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Störungen der Sexualhormone. Die Endokrinologie ist der Inneren Medizin zugeordnet.

 

Endoprothese
= künstlicher Ersatz von Körperteilen innerhalb des Organismus, der dauerhaft im Körper verbleibt. Eine typische Endoprothese ist das künstliche Hüft- oder Kniegelenk. Aber auch kleine Kunststoffröhrchen (Tubus oder Stent), die dazu dienen, in einem Gefäß oder Ausführgang eine Engstelle oder Undichtigkeit zu überbrücken, nennt man Endoprothese.

 

Endoskopie
Bei einer Endoskopie kann ein Arzt mithilfe eines kleinen Spiegelgeräts in Körperhöhlen wie Magen, Darm, Blase oder Lunge hineinsehen. Die Endoskopie wird sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt: Gewebsveränderungen, die der Mediziner bei der Endoskopie feststellt, lassen sich häufig im gleichen Eingriff behandeln.

 

Endosonografie
= Ultraschall-Untersuchung innerhalb des Körpers. Eine Endosonografie verläuft ähnlich wie eine Spiegelung (Endoskopie). Der Arzt führt dazu einen dünnen Schlauch in das zu untersuchende Organ ein (z.B. Magen). An der Spitze des Schlauchs befindet sich die Ultraschallsonde. Durch den direkten Kontakt mit dem zu untersuchenden Organ ist die Endosonografie sehr genau. Sie eignet sich z.B. zur Beurteilung von Tumoren im Magen-Darm-Trakt.

 

Ergotherapie
Die Ergotherapie ist ein Behandlungsverfahren, das darauf abzielt Menschen, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind, zur Selbstständigkeit zu verhelfen. Eine Ergotherapie eignet sich z.B. für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Menschen mit Behinderungen sowie nach einem Unfall oder Schlaganfall. Zur Ergotherapie gehört neben dem Training von alltäglichen Fertigkeiten auch die individuell Beratung des Patienten zu Möglichkeiten der häuslichen Versorgung oder der behindertengerechten Anpassung des Wohnraums.

 

Erysipel
= Wundrose. Ein Erysipel ist eine akute Entzündung der Haut, die meist durch spezielle Bakterien, sog. beta-hämolysierende Streptokokken A, ausgelöst wird. Die Bakterien dringen häufig durch kleine Hautverletzungen in den Körper ein und breiten sich dann über die Lymphgefäße aus. Ein typisches Symptom des Erysipels ist hohes Fieber. Außerdem ist der betroffene Hautabschnitt großflächig, mit flammenförmigen Ausläufern, gerötet und geschwollen.

 

Exposition
Der Begriff Exposition entspringt dem lateinischen Wort „expositio" und bedeutet „Aussetzung" oder „Darstellung". In der medizinischen Fachsprache kennzeichnet eine Exposition das „Ausgesetztsein" gegenüber Umwelteinflüssen wie Schadstoffen, Strahlen, Staub oder Lärm sowie Krankheitserregern. Das Wissen um die mögliche Exposition eines Patienten gegenüber schädlichen Stoffen oder Erregern kann dabei helfen, die Ursache einer Krankheit zu ermitteln.

 

extrapulmonal
Der Begriff extrapulmonal beschreibt die Lage eines Befunds (z.B. einer Entzündung) innerhalb des Brustkorbs und bedeutet „außerhalb der Lunge gelegen".

 

Extremitäten
= Gliedmaßen. In der medizinischen Fachsprache werden die Arme als obere Extremitäten und die Beine als untere Extremitäten bezeichnet.

 

Exzision
Unter Exzision versteht man das Herausschneiden von Gewebe ohne Rücksicht auf Organgrenzen. Ärzte nutzen eine Exzision beispielsweise, um Tumoren oder Geschwüre zu entfernen. Eine spezielle Form der Exzision ist die sog. Wundexzision. Sie dient dazu, abgestorbenes Gewebe zu entfernen. Diese chirurgische Wundauffrischung beugt der Gefahr einer Wundinfektion vor und erleichtert die Wundheilung.

 

Fallzahl
Der Begriff Fallzahl bezeichnet die Anzahl der in einem Krankenhaus behandelten Patienten (Fälle) innerhalb eines Berichtsjahrs. In die Berechnung fließen nur Patienten ein, die über Nacht im Krankenhaus geblieben sind. Patienten, die noch am gleichen Tag wieder entlassen oder in eine andere Klinik verlegt wurden, sowie Patienten, die am Aufnahmetag verstorben sind, bleiben bei der Berechnung der Fallzahl unberücksichtigt.

 

Fraktur
= Knochenbruch. Eine Fraktur entsteht in der Regel durch Gewalteinwirkung, z.B. einen Stoß oder Schlag auf den Knochen. Ist der Knochen durch eine Krankheit (z.B. Osteoporose) oder vorhergehende Verletzungen vorgeschädigt, kann er auch spontan brechen. Bei Verdacht auf eine Fraktur wird der Knochen geröntgt. Anschließend bringt der Arzt die Knochenteile wieder in die richtige Stellung zueinander (ggf. durch eine Operation) und stellt den Knochen ruhig, z.B. durch einen Gipsverband.

 

Gastroenterologie
Die Gastroenterologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit den Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und den angrenzenden Organen (Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse) befasst. Ein typisches diagnostisches Verfahren in einer gastroenterologischen Abteilung ist die Endoskopie, bei welcher der Arzt mit einem kleinen Spiegelgerät in Magen oder Darm hineinschaut.

 

Gastroskopie
= Magenspiegelung. Bei einer Gastroskopie schaut der Arzt mit einem speziellen flexiblen Endoskop (Gastroskop) in den Magen hinein. Der Arzt kann mit dem Endoskop eine Gewebeprobe entnehmen oder während der Gastroskopie kleinere Operationen durchführen. Die Gastroskopie kommt z.B. bei sich wiederholenden Oberbauchbeschwerden, bei Verdacht auf eine Magenschleimhaut-Entzündung oder bei Verdacht auf ein Magengeschwür zum Einsatz.

 

Genese
= Entstehung, Herkunft. Eine Krankheit unklarer Genese bedeutet demnach, dass die Ursache der Erkrankung nicht sicher nachweisbar ist. Genese als Wortteil (-genese) ist in der medizinischen Fachsprache weit verbreitet und bezeichnet sowohl die Entwicklung von Krankheiten (Pathogenese) als auch die Entstehung eines Lebewesen (Ontogenese) sowie verschiedene Entwicklungsstadien (z.B. Embryogenese).

 

Geriatrie
Die Geriatrie befasst sich mit den Krankheiten des alternden Menschen. Sie wird auch als Altersheilkunde oder Altersmedizin bezeichnet. Das Ärzte- und Pflegepersonal auf der geriatrischen Station der Klinik ist auf Erkrankungen und Probleme alter Menschen spezialisiert, sodass die Patienten dort eine optimale Behandlung und Betreuung erfahren.

 

Gynäkologie
= Frauenheilkunde. Gynäkologen sind auf die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane spezialisiert. Gleichzeitig beraten sie Frauen in Fragen zur Verhütung und zum Kinderwunsch und begleiten sie während Schwangerschaft und Geburt. Auch die vorgeburtliche Diagnose von Erbkrankheiten oder Fehlbildungen des Ungeborenen (Pränataldiagnostik) gehört in den Bereich der Gynäkologie.

 

Hämatologie
= Lehre von der Beschaffenheit und den krankhaften Veränderungen des Blutes, der Blutzellen und der Blutbildung. In dieses Teilgebiet der Inneren Medizin fallen Erkrankungen wie Blutarmut (Anämie), Blutgerinnungsstörungen und Blutkrebs (Leukämie). Der Hämatologe untersucht vor allem Blutproben. In speziellen Fällen ist auch eine Beurteilung des Knochenmarks notwendig, denn dort reifen Blutzellen heran. Störungen der Blutbildung lassen sich daher mithilfe einer Knochenmark-Punktion feststellen.

 

Hämatom
= Bluterguss. Ein Hämatom entsteht, wenn Blut aus einem Blutgefäß austritt. Dazu kann es z.B. nach einem Stoß, Schlag, Sturz oder nach einer Operation kommen. Kleine Blutergüsse können zwar, je nach Lokalisation, etwas schmerzhaft sein, sie sind aber harmlos und heilen meist von selbst innerhalb einiger Tage ab. Im Laufe der Heilung zeigen Hämatome verschiedene Farben, die durch den Abbau der Blutbestandteile zustande kommen - der „blaue Fleck" wird allmählich gelb-braun und verblasst schließlich.

 

Hämofiltration
Die Hämofiltration ist, ähnlich der Dialyse, ein maschinelles Verfahren zur Blutreinigung. Sie kann die Funktion der Niere, z.B. bei Nierenversagen, übernehmen. Auch Vergiftungen können mit diesem Verfahren behandelt werden. Ein Schlauchsystem leitet das Blut des Patienten in das Hämofiltrations-Gerät. Hier presst ein Druckgefälle Flüssigkeit aus dem Blut ab. Dabei verlassen auch Giftstoffe und Substanzen das Blut, die normalerweise die Niere aus dem Blut filtriert und mit dem Harn ausscheidet.

 

Herzkatheter
Eine Herzkatheter-Untersuchung dient der Diagnose von Erkrankungen des Herzens und der Herzkranzgefäße. Der Herzkatheter ist ein dünner Schlauch, der in eine Arterie oder Vene in der Leiste des Patienten eingeführt wird. Darüber lassen sich feine Instrumente bis zum Herzen vorschieben. Wird die rechte Herzkammer untersucht, spricht man von einem Rechtsherzkatheter; die Untersuchung der linken Herzkammer nennt man Linksherzkatheter. Über den Herzkatheter kann der Arzt ein Kontrastmittel einspritzen und so unter Röntgen-Durchleuchtung Gefäßverengungen sichtbar machen und ggf. sofort behandeln.

 

Herzschrittmacher
Ein Herzschrittmacher ist ein medizinisches Gerät, das den Herzmuskel mit regelmäßigen elektrischen Impulsen stimuliert. Jeder Impuls sorgt dafür, dass der Herzmuskel sich zusammenzieht. Das Herz schlägt somit in einem gleichmäßigen Rhythmus. Besonders Herzrhythmusstörungen, bei denen das Herz zu langsam schlägt (Bradykardie), machen den Einsatz eines Herzschrittmachers erforderlich. Ein Herzschrittmacher kann dauerhaft im Brustkorb eingepflanzt oder übergangsweise von außen angelegt werden.

 

Histologische Untersuchung
Als histologische Untersuchung bezeichnet man die Beurteilung von Zellen oder Gewebeproben unter dem Mikroskop. Häufig wird dazu das Probenmaterial speziell angefärbt, um einzelne Strukturen (z.B. der Zellkern oder bestimmte Eiweiße) besser darzustellen. Bei Krebserkrankungen ist die histologische Untersuchung notwendig, um die Diagnose zu sichern und die Bösartigkeit des Tumors einzustufen (sog. Grading). Auch zeigt die histologische Untersuchung, ob ein Tumor vollständig entfernt wurde.

 

Homöopathie
Die Homöopathie ist eine alternative Behandlungslehre nach dem sog. Ähnlichkeitsprinzip. Der Homöopath setzt zur Behandlung einer Krankheit Wirkstoffe ein, die in hoher Dosis bei Gesunden ähnliche Symptome wie die Erkrankung selbst hervorrufen. Bei der Herstellung der homöopathischen Präparate werden die Substanzen u.a. durch Verschütteln mit Wasser so stark verdünnt, dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Das Verdünnen soll die therapeutische Wirksamkeit erhöhen (sog. Potenzierung).

 

Hospiz
Ein Hospiz ist eine Einrichtung zur Pflege und Betreuung von Patienten, die an einer fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankung (z.B. Krebs) leiden und sich nicht mehr selbst oder mithilfe von Angehörigen versorgen können. Der Aufenthalt in einem Hospiz ermöglicht den Sterbenden, ihren letzten Lebensabschnitt mit möglichst hoher Lebensqualität zu verbringen. Sterbebegleitung und eine optimale Behandlung von Krankheitssymptomen, insbesondere von Schmerzen, spielen dabei eine wichtige Rolle.

 

Hyposensibilisierung
Die Hyposensibilisierung ist ein Verfahren zur Behandlung von Allergien. Das Immunsystem von Allergikern zeigt nach dem Kontakt mit bestimmten Stoffen, den sog. Allergenen (z.B. Pollen), eine unangemessen heftige Reaktion. Die Hyposensibilisierung mindert diese Überempfindlichkeit, indem der Patient das Allergen z.B. als Injektion oder als Tablette erhält. Die Behandlung erstreckt sich meist über einen längeren Zeitraum und beginnt mit geringer Dosierung, die der Arzt allmählich steigert.

 

Hypospadie
= untere Harnröhrenspalte. Bei dieser angeborenen Fehlbildung mündet die Harnröhre bei männlichen Säuglingen nicht an der Eichelspitze, sondern schon z.B. im Bereich des Penis oder Hodensacks und bildet eine nach unten offene Rinne. Beim weiblichen Geschlecht bezeichnet die Hypospadie das Fehlen der Harnröhre; die Blase entleert sich bei betroffenen Mädchen dann in die Scheide. Eine Hypospadie wird operativ behandelt. Der Chirurg formt dabei eine normal verlaufende Harnröhre.



IGeL

= Individuelle Gesundheitsleistungen. Zu den Individuellen Gesundheitsleistungen gehören medizinische Untersuchungen oder Behandlungen, die nicht Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind. Nimmt ein Patient IGeL in Anspruch, so trägt er die Kosten für die entsprechende medizinische Leistung selbst. Typische IGeL sind reisemedizinische Beratungen und Impfungen, ästhetische Operationen wie die Fettabsaugung sowie einige alternative Heilverfahren.

 

Ileokoloskopie
= Spiegelung des gesamten Dickdarms (Kolon) und des letzten Abschnitts des Dünndarms (Ileum). Der untersuchende Arzt führt in den After des Patienten einen Schlauch (Endoskop) ein und schiebt ihn langsam weiter vor. An der Schlauchspitze befindet sich eine Kamera, sodass der Arzt auf einem Bildschirm die Darmschleimhaut beurteilen kann. Mittels Ileokoloskopie lassen sich Blutungen, Entzündungen und Tumoren erkennen. Außerdem kann der Arzt Proben entnehmen und ggf. kleinere Eingriffe vornehmen.

 

Implantologie
Die Implantologie umfasst medizinische Eingriffe, bei denen nicht lebendes Material (z.B. Metall oder Kunststoff) in den menschlichen Körper „eingepflanzt" (= implantiert) wird. Die Implantate ersetzen z.B. geschädigte Gelenke und stellen so eine schmerzfreie Beweglichkeit wieder her. Auch der Ersatz einer getrübten Augenlinse (Grauer Star) durch eine Kunststofflinse fällt in den Bereich der Implantologie.



Innere Medizin

Die Innere Medizin umfasst die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Krankheiten der inneren Organe, z.B. Lungen, Magen und Darm, Herzen, Nieren, Blut und Blutgefäßen. Auch Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten fallen in dieses Gebiet. Der Facharzt-Titel für Innere Medizin lautet Internist. Die Innere Medizin lässt sich in verschiedene Spezialgebiete einteilen: Erkrankungen des Herzens fallen z.B. in den Bereich der Kardiologie.

 

Insomnie
= Schlaflosigkeit. Von Insomnie betroffene Patienten leiden über längere Zeit an Schlafstörungen wie Einschlaf- oder Durchschlafstörungen oder finden nicht genug Schlaf, weil sie morgens zu früh erwachen. Der daraus folgende Schlafmangel beeinträchtigt das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Seelische Belastungen und unterschiedliche Erkrankungen können eine Insomnie hervorrufen.

 

Intensivmedizin
Die Intensivmedizin widmet sich der Diagnostik und Therapie von lebensbedrohlichen Situationen und Erkrankungen. In einem Krankenhaus erfolgt dies auf der Intensivstation (ITS), die über aufwändige technische Geräte sowie speziell ausgebildete Fachärzte und Pflegekräfte verfügt. Neben Patienten mit schweren Krankheiten, zum Beispiel einem Herzinfarkt, ist eine intensivmedizinische Überwachung auch nach größeren Operationen sinnvoll. Hier werden die Vitalfunktionen des Patienten, also die lebenswichtigen Körperfunktionen Bewusstsein, Atmung und Kreislauf, engmaschig kontrolliert.

Internist
Ein Internist ist ein Facharzt für Innere Medizin. Um diesen Titel tragen zu dürfen, muss er nach erfolgreicher Beendigung seines Medizinstudiums eine mehrjährige Facharztausbildung absolvieren. Der Internist befasst sich in der Klinik und Praxis mit der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen der inneren Organe, z.B. Lungen, Magen und Darm, Herzen, Nieren, Blut und Blutgefäßen.

 

Intraarterielle Radiotherapie (SIRT)
Die intraarterielle Radiotherapie wird auch als Selektive Interne Radio-Therapie (SIRT) bezeichnet. Diese Methode bietet eine Möglichkeit, Leberkrebs-Tumoren zu behandeln, die sich nicht operativ entfernen lassen. Dabei spritzt der Arzt radioaktive Partikel in die Lebergefäße, die den Krebstumor versorgen. Die Partikel setzen sich hier fest und geben ihre Strahlung direkt am Tumor ab. Das Krebsgewebe geht daran zugrunde. Gesundes Gewebe wird aber geschont, da die Strahlen nicht weit vordringen.

 

intramedullär
= innerhalb des Rücken- oder Knochenmarks; Medulla ist das lateinische Wort für Mark. Zwei unterschiedliche Gewebe im menschlichen Körper bezeichnen Mediziner mit diesem Ausdruck: das Rückenmark und das Knochenmark. Sind z.B. Verletzungen oder Tumoren direkt innerhalb des Rücken- oder Knochenmarks gelegen, spricht man in beiden Fällen von intramedullären Tumoren oder Verletzungen.

 

intramuskulär (i.m.)
= innerhalb des Muskels; in einen Muskel hinein. Bei einer intramuskulären Injektion (Abk. i.m.) spritzt der Arzt einen Wirkstoff (z.B. Impfserum) nicht in die Vene (intravenös, i.v.) oder in das Fettgewebe unter der Haut (subkutan, s.c.), sondern direkt in einen Muskel. Von dort aus verteilt sich der Wirkstoff dann nach und nach im Körper. Geeignete Körperstellen für intramuskuläre Injektionen sind z.B. der große Gesäßmuskel oder die Oberarm-Muskulatur.

 

intravenös (i.v.)
= innerhalb der Vene; in eine Vene hinein. Bei einer intravenösen Injektion (Abk. i.v.) spritzt der Arzt einen Wirkstoff direkt in eine Vene. Der Wirkstoff verteilt sich dann über den Blutkreislauf sehr schnell im Körper. Benötigt ein Patient dauerhaft Flüssigkeit oder bestimmte Medikamente über die Vene (z.B. Antibiotika), legt der Arzt einen feinen Schlauch in eine Vene ein. Über diesen Zugang erhält der Patient dann die benötigten Wirkstoffe als sog. Infusion („der Patient hängt am Tropf").

 

invasiv
Invasive Methoden bezeichnen Vorgehensweisen, bei denen der Arzt mit medizinischen Instrumenten in den Körper des Patienten eindringt, um die Diagnose und Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen zu ermöglichen. Dabei nimmt z.B. bei Operationen durch den Hautschnitt auch gesundes Gewebe Schaden.

 

Kardiologe
Ein Kardiologe ist ein Spezialist auf einem Teilgebiet der Inneren Medizin, der Kardiologie. Die Kardiologie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen des Herzens (griech. cardia). Kardiologen sind sowohl als Klinikärzte als auch als niedergelassene Praxisärzte tätig.

 

Karzinom
= bösartiger Tumor, der aus entarteten Zellen des sog. Epithelgewebes entsteht. Zu den Epithelgeweben gehören z.B. die Haut und die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts. Darüber hinaus enthalten auch andere innere Organe wie Lunge, Leber, Brustdrüse oder Hoden Epithelschichten. Entsprechend handelt es sich bei bösartigen Tumoren dieser Organe oft um Karzinome (z.B. Lungenkarzinom). Bösartige Tumoren, die aus Zellen des Bindegewebes (z.B. Knorpel oder Knochen) entstehen, heißen dagegen Sarkome.

 

Kinästhetik
Der Begriff Kinästhetik leitet sich vom Fachbegriff für den Bewegungssinn (Kinästhesie) ab. Der Bewegungssinn ermöglicht, dass der Mensch die Bewegung seiner Gliedmaßen bzw. seines gesamten Körpers als solche auch wahrnehmen kann. Unter Kinästhetik versteht man im Speziellen ein Konzept, das menschliche Bewegung z.B. mit Kommunikations- oder Lernmechanismen in Beziehung setzt.

 

klinische Studien
Klinische Studien folgen einem festgelegten Schema und dienen der Bewertung von Arzneimitteln oder speziellen Therapieverfahren (z.B. Operationstechniken). Hat sich z.B. ein neu entwickeltes Medikament in Vor-Tests als wirksam und gut verträglich erwiesen, prüft man in klinischen Studien die Substanz auch an einer größeren Gruppe erkrankter Personen. Um das Medikament gut beurteilen zu können, erhält oft ein Teil der Studienteilnehmer (Kontrollgruppe) nicht den Wirkstoff, sondern z.B. Placebo.

 

Koloproktologie
Die Koloproktologie beschäftigt sich mit der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Krankheiten des gesamten Dickdarms (griech. Kolon) einschließlich des Mastdarms und des Afters (griech. Proktos). Typische Erkrankungen, die in das Gebiet der Koloproktologie fallen, sind daher z.B. Dickdarm-Tumoren, Hämorrhoiden oder Entzündungen im Analbereich.

 

Koloskopie
= Spiegelung des gesamten Dickdarms (Kolon). Der untersuchende Arzt führt in den After des Patienten einen Schlauch (Endoskop) ein und schiebt ihn langsam weiter vor. Erreicht das Endoskop dabei den letzten Abschnitt des Dünndarms (Ileum), wird die Untersuchung Ileokoloskopie genannt. An der Schlauchspitze befindet sich eine Kamera, sodass der Arzt auf einem Bildschirm die Darmschleimhaut sehen und Blutungen, Entzündungen und Tumoren erkennen kann. Außerdem können im Rahmen der Koloskopie Proben entnommen und ggf. kleinere Eingriffe vorgenommen werden.

 

Komplementärmedizin
Die Komplementärmedizin umfasst Untersuchungstechniken und Behandlungsansätze, die streng genommen nicht Bestandteil der klassischen Schulmedizin sind. Die Methoden der Komplementärmedizin werden daher auch als „Alternative Heilverfahren" bezeichnet. Typische Beispiele für Komplementärmedizin sind die Homöopathie, die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder Naturheilverfahren.

 

konservative Behandlung
Der Begriff „konservative Behandlung" bezeichnet im medizinischen Sprachgebrauch die Therapie einer Erkrankung ohne einen chirurgischen Eingriff. Ein typisches Beispiel ist der Bruch des Schlüsselbeins, der häufig ausheilt, ohne dass eine Operation notwendig ist. Der Patient erhält dann z.B. Schmerzmittel und einen speziellen Verband (sog. Rucksack-Verband), der dafür sorgt, dass die Knochenenden wieder zusammenwachsen.

 

Konsiliartätigkeit
Unter Konsiliartätigkeit versteht man eine beratende (lat. consiliarius = Ratgeber) Unterstützung von Ärzten untereinander: In manchen Fällen ist es sinnvoll, dass ein Arzt einen Spezialisten zu Rate zieht, damit dieser ihn unterstützt, die richtige Diagnose zu stellen und die geeignete Therapie einzuleiten. Der Arzt bittet dann einen entsprechend geeigneten Facharzt um ein sog. „Konsil" - z.B. ein internistisches Konsil durch einen Facharzt für Innere Medizin bei einem Patienten auf der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses. Der Spezialist untersucht den Patienten und fasst den Befund und seine Empfehlung in einem Bericht zusammen.

 

Kontrastmittel
Kontrastmittel sind ein wichtiger Bestandteil der sog. bildgebenden Verfahren wie der Röntgen-Untersuchung oder der Computertomografie. Verabreicht der Arzt vor diesen Untersuchungen Kontrastmittel, kann er bestimmte Strukturen wie den Magen-Darm-Trakt oder Blutgefäße im Körper des untersuchten Patienten besser beurteilen: Befindet sich während einer Röntgen-Aufnahme z.B. Kontrastmittel in einem Blutgefäß, so zeichnet sich das Gefäß auf dem Röntgenbild sehr gut erkennbar ab.

 

Koronarangiografie
Bei der Koronarangiografie untersucht der Arzt die Herzkranzgefäße (Koronararterien), die den Herzmuskel mit Blut und somit auch mit Sauerstoff versorgen. Bei der Untersuchung nutzt der Arzt einen sog. Herzkatheter, der es ihm ermöglicht, direkt am Herzen Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße einzuspritzen. Im gleichzeitig aufgenommenen Röntgenbild sind die Herzkranzgefäße dann deutlich sichtbar und der Arzt erkennt z.B. Verengungen oder komplette Verschlüsse dieser Gefäße.

 

Kyphoplastie
Die Kyphoplastie ist ein Behandlungsverfahren bei Wirbelbrüchen. Gebrochene Wirbel sind häufig in sich zusammengestaucht. Bei der Kyphoplastie richtet der Arzt den Wirbel wieder auf, indem er über eine Kanüle einen Ballon direkt ins Wirbelinnere einbringt und dann mit Zement befüllt. Der Zement härtet aus und stabilisiert den Wirbel. Da für die Kyphoplastie keine große Operation nötig ist, zählt sie zu den sog. minimal-invasiven Verfahren.

 

Laparoskopie
= Bauchspiegelung. Die Laparoskopie ermöglicht dem Arzt, sich die Bauchhöhle des Patienten genau anzuschauen und ggf. Erkrankungen sofort zu behandeln. Ein typischer laparoskopischer Eingriff ist z.B. die Entfernung der Gallenblase. Für eine Laparoskopie sind nur kleine Schnitte notwendig, über die der Chirurg eine Kamera (Endoskop) und Operationsinstrumente in die Bauchhöhle einführt. Da ein großer Bauchschnitt vermieden wird, bezeichnet man solche Eingriffe auch als „minimal-invasiv".

 

Lappenplastik
Die Lappenplastik ist ein Verfahren aus der plastischen Chirurgie, bei dem der Operateur z.B. eine größere Wunde abdeckt oder abgestorbenes bzw. entferntes Muskelgewebe ersetzt. Dafür löst er an einer gesunden, oft benachbarten, Körperstelle des Patienten einen Haut- und Gewebelappen ab und verschiebt ihn in den geschädigten Bereich.

 

Lichttherapie
Die Lichttherapie (Phototherapie) ist ein Behandlungsverfahren in der Hautheilkunde (Dermatologie). Bestimmte Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis lassen sich durch Bestrahlung mit UV-Licht mildern. Bei der Photo-Chemotherapie (PUVA) erhalten die Patienten vor der Behandlung ein Medikament, das die Haut lichtempfindlich macht, um die Wirkung der Therapie zu erhöhen. Die Lichttherapie kommt auch in der Psychiatrie zum Einsatz, z.B. als zusätzliche Behandlung depressiver Verstimmungen.

 

Liquorpunktion
= Hirnwasser-Untersuchung. Bei der Liquorpunktion entnimmt der Arzt Nervenwasser (lat. Liquor cerebrospinalis; auch Hirnwasser, Hirnflüssigkeit), um Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS, = Gehirn und Rückenmark) festzustellen. In der Regel sticht der Untersucher dazu mit einer Nadel zwischen zwei Lendenwirbeln in den Wirbelkanal des Patienten (Lumbalpunktion). Die Labor-Untersuchung des Nervenwassers kann z.B. Blutungen, Entzündungen durch Viren oder Bakterien oder chronische neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose nachweisen.

 

Logopädie
= Stimmheilkunde. Viele unterschiedliche Erkrankungen können das Sprachvermögen, die Sprechmuskulatur und die Stimmbildung beeinträchtigen: Angeborene Fehlbildungen im Mund- oder Nasen-Rachen-Raum, Verletzungen oder Tumoren im Kehlkopfbereich sowie neurologische Erkrankungen können Sprachstörungen zur Folge haben. Ein Logopäde kann diese Störungen genau feststellen und durch gezieltes Training mit dem Betroffenen behandeln. Auch Hör- oder Schluckstörungen fallen z.T. in den Bereich der Logopädie.

 

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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