Behandlung: Wie kann ein Aneurysma behandelt werden?
Kleine Aneurysmen, die sich nicht vergrößern und keine Beschwerden bereiten, erfordern keine Behandlung. Sie sollten aber regelmäßig ärztlich untersucht werden, ob sie nicht wachsen und damit Gefahr laufen, zu reißen. Vor allem bei sehr alten und geschwächten Menschen zieht man dieses konservative Vorgehen einer Operation vor.
Wer unter einem kleineren Aneurysma und Bluthochdruck (Hypertonie) leidet, sollte versuchen, den Blutdruck dauerhaft zu senken. Ist dies mit allgemeinen Maßnahmen (wie Ernährung, Bewegung etc.) nicht möglich, sind blutdrucksenkende Medikamente nötig. Durch diese Maßnahme vermindert sich der Druck innerhalb der Gefäße und die Gefahr eines Gefäßrisses (Ruptur) sinkt. Ebenso empfiehlt es sich, starke körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
Beträgt der Durchmesser eines Aneurysmas bei Frauen mehr als 4,5 Zentimeter und bei Männern mehr als 5,5 Zentimeter, besteht eine Vergrößerungstendenz oder verursacht das Aneurysma Beschwerden, ist ein operativer Eingriff ratsam. Ab welcher Größe und mit welcher Vorgehensweise ein Aneurysma operiert wird, ist auch von seiner Lage im Körper abhängig. Während der Operation wird der erweiterte Gefäßabschnitt durch den Einsatz eines Metallgitters (Stent) versorgt oder durch eine Kunststoffprothese ersetzt. In manchen Fällen sind zur Behandlung eines Aneurysmas minimalinvasive Eingriffe (endovaskuläre Aneurysmenreparatur, EVAR) möglich. Zusätzlich muss auch hier langfristig Bluthochdruck vermieden werden, um Komplikationen und weiteren Aneurysmen vorzubeugen.
Prognose: Wie ist die Prognose eines Aneurysmas?
Die Prognose hängt vom Typ des Aneurysmas, seiner Lokalisation im Körper und seiner Größe und Wachstumstendenz ab. In den meisten Fällen bleibt ein Aneurysma völlig unauffällig. Ab einem Durchmesser von über fünf Zentimetern nimmt das Risiko zu, dass das Aneurysma reißt. Grund dafür ist, dass die Gefäßwand mit zunehmendem Durchmesser des Gefäßes immer gedehnter und dünner wird und damit anfälliger, einzureißen. Bei sehr großen Aneurysmen raten die Ärzte daher vorbeugend oft zur Operation. Bei diesen geplanten Eingriffen sind die OP-Risiken wesentlich geringer als bei der Not-Operation eines gerissenen Aneurysmas. Auch die Prognose ist nach der Aneurysma-Operation gut.
Wenn ein Aneurysma bereits gerissen ist, entsteht eine innere Blutung, die eine sofortige Not-Operation erfordert. Vor allem im Bereich des Gehirns sowie bei Aortenaneurysmen sind diese Blutungen innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich und enden in vielen Fällen tödlich.
Vorbeugung: Wie kann man einem Aneurysma vorbeugen?
Da Aneurysmen häufig durch eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verursacht werden, empfiehlt es sich, die Risikofaktoren für diese Erkrankung zu reduzieren. So ist es beispielsweise ratsam, regelmäßig den Blutdruck überprüfen und Bluthochdruck (Hypertonie) behandeln zu lassen. Zudem ist es sinnvoll, auf das Rauchen zu verzichten, da dies die Blutgefäße schädigt. Anderen Ursachen von Aneurysmen (wie Gefäßverletzungen, Infektionen und genetische Faktoren) lässt sich nur bedingt vorbeugen. Wer unter einem Aneurysma leidet, sollte sich regelmäßig ärztlich untersuchen und frühzeitig behandeln lassen.
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Weitere Informationen zum Aneurysma
Autor: Dipl.-Sportwiss. Torben Riener, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: November 2008
Letzte Aktualisierung: Mai 2013
Aktualisiert durch: Christina Trappe, B.A.
Quellen:
Baenkler, H.W.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Aneurysmale Subarachnoidalblutung. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/073 (Stand: 10/2008)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN): Unruptierte intrakranielle Aneurysmen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/030 (Stand: 09/2012)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie) (DGG): Leitlinien zum Bauchaortenaneurysma und Beckenarterienaneurysma. www.gefaesschirurgie.de (Stand: 08/2008)
Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Heidelberg 2007
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2013
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