Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Definition: Was ist eine Bauchspiegelung?

Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist ein Verfahren, mit dem die Baucheingeweide betrachtet und kleine operative Eingriffe vorgenommen werden. Im Gegensatz zu einer offenen Bauchoperation (Laparotomie) sind bei der Bauchspiegelung nur zwei bis drei, ca. einen bis zwei Zentimeter kleine Schnitte notwendig. Hierüber werden das Laparoskop und weitere Instrumente in die Bauchhöhle eingeführt (Schlüsselloch-Chirurgie). Der Hauptvorteil dieses sogenannten minimal-invasiven Verfahrens ist die geringere Belastung für den Patienten. Die erste Laparoskopie an einem Menschen fand bereits im Jahr 1910 statt.


Durchführung: Wie wird eine Bauchspiegelung durchgeführt?

Die Bauchspiegelung findet in der Regel in einer Klinik unter Vollnarkose statt. Die Vorbereitung verläuft unterschiedlich: Etwa sechs bis acht Stunden vor dem Eingriff darf nichts mehr gegessen und getrunken werden. In manchen Kliniken erhält der Untersuchte zusätzlich abführende Mittel. Bei der Laparoskopie wird über einen kleinen Hautschnitt am Nabel das Laparoskop – ein starres Rohr, an dessen Ende eine Kamera und eine Lichtquelle angebracht sind – eingeführt. Über ein bis zwei andere kleine Schnitte lassen sich bei Bedarf weitere Instrumente einbringen. Mit einer Kanüle wird der Bauchraum mit einem Gas gefüllt, um eine bessere Sicht zu gewährleisten und Verletzungen zu vermeiden.

Der Operateur kann bei der Bauchspiegelung auf einem Monitor die Bauchorgane wie Leber, Dünn- und Dickdarm oder die inneren Geschlechtsorgane betrachten. Beim Verdacht auf krankhafte Veränderungen (zum Beispiel Entzündung, Krebs) ist es möglich, Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen und anschließend unter dem Mikroskop zu untersuchen. Außerdem lassen sich kleine operative Eingriffe an den Organen durchführen. Nach der Laparoskopie werden die Hautschnitte vernäht und das Gas wieder abgelassen. Je nach Eingriff ist eine Entlassung noch am selben oder wenige Tage nach der Bauchspiegelung möglich.


Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete einer Bauchspiegelung?

Eine Bauchspiegelung kann aus diagnostischen Gründen, zum Beispiel zur Abklärung unklarer Bauchbeschwerden, durchgeführt werden, wenn andere Untersuchungen (wie Ultraschall-Untersuchung (Sonografie), Röntgen-Untersuchung) keinen eindeutigen Befund liefern. Außerdem stellt die Laparoskopie heutzutage in vielen Fällen eine weniger invasive (in den Körper eingreifende) Alternative zu offenen Bauchoperationen (Laparotomie) dar.

Häufige Anwendungsgebiete der Bauchspiegelung sind:



Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt eine Bauchspiegelung?

Bauchspiegelungen sind durch die kleineren Wunden im Allgemeinen weniger belastend für den Körper als große, offene Operationen. Dennoch sind, wie bei jedem Eingriff, Komplikationen möglich. Hierzu zählen unter anderem Verletzungen von Nerven, Gefäßen und Organen, die zu Blutungen, Entzündungen und späteren Verwachsungen im Bauchraum führen können. Außerdem ist es möglich, dass Wundinfektionen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Unverträglichkeiten des Narkosemittels oder eine Thrombose (Blutgerinnsel) auftreten. Nach der Laparoskopie kann der Bauch noch ein paar Tage durch das eingeführte Gas gebläht sein.

Bei bestimmten Erkrankungen, wie Gerinnungsstörungen, Darmverschluss, Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist es nicht ratsam, eine Bauchspiegelung durchzuführen. Während der Laparoskopie kann der Operateur feststellen, dass eine offene Operation notwendig ist. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Befund größer ist als zunächst angenommen und sich mittels Schlüsselloch-Chirurgie nicht behandeln lässt. Auch Komplikationen (wie größere Blutungen) können einen Bauchschnitt erforderlich machen.


 

 

Weitere Informationen

 

Weitere Informationen zur Bauchspiegelung


Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de  
Datum: Juli 2008
Letzte Aktualisierung: Januar 2011
Durch: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Quellen:
Carus, T.: Atlas der laparoskopischen Chirurgie. Springer, Heidelberg 2009
Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2006
Schumpelick, V.: Operationsatlas Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2006

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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