Bluthochdruck (Hypertonie)

Ursachen: Was sind die Ursachen von Bluthochdruck?

Bluthochdruck (Hypertonie) bezeichnet einen dauerhaft erhöhten Blutdruckwert von mindestens 140/90 mmHg. Nach Vorgaben der Deutschen Hochdruckliga liegen die Normalwerte des Blutdrucks zwischen 120/80 und 139/85 mmHg. Meistens hat Bluthochdruck keine erkennbare Ursache (primäre Hypertonie); nur etwa zehn Prozent lassen sich durch organische Ursachen oder durch Medikamenteneinnahme erklären (sekundäre Hypertonie).

Vor allem Störungen der Niere oder Nebenniere, Stoffwechselstörungen wie eine Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose) und eine Nebenschilddrüsen-Überfunktion, sowie die Arteriosklerose (Arterienverkalkung), kommen als Ursachen von Bluthochdruck infrage. Zahlreiche Medikamente (wie die Anti-Baby-Pille, Appetitzügler, Antirheumatika und Kortison) können außerdem einen zu hohen Blutdruck auslösen.

Grundsätzlich haben einige Menschen ein erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Dazu gehören Menschen mit Übergewicht (Adipositas), ältere Menschen und solche, die unter chronischem Stress leiden. Auch ein vermehrtes Aufkommen von Bluthochdruck in der Familie erhöht diese Wahrscheinlichkeit. Eine fett- und salzreiche Ernährung sowie übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum wirken sich ebenfalls negativ auf den Blutdruck aus.


Beschwerden: Wie äußert sich Bluthochdruck?

Es gibt nicht „die“ typischen Beschwerden bei Bluthochdruck, deshalb kommt es häufig vor, dass die Erkrankung jahrelang unentdeckt bleibt. Da Bluthochdruck die Organe schädigt, sind es auch oft erst die Symptome der Organschädigungen, durch die der Verdacht auf Bluthochdruck aufkommt. Da sich Bluthochdruck vor allem auf Gehirn, Augen, Nieren, Herz und Gefäße auswirkt, sind mögliche Folgeerscheinungen häufig mit Störungen dieser Organe verbunden.

Schlaganfall (Apoplex)
und Herzinfarkt zählen zu den häufigsten Spätfolgen von Bluthochdruck. Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Nasenbluten, Brustschmerzen und Atemnot können auf Bluthochdruck, beziehungsweise auf Erkrankungen infolge der Organschädigungen, hinweisen.


Diagnose: Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?

Zunächst gibt ein Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) Aufschluss über mögliche Auslöser von Bluthochdruck. Erkrankungen, die Bluthochdruck auslösen oder dadurch ausgelöst werden können, sind besonders wichtig zu erwähnen. Auch die Einnahme von Medikamenten sowie die körperliche Konstitution und die Lebensweise lassen sich bei der Anamnese abklären.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Blutdruckmessung. Neben der Blutdruck-Selbstmessung und der Blutdruckmessung beim Arzt (Gelegenheitsmessung) liefert die Langzeit-Blutdruckmessung wichtige Ergebnisse für die Diagnose einer Hypertonie. Die Langzeit-Blutdruckmessung findet über 24 Stunden etwa alle 15 Minuten tagsüber und etwa alle 30 Minuten nachts statt. Dabei bleibt die Messmanschette ständig am Arm. Auch die Blutdruckmessung unter ergometrischer Belastung gehört zur Diagnose eines Bluthochdrucks.

Eine Vielzahl von Organschädigungen sowie Hormonstörungen lassen sich über die Blutwerte im Rahmen einer Blut-Untersuchung nachweisen. Auch die Urin-Untersuchung gibt Aufschluss über mögliche veränderte Werte, die beispielsweise durch eine Bluthochdruck-bedingte Nierenschädigung ausgelöst werden. Eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiografie) und eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) des Bauchraums können eventuelle Organveränderungen sichtbar machen. Ob die Aktivitäten des Herzens im normalen Bereich liegen oder ob es hier bereits zu Störungen gekommen ist, erkennt der Arzt im Elektrokardiogramm (EKG). Bluthochdruck schädigt die Gefäße – besonders die Augen werden dabei in Mitleidenschaft gezogen. Die Untersuchung des Augenhintergrunds mittels Augenspiegel gehört deshalb ebenfalls zur Diagnostik.


Behandlung: Wie kann Bluthochdruck behandelt werden?

Die Therapie von Bluthochdruck besteht aus nichtmedikamentöser und medikamentöser Therapie. Zunächst ist es ratsam, Lebensumstände, die sich ungünstig auf den Blutdruck auswirken, zu verändern. Hierzu gehören in erster Linie Gewichtsnormalisierung, der weitgehende Verzicht auf tierische Fette, Alkohol, Nikotin und Kochsalz sowie die Aufnahme körperlicher Aktivität. Stress kann Bluthochdruck auslösen, deshalb kann das Erlernen von Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga sinnvoll sein. Ist der Bluthochdruck medikamentös bedingt, empfiehlt sich in Rücksprache mit dem Arzt der Umstieg auf andere beziehungsweise das Weglassen dieser Medikamente.

Reichen die nichtmedikamentösen Maßnahmen zur Blutdrucksenkung allein nicht aus, ist die Gabe von blutdrucksenkenden Medikamenten sinnvoll. Hierzu gehören Diuretika, die die Ausscheidung von Wasser aus dem Körper fördern. Mit dem Wasser werden auch Salze ausgeschwemmt. Betablocker verlangsamen die Herzfrequenz und mindern so den Sauerstoffbedarf des Herzens. Da nun weniger Blut durch die Arterien transportiert wird, senkt sich auch der Blutdruck. ACE-Hemmer verringern den Widerstand in Arterien und Venen und blockieren die Salz- und Wasserspeicherung.

Die Wirkung von Angiotensin-II-Antagonisten ähnelt der von ACE-Hemmern, außerdem können bei beiden Medikamenten Nebenwirkungen wie trockener Husten und eine zu starke Herabsetzung des Blutdrucks auftreten, die sich durch Schwindel und Schwächegefühl äußert. Kalziumantagonisten erweitern die Blutgefäße und senken die Aktivität des Herzmuskels. Auch hier können Nebenwirkungen wie niedriger Blutdruck (Hypotonie), aber auch Herzrhythmusstörungen auftreten. In der Regel empfiehlt sich bei der Behandlung von Bluthochdruck die Kombination mehrerer Medikamente.


Prognose: Wie ist die Prognose von Bluthochdruck?

Wird Bluthochdruck frühzeitig entdeckt und behandelt, bestehen gute Heilungschancen. Je länger die Erkrankung unentdeckt bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von Folge- und Begleitkrankheiten wie der Koronaren Herzkrankheit (KHK), Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt, Schlaganfall (Apoplex) und Nierenschwäche (Niereninsuffizienz). Deshalb bedarf Bluthochdruck in jedem Fall einer Therapie.


Vorbeugung: Wie kann man Bluthochdruck vorbeugen?

Bluthochdruck ist eine sehr weit verbreitete Erkrankung. Da sie ohne direkte Symptome fortschreitet und erst die Folgeschäden Anzeichen auf die ursächliche Krankheit liefern, bleibt sie häufig sehr lange unentdeckt. Deshalb ist es wichtig, bereits die ersten Anzeichen zu deuten und regelmäßig eine Blutdruck-Selbstmessung durchzuführen.

Vor allem, wenn in der Familie bereits Fälle von Bluthochdruck aufgetaucht sind, empfiehlt sich die Selbstmessung. Insbesondere eine gesunde, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Kochsalz wirken sich positiv auf den Blutdruck aus. Da auch übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss den Blutdruck erhöhen können, ist es ratsam, den Konsum einzuschränken.



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Weitere Informationen zu Bluthochdruck


Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Juni 2008
Letzte Aktualisierung: März 2011
Aktualisiert durch: Dipl.-Biol. Ulrike Ibold
Quellen:
Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie. Springer Medizin, Heidelberg 2008
Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga et al.: Leitlinien zur Behandlung der arteriellen Hypertonie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 046/001 (Stand: 06/2008)
Patientenleitlinie der Universität Witten/Herdecke: Bluthochdruck (www.patientenleitlinien.de; Stand: 03/2009)

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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