Grippe (Influenza)

Ursachen: Was sind die Ursachen von Grippe?

Die Grippe (Influenza) ist eine Infektion der Atemwege mit Influenza-Viren. In Deutschland kommt sie häufig saisonal im Winter vor (die sogenannten „Grippewellen“). Eine Grippe verläuft sehr unterschiedlich, vor allem im Schweregrad. Die Influenza-Viren werden durch Tröpfchen-Infektion beim Sprechen oder Niesen übertragen. Insgesamt gibt es drei Grippetypen: Influenza A, Influenza B und Influenza C. Jeder Grippetyp hat wiederum zahlreiche Subtypen. Am häufigsten treten beim Menschen die Influenza-Typen A und B auf.                                   

Beschwerden: Wie äußert sich Grippe?

Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Tagen treten die ersten Beschwerden auf. Typische Grippe-Symptome sind plötzlich eintretendes Fieber, Frösteln, trockener Reizhusten sowie Muskel- und Kopfschmerzen. Halsschmerzen, allgemeine Abgeschlagenheit und Schweißausbrüche sind ebenfalls begleitende Symptome einer Influenza. Eine Grippe kann vergleichsweise harmlos mit erkältungsähnlichen Symptomen verlaufen, aber auch zu schweren Komplikationen führen, welche die Einweisung ins Krankenhaus erforderlich machen. Vor allem Kinder und ältere oder immunschwache Menschen sind für Komplikationen der Influenza gefährdet.


Diagnose: Wie wird Grippe diagnostiziert?

Der Arzt kann eine Grippe aufgrund des Verlaufs und der typischen Beschwerden diagnostizieren. Da die Symptome denen einer Erkältung ähneln, ist die genaue Diagnose jedoch häufig schwierig. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich allerdings, wenn sich Grippe-Erkrankungen in der Region häufen. Eine genaue Diagnose ist vor allem dann notwendig, wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark sind oder wenn Komplikationen auftreten. Eine Grippe lässt über einen Schnelltest von Sekret aus dem Nasen- und Rachenraum diagnostizieren. Der Test sollte bis 48 Stunden nach Beginn der Erkrankung beziehungsweise dem ersten Auftreten von Symptomen erfolgen. Fällt der Test positiv aus, muss der Arzt das Ergebnis an das Gesundheitsamt melden.


Behandlung: Wie kann Grippe behandelt werden?

Bei unkompliziertem Verlauf werden in erster Linie die Symptome der Grippe behandelt. Gegen Fieber und Schmerzen empfehlen sich Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Acetylsalicylsäure. Kinder sollten Acetylsalicylsäure nicht einnehmen, da dies zu schweren Komplikationen wie dem Reye-Syndrom führen kann. Weiterhin ist es ratsam, bei der Grippe auf ausreichende Flüssigkeits- und Vitamin-Zufuhr zu achten. Als Hustenstiller eignet sich Kodein. Auch nach Rückgang des Fiebers ist es ratsam, noch einige Tage Bettruhe zu halten. Kommt es zu einer sogenannten Superinfektion mit Bakterien, ist die Einnahme von Antibiotika sinnvoll, um schwere Atemwegs-Erkrankungen zu vermeiden. Die Einnahme von Mitteln gegen Viren (Virustatika) kann bei Grippe-Fällen sinnvoll sein, in denen Komplikationen zu erwarten sind, zum Beispiel bei alten Menschen oder bei Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem (Immunsystem).


Prognose: Wie ist die Prognose von Grippe?

Die Grippe klingt in der Regel nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Auch nach einem Rückgang der Beschwerden ist körperliche Schonung zunächst sinnvoll. Es ist ratsam, weiterhin auf ausreichende Flüssigkeits- und Vitamin-Zufuhr zu achten. Maßvolle Bewegung an der frischen Luft hilft dem Körper sich zu erholen. In Einzelfällen kann es bei der Grippe zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie schweren Atemwegserkrankungen, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) oder einer Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem) kommen. Vor allem Kinder, ältere oder immunschwache Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Daher ist es erforderlich, rechtzeitig ein Arzt aufzusuchen, wenn sich die Beschwerden verschlechtern.


Vorbeugung: Wie kann man Grippe vorbeugen?

Die wirksamste Vorbeugung gegen die saisonale Influenza ist die Grippe-Schutzimpfung. Sie wird jährlich in den Monaten Oktober und November durchgeführt. Der Impfstoff beinhaltet jeweils die drei am häufigsten vorkommenden Influenza-Typen, gemäß den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Kommt es zu einer Grippewelle, ist auch eine spätere Impfung noch möglich. Nach etwa zwei Wochen besteht voller Impfschutz.

In etwa 70 Prozent der Fälle kann eine Schutzimpfung eine Grippe-Erkrankung verhindern, bei älteren Menschen ist der Anteil niedriger. Auch wenn die Krankheit ausbricht, trägt die Schutzimpfung zu einem milderen Verlauf bei. Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt Grippe-Schutzimpfungen für Personen über 60 Jahre, schwangere Frauen sowie Kinder und Erwachsene mit bestimmten Grunderkrankungen (z.B. Asthma bronchiale oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen), medizinisches Personal und bei Gefahr einer Grippewelle.

Neben der Grippe-Schutzimpfung gibt es einige Präventionsmaßnahmen, mit denen sich die Verbreitung der Grippe eindämmen lässt:

  • Immunsystem stärken, zum Beispiel mit ausgewogener, gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft sowie Saunagängen
  • Wohnräume mehrmals täglich lüften
  • Regelmäßiges Händewaschen
  • Räumliche Trennung von infizierten Mitbewohnern
  • Niesen und Husten nur in die Ellenbeuge, nicht in die vorgehaltene Hand

 

 

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

Weitere Informationen zu Grippe
Robert Koch Institut: www.rki.de


Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: April 2008
Letzte Aktualisierung: November 2013
Aktualisiert durch: Christina Trappe, B.A.
Quellen:
Haas, W. (Hrsg.): Influenza. Urban & Fischer, München 2009
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
Robert Koch Institut: Influenza. www.rki.de (Abruf: 11/2013)

Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin 34/2013. www.rki.de

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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