Hautkrebs

Ursachen: Was sind die Ursachen für Hautkrebs?

Unter Hautkrebs versteht man Tumorerkrankungen der Haut. Es gibt verschiedene Formen von Hautkrebs:

 

  • Basalzellkrebs (Basaliom; häufigste Hautkrebsform in Mitteleuropa)
  • Stachelzellkrebs (Spinaliom; zweithäufigste Hautkrebsform in Mitteleuropa)
  • Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom; bösartigste Form von Hautkrebs, allerdings seltener als das Basaliom und Spinaliom). An dieser Hautkrebsform erkranken in Deutschland jährlich fast 20.000 Menschen.


Die mit Abstand häufigste Ursache von Hautkrebs ist zu intensive UV-Strahlung. Sie führt zu langfristigen Hautschäden, an deren Stelle Hautkrebs entstehen kann.

Insbesondere häufige Sonnenbrände in der Kindheit gelten als Risikofaktor für die Entwicklung von Hautkrebs. Hellhäutige Menschen haben generell ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Selten sind bestimmte chemische Stoffe, Verbrennungen oder Immunschwäche-Krankheiten (z.B. AIDS) die Ursache von Hautkrebs.


Beschwerden: Wie äußert sich Hautkrebs?

Die Hautkrebs-Formen Basalzellkrebs (Basaliom) und Stachelzellkrebs (Spinaliom) kommen vorwiegend an Hautstellen vor, die häufig der UV-Strahlung ausgesetzt sind, den sogenannten „Sonnenterassen“. Dies sind insbesondere Gesicht, Schultern, Rücken, Dekolleté und Fußrücken. Der Schwarze Hautkrebs entsteht an allen Körperstellen, auch an eher unzugänglichen wie der Kopfhaut, im Genitalbereich, an den Fußsohlen oder unter Finger- und Fußnägeln.

Je nach Hautkrebs-Art zeigen sich verschiedene Symptome:

  • Basalzellkrebs (Basaliom): Basalzellkrebs kann sehr unterschiedlich erscheinen. Er sieht anfangs aus wie ein Pickel, entwickelt sich dann zu einer rötlich-weißen Pustel, die mit kleinen Äderchen durchzogen ist. Häufig sinkt die Oberfläche nach einiger Zeit in der Mitte ein – der Hautkrebs sieht aus wie eine Wunde und kann auch bluten.

  • Stachelzellkrebs (Spinaliom): Beim Stachelzellkrebs ist die Haut zunächst häufig gerötet und fühlt sich rau an. Dies ist die Vorstufe von Stachelzellkrebs, die solare Keratose. Mit der Zeit entsteht an dieser Stelle eine Verhornung, die ständig weiter wächst und sich zu Hautkrebs entwickelt.

  • Schwarzer Hautkrebs (Melanom): Der Schwarze Hautkrebs macht sich meist als Pigmentmal (Muttermal) bemerkbar, das sich verändert und dabei eine unregelmäßige Form und Farbe entwickelt, an Größe zunimmt oder erhabene Stellen aufweist. Breitet sich der Schwarze Hautkrebs aus, entstehen großflächige, braune bis schwarze Flecken, die auch knotig werden können. Im Gegensatz zum Basalzellkrebs streut der Schwarze Hautkrebs, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird: Tochtergeschwulste (Metastasen) können dann zum Beispiel in Lymphknoten oder im Gehirn entstehen.



Diagnose: Wie wird Hautkrebs diagnostiziert?

Um die Diagnose Hautkrebs stellen zu können, untersucht der Hautarzt die Haut zunächst auf verdächtige Veränderungen. Dabei liegt das Augenmerk auf den spezifischen Symptomen der einzelnen Hautkrebs-Formen. Während sich der Basalzellkrebs (Basaliom) und Stachelzellkrebs (Spinaliom) bevorzugt auf den „Sonnenterrassen“ des Körpers zeigen, kann Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom) an allen Stellen des Körpers auftreten. Viele Betroffene entdecken die Veränderung selbst und suchen daraufhin einen Arzt auf.

Mittels Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie) untersucht der Hautarzt die verdächtige Stelle. Stellt er dabei Unregelmäßigkeiten fest, entnimmt er – zumeist unter örtlicher Betäubung – eine Gewebeprobe und schickt diese zur Untersuchung ins Labor. So lässt sich feststellen, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung handelt. Bei einem veränderten Pigmentmal wird vielfach das gesamte Mal entfernt und eingeschickt. In einigen Fällen kommen bildgebende Verfahren wie die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) für die Diagnose von Hautkrebs zum Einsatz.

Bei größeren Melanomen untersucht der Arzt auch die umliegenden Lymphknoten sowie den Bauch- und Beckenbereich per Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) und fertigt zudem ein Röntgenbild des Brustkorbs an. Auf diese Weise kann er herausfinden, ob der Hautkrebs bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat. In manchen Fällen ist hierzu auch eine Gewebeentnahme aus den Lymphknoten erforderlich. Zusätzlich kann der Arzt auch eine Blut-Untersuchung anordnen, um Hinweise auf einen bösartigen Hauttumor zu erhalten.


Behandlung: Wie kann Hautkrebs behandelt werden?

Die Behandlung von Hautkrebs gehört in die Hände eines Onkologen; eines auf Krebserkrankungen spezialisierten Arztes. Bei allen drei Hautkrebs-Formen gibt es verschiedene Standardtherapien:

  • Basalzellkrebs (Basaliom): Der Basalzellkrebs wird operativ entfernt. Dabei entnimmt der Arzt auch die Randbereiche der Haut um den Tumor herum, um sicherzustellen, dass keine Krebszellen mehr vorhanden sind. Anschließend vernäht er die so entstandene Wunde je nach Größe; eine Hauttransplantation kann größere Wundstellen abdecken. Als Behandlung eignet sich auch die Kryotherapie, bei welcher der Hautkrebs mit flüssigem Stickstoff "schockgefroren" und anschließend entfernt wird.

  • Stachelzellkrebs (Spinaliom): Auch bei dieser Form von Hautkrebs empfehlen sich in erster Linie operative Verfahren, zum Beispiel eine herkömmliche chirurgische Entfernung und die Kryotherapie. Die Kryotherapie wird vor allem bei der Vorstufe von Stachelzellkrebs, der solaren Keratose, angewendet.

  • Schwarzer Hautkrebs (Melanom): Zunächst entfernt der Arzt das veränderte Pigmentmal. Dies geschieht in der Regel unter örtlicher Betäubung. Auch ein Stück der umliegenden Hautstellen wird dabei entnommen. In einem sehr frühen Stadium von Schwarzem Hautkrebs ist diese Behandlung unter Umständen ausreichend.


Je größer der Tumor ist, desto mehr gesundes Gewebe muss er Arzt als sogenannten Sicherheitsabstand bei der Operation entfernen. Befindet sich der Hautkrebs bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, so kann unter Umständen eine anschließende Strahlentherapie oder Chemotherapie notwendig sein. Gegebenenfalls operiert der Arzt auch die betroffenen Lymphknoten heraus.

Bei Schwarzem Hautkrebs ist seit Anfang des Jahres 2012 auch eine neuartige Therapie mit dem Wirkstoff Vemurafenib zugelassen. Dieses Medikament hemmt gezielt das Wachstum von bestimmten Tumorzellen. Während die Chemotherapie nicht zwischen Krebszellen und gesunden Körperzellen unterscheidet, setzt Vemurafenib zielgenau an den Hautkrebszellen an. Daher bezeichnen Mediziner diesen Ansatz auch als sogenannte zielgerichtete Krebstherapie ("targeted therapy").


Prognose: Wie ist die Prognose bei Hautkrebs?

Je früher der Hautkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Vor allem beim Basalzellkrebs (Basaliom) und beim Stachelzellkrebs (Spinaliom) sind die Heilungschancen sehr gut. Bei allen Formen von Hautkrebs liegt besonderes Augenmerk auf der Nachsorge. In regelmäßigen Abständen untersucht der Arzt die Haut dabei auf weitere mögliche Veränderungen.


Vorbeugung: Wie kann man Hautkrebs vorbeugen?

Die sicherste Vorbeugung gegen Hautkrebs ist konsequenter UV-Schutz. Vor allem im Sommer oder im Urlaub gehören dazu Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor und sonnendichte Kleidung, sowie eine Kopfbedeckung und Sonnenbrille. Es ist ratsam, häufige und intensive Sonnenbäder zu vermeiden, beziehungsweise sie dem Hauttyp anzupassen.

Da Pigmentmale (Muttermale) einen Risikofaktor für Schwarzen Hautkrebs darstellen, ist eine regelmäßige Untersuchung, am besten durch einen Hautarzt, wichtig. Menschen mit vielen Muttermalen sollten die entsprechenden Hautstellen außerdem gut vor der Sonne schützen. Häufig zeigen sich die ersten Anzeichen für Schwarzen Hautkrebs in Form von veränderten Pigmentmalen.

In Deutschland haben Personen ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre gesetzlichen Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Dies ist eine wichtige Maßnahme, um Hautkrebs rechtzeitig zu entdecken und entsprechend zu behandeln.





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Weitere Informationen zu Hautkrebs


Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Mai 2008
Letzte Aktualisierung: Januar 2014
Aktualisiert durch: Simon Korn, Biologe
Quellen:
Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. et al.: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. AWMF-Leitlinienregister Nr. 032-024OL (Stand: 01/2013)
Deutsches Ärzteblatt: Melanom: Orale Therapie verlängert Überlebenszeit. www.aerzteblatt.de   (23.02.2012)
Deutsches Krebsforschungszentrum. Krebsinformationsdienst: Zielgerichtete Krebstherapien: Wie funktionieren sie? www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 05/212)
Deutsche Krebsgesellschaft: Hautkrebs. www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 05/2012)
Deutsche Krebshilfe: Hautkrebs. Aus der Reihe „Die blauen Ratgeber“ (Stand: 10/2011)
Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
Rassner, G. (Hrsg.): Dermatologie. Elsevier, München 2009

Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2009/2010. Häufigkeiten und Trends. 9. Auflage. Robert Koch-Institut, Berlin 2013  

Kurzleitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Krebsgesellschaft: Malignes Melanom der Haut. AWMF-Leitlinienregister Nr. 032/024 (Stand: 09/2007)

Schaps, K.-P. et al. (Hrsg.): Dermatologie, Augenheilkunde, HNO. Springer Medizin, Heidelberg 2007


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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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