Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Ursachen: Was sind die Ursachen von Herzschwäche?

Bei den meisten Formen der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist das Herz beziehungsweise der Herzmuskel nicht mehr fähig, eine für die Sauerstoffversorgung ausreichende Menge Blut durch den Körper zu pumpen (systolische Herzinsuffizienz). Weil der Herzmuskel die „treibende Kraft“ des Pumpvorgangs ist, wird dieses Defizit auch Herzmuskelschwäche genannt. Auch ein gestörtes Blutstromverhalten kann Herzschwäche auslösen. Dabei fließt nicht genügend Blut in die linke Herzkammer. Die Ursachen der Herzschwäche sind in der Regel bestimmte Erkrankungen, zum Beispiel:


Als Risikofaktoren für Herzschwäche gelten darüber hinaus fortgeschrittenes Alter, Übergewicht (Adipositas), zu hohe Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie), übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).


Beschwerden: Wie äußert sich Herzschwäche?

Je nachdem, welche Herzhälfte geschwächt ist, äußert sich die Herzschwäche mit unterschiedlichen Symptomen: Bei einer Linksherzschwäche kommt es zu einem Blut-Rückstau in den Lungen und vor allem zu Lungenbeschwerden; bei einer Rechtsherzschwäche staut sich das Blut in den großen Kreislauf mit typischen Beschwerden wie Wassereinlagerungen und Stauungszeichen der Bauchorgane. Häufig liegt eine kombinierte Links- und Rechtsherzinsuffizienz vor (Globalinsuffizienz).

Typische Symptome der Herzschwäche sind:

  • Luftnot (Dyspnoe)
  • Husten
  • Zyanose (Blaufärbung der Schleimhäute durch Sauerstoffmangel)
  • Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit
  • Wassereinlagerungen (Ödeme), vor allem an den Knöcheln
  • Venenstauung (zum Beispiel am Hals)
  • Stauungsleber
  • Stauungsnieren
  • Magenschleimhaut-Entzündung (Stauungsgastritis)
  • Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • Herzvergrößerung
  • Eventuell Herzrhythmusstörungen


Die New York Heart Association (NYHA) teilt den Schweregrad der subjektiven Symptome bei der Herzschwäche in vier Schweregrade ein:

  • Grad I: keine Beschwerden bei alltäglicher körperlicher Belastung
  • Grad II: keine Beschwerden bei leichter Belastung, jedoch Beschwerden bei stärkerer Belastung
  • Grad III: Beschwerden bereits bei leichter Belastung
  • Grad IV: Beschwerden im Ruhezustand.


Diagnose: Wie wird Herzschwäche diagnostiziert?

Einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden und eventuell vorangegangene Krankheiten, die Herzschwäche auslösen können, folgt eine körperliche Untersuchung, bei der auch Herz und Lungen abgehört werden. Vor allem diese Untersuchungen geben Aufschluss über die Funktionalität des Herzens:


Zusätzlich kann eine weitere Diagnostik, wie eine Computertomografie (Kardio-CT) oder Magnet-Resonanz-Tomografie (Kardio-MRT) des Herzens sowie eine Herzkatheter-Untersuchung sinnvoll sein, wenn die Ursache für die Herzschwäche mit den herkömmlichen Verfahren nicht herausgefiltert werden kann.


Behandlung: Wie kann Herzschwäche behandelt werden?

Zunächst gilt es, die Grunderkrankung der Herzschwäche zu behandeln. Die Hauptursache der Herzinsuffizienz ist eine nicht ausreichende Sauerstoffzufuhr des Herzens durch verengte oder verstopfte Herzkrankgefäße (Koronare Herzkrankheit (KHK)).  Hier kommen Medikamente zum Einsatz, die den Blutzufluss zum Herzen erhöhen. Auch Wirkstoffe, die den Sauerstoffbedarf des Herzens herabsenken, sowie blutverdünnende Mittel eignen sich zur Therapie.

Medikamente, die bei einer Herzschwäche angewendet werden, sind:

  • ACE-Hemmer
  • Betablocker
  • Diuretika (entwässernde Medikamente)
  • Aldosteron-Antagonisten
  • Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten
  • Herzglykoside (Digitalis)
  • Nitrate (Nitroglyzerin)

Darüber hinaus kommen bei schwerer Herzschwäche verschiedene operative Eingriffe infrage, zum Beispiel die Koronarangioplastie (PTCA, Einsetzen eines Gefäß-Stents) oder eine Bypass-Operation. Wenn die Herzschlaggeschwindigkeit oder der Rhythmus des Herzschlags gestört ist, kann ein Herzschrittmacher zur Stimulation des Herzmuskels sinnvoll sein. Nur in sehr schweren Fällen ist eine Herztransplantation oder das Einsetzen eines Kunstherzens notwendig.

Weiterhin gilt es, die Risikofaktoren der Herzschwäche zu minimieren. Die Normalisierung des Körpergewichts und eine fett- und salzreduzierte Ernährung tragen auch dazu bei, Cholesterinwerte und Blutdruck zu senken. Übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss verstärken die Herzinsuffizienz und sollten daher möglichst vermieden werden.


Prognose: Wie ist die Prognose von Herzschwäche?

Je früher die Herzschwäche diagnostiziert und behandelt wird, desto günstiger ist die Prognose. Da die Lebensweise maßgeblichen Einfluss auf die Heilungschancen hat, ist es ratsam, sich „herzgesund“ zu verhalten. Außerdem ist es wichtig, alle Herzmedikamente wie verordnet einzunehmen. Herzrhythmusstörungen sind nicht nur eine Ursache für Herzschwäche, sie können auch als deren Folgeerkrankung auftreten.


Vorbeugung: Wie kann man Herzschwäche vorbeugen?

Um Herzschwäche vorzubeugen, ist es sinnvoll, die Risikofaktoren zu reduzieren. Auch der häufigsten ursächlichen Erkrankung, der Koronaren Herzkrankheit (KHK), lässt sich so vorbeugen. Hierzu zählen insbesondere:

  • Nicht-Rauchen beziehungsweise das Rauchen aufgeben
  • Ausreichend Bewegung
  • Herzgesunde Ernährung (wenig Fett, viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte)
  • Wenig Alkohol
  • Übergewicht (Adipositas) vermeiden
  • Verordnete Medikamente einnehmen.

 

 

 

 

Weitere Informationen

Buchtipps

 

 

 

Weitere Informationen zu Herzschwäche
Deutsche Herzstiftung e.V.: www.herzstiftung.de

 

Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Juli 2008
Letzte Aktualisierung: März 2011
Aktualisiert durch: Miriam Lossau, Biologin
Quellen:
Baenkler, H.-W. (Hrsg.): Innere Medizin. Georg Thieme, Stuttgart 2009
Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2009
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
Kompetenznetz Herzinsuffizienz: www.knhi.de (Abruf: 03/2011)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Herzinsuffizienz. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/014 (Stand: 11/2006)
Nationale Versorgungsleitlinie der Bundesärztekammer et al. (Hrsg.): Chronische Herzinsuffizienz. AWMF-Leitlinien-Register Nr. nvl/006 (Stand: 07/2010)

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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