Hirntumoren

Ursachen: Was sind die Ursachen von Hirntumoren?

Hirntumoren sind Tumorerkrankungen des Gehirns. Die entarteten Zellen können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Sie entstehen entweder im Gehirngewebe, den Gehirnhäuten oder sind Tochtergeschwülste (Metastasen) von Tumoren in anderen Körperregionen, die sich im Gehirn manifestieren. Es werden verschiedene Arten von Hirntumoren unterschieden – je nachdem, welche Zellen sich zu einem Hirntumor entwickeln. Häufige bösartige Hirntumoren sind zum Beispiel:

  • Gliome
  • Medulloblastome
  • Meningeome
  • Neurinome
  • Lymphome
  • Hypophysenadenome
  • Hirnmetastasen

Tumoren bei Krebserkrankungen bestehen aus Zellen, deren Erbgut verändert (mutiert) ist. Mutationen können verschiedenste Ursachen haben, doch sind die jeweiligen Auslöser eines Hirntumors im Einzelfall fast immer unbekannt. Krebszellen teilen sich ungehemmt und zerstören damit umliegendes Gewebe. Generelle Risikofaktoren für Krebserkrankungen sind eine ungesunde Lebensweise, Rauchen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Bei Hirntumoren besteht jedoch kein eindeutig nachgewiesener Zusammenhang zwischen der Lebensweise und einer Erkrankung.


Beschwerden: Wie äußern sich Hirntumoren?

Die Symptome von Hirntumoren sind vielfältig und treten in Kombination oder einzeln auf. Etwa die Hälfte der Tumoren äußert sich durch Kopfschmerzen. Kopfschmerzen sind in den allermeisten Fällen harmlos. Bei einem Hirntumor treten akute, vor allem nachts auftretenden Kopfschmerzen auf, die häufig im Laufe des Tages abnehmen. Auch kommt es oftmals zu Schwindel und einem Druckgefühl im Kopf.

Epileptische Anfälle sind ein weiteres mögliches Anzeichen für Hirntumoren, insbesondere wenn sie vorher noch nie aufgetreten sind. Neurologische Probleme wie Lähmungen, Sprach- und Koordinationsstörungen können neben Wesensveränderungen, insbesondere Gedächtnisschwäche, Reizbarkeit und schneller Ermüdung, ebenfalls Symptome von Hirntumoren sein. Bei derartigen Beschwerden sollte umgehend ein Neurologe (Nervenarzt) aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären.
   

Diagnose: Wie werden Hirntumoren diagnostiziert?

Nach einem Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) folgt eine körperliche Untersuchung. Besteht weiterhin der Verdacht auf einen Hirntumor, lassen sich mit Hilfe von bildgebenden Verfahren Abbildungen des Gehirns erstellen: Bei der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) werden dreidimensionale Aufnahmen des Gehirns angefertigt. Aufgrund ihrer hohen Sensibilität eignet sich die MRT vor allem für die Früherkennung von Hirntumoren. Die Computertomografie (CT) liefert ebenfalls ein dreidimensionales Bild des Gehirns. Die Strahlenbelastung ist bei der Computertomografie jedoch höher als beim herkömmlichen Röntgenbild. Weitere Verfahren zur Diagnose von Hirntumoren sind die Untersuchung auf Veränderungen im Blut und in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Hirnwasser-Untersuchung).

Hat der Arzt einen Hirntumor festgestellt, empfiehlt es sich in manchen Fällen, vor der Behandlung eine Gewebeprobe zu entnehmen (Biopsie). Damit lässt sich die Art des Tumors und der Grad der Gut- oder Bösartigkeit genauer bestimmen. Für einige Hirntumoren eignet sich diese Methode nicht, da bei einer Gewebeentnahme das Risiko einer Gehirnverletzung besteht. Dies ist der Fall, wenn der Tumor in einem unzugänglichen Gebiet des Gehirns liegt oder starke Verästelungen in gesunde Bereiche vorliegen.


Behandlung: Wie können Gehirntumoren behandelt werden?

Die Behandlung von Hirntumoren hängt von Art, Lage und Größe ab. Grundsätzlich bestehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die häufig miteinander kombiniert werden.

Operative Verfahren
Die operative Entfernung von Hirntumoren gehört mittlerweile zur Standard-Therapie. In einem chirurgischen Eingriff wird zunächst die Schädeldecke geöffnet. Anschließend lässt sich der Tumor aus dem Gehirngewebe entfernen. Im Randbereich bleiben in der Regel Teile des Tumors zurück, weil eine vollständige Entfernung mit einem Verletzungsrisiko der umliegenden gesunden Gehirnbereiche verbunden ist. Die durch die Operation entstandene Lücke im Schädelknochen wird mit dem entnommenen Schädelstück, Metall oder anderem Hautgewebe wieder verschlossen. Aufgrund der zurückbleibenden Teile des Hirntumors wird die operative Behandlung häufig mit anderen Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere der Strahlenbehandlung, kombiniert.

Strahlenbehandlung
Für die Bestrahlung von Hirntumoren mit Röntgenstrahlung ist kein operativer Eingriff nötig. Sie erfolgt von außen mittels Linearbeschleunigern, welche die Strahlung in einer vorher festgelegten Dosis an die Stelle des Tumors transportieren. Bei der Behandlung mit Strahlen treten Nebenwirkungen auf. Diese äußern sich sehr unterschiedlich und reichen von Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und allgemeinem Schwächegefühl bis hin zum Haarausfall (Alopezie) in der bestrahlten Region. Nach Ende der Behandlung wachsen die Haare jedoch wieder nach.

Chemotherapie
Zur Behandlung einiger Hirntumoren ist eine Chemotherapie sinnvoll. Hierbei werden Medikamente verabreicht, die die Krebszellen zerstören. Die Chemotherapie ist zeitlich begrenzt und wird bei Hirntumoren meist vorbeugend gegen ein Wiederauftreten des Tumors eingesetzt.


Prognose: Wie ist die Prognose von Hirntumoren?

Die Heilungschancen von Hirntumoren sind sehr unterschiedlich und abhängig von Art, Größe und Lage sowie von der Schwere. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt Hirntumoren in vier Schweregrade ein:

  • WHO-Grad I: gutartig
  • WHO-Grad II: noch gutartig
  • WHO-Grad III: bereits bösartig
  • WHO-Grad IV: bösartig


Es empfiehlt sich eine gründliche Nachsorge mit viertel- bis halbjährlichen Untersuchungen. Je früher neuerliche Anzeichen für einen Hirntumor entdeckt werden, desto besser ist die Prognose.


Vorbeugung: Wie kann man Hirntumoren vorbeugen?


Da die Ursachen von Hirntumoren nicht eindeutig geklärt sind, gibt es keine generelle Vorbeugungsempfehlung. Es empfiehlt sich aber generell eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichender Bewegung an der frischen Luft und der Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholgenuss.




Weitere Informationen


Buchtipps

 

 

 

Weitere Informationen zu Hirntumoren
Deutsche Hirntumorhilfe e.V.: www.hirntumorhilfe.de


Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de 
Datum: Mai 2008
Letzte Aktualisierung: Mai 2012
Durch: Miriam Lossau, Biologin
Quellen:
American Cancer Society: www.cancer.org (Abruf: 05/2012)
Böcker, W. et al.: Pathologie. Urban & Fischer, München 2012

Deutsche Krebshilfe: Hirntumoren. Aus der Reihe "Die blauen Ratgeber" (Stand: 11/2009)
Frank, U.G.: Neurologie und Psychiatrie. Urban & Fischer, München 2010

Hinkelthein, E., Zalpour, Ch.: Diagnose- und Therapiekonzepte in der Osteopathie. Springer, Heidelberg 2011
Holtmann, M.: Psychiatrische Syndrome nach Hirnfunktionsstörungen. Springer, Heidelberg 2007
Leitlinien der Gesellschaft für Neuropädiatrie et al.: Leitsymptome und Diagnostik bei Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/022 (Stand: 09/2010)
Weller, M. (Hrsg.): Interdisziplinäre Leitlinie S2 – Leitlinie für die Diagnostik und Therapie der Gliome des Erwachsenenalters. Zuckschwerdt, München 2004



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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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