Keuchhusten (Pertussis)

Ursachen: Was sind die Ursachen von Keuchhusten (Pertussis)?

Keuchhusten (Pertussis) ist eine akute und sehr ansteckende (kontagiöse) Infektion der Atemwege, die hauptsächlich durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen wird.
Ein dem Keuchhusten ähnliches Krankheitsbild wird durch das Bakterium Bordetella parapertussis ausgelöst, jedoch verläuft die Krankheit dann kürzer und milder.
Nur der Mensch kann sich mit Bordetella pertussis infizieren, wohingegen Bordetella parapertussis außer bei Menschen auch bei Schafen vorkommt.

Die Keuchhusten-Erreger werden aerogen durch eine sog. Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeutet, dass man sich durch das Niesen oder Husten einer infizierten Person in der näheren Umgebung (bis zu ca. einem Meter Abstand) mit Keuchhusten anstecken kann.



Beschwerden: Wie äußert sich Keuchhusten (Pertussis)?


Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Krankheitssymptome (Inkubationszeit) beträgt bei Keuchhusten (Pertussis) 7 bis 21 Tage. Mediziner unterteilen den klassischen Krankheitsverlauf in drei Stadien:

  • Zu Beginn der Keuchhusten-Erkrankung ähneln die Symptome einer Erkältung mit Schnupfen und allenfalls mäßigem Fieber (Stadium catarrhale, Dauer ein bis zwei Wochen).
  • Im Verlauf wird der zunächst leichte Husten durch den für Keuchhusten charakteristischen Stakkatohusten mit anfallsartigen Hustenanfällen abgelöst. Hinzu kommt häufig Erbrechen durch Hochwürgen von Schleim (Stadium convulsivum, Dauer vier bis sechs Wochen).
  • Schließlich klingen die Symptome und der Husten langsam ab (Stadium decrementi, Dauer sechs bis zehn Wochen).


Im Gegensatz zu den Symptomen bei Kindern kann sich ein Keuchhusten bei Erwachsenen auch als ein hartnäckiger, lange anhaltender Reizhusten ohne die klassischen Hustenanfälle äußern.



Diagnose: Wie wird Keuchhusten (Pertussis) diagnostiziert?

Bei Kindern lässt sich die Diagnose Keuchhusten (Pertussis) häufig anhand der Symptome mit den typischen Hustenattacken stellen. Eine weitere Diagnose-Möglichkeit besteht darin, die Keuchhusten-Erreger (Bordetella pertussis und Bordetella parapertussis) aus einem Rachenabstrich im Labor anzuzüchten (Kultur), dies dauert jedoch mindestens zwei bis drei Tage. Eine Isolierung von Erbgut (DNA) des Erregers durch ein laborchemisches Verfahren (Polymerase-Ketten-Reaktion, PCR) ist schneller, jedoch teurer und aufwändiger.

Im Blut lassen sich Antikörper gegen die Keuchhusten-Erreger frühestens ab dem Beginn der Hustenattacken (Stadium convulsivum) nachweisen. Wenn eine bestimmte Anzahl an Antikörpern vorliegt, spricht dies für eine Keuchhusten-Infektion. Die Antikörper können allerdings auch dann erhöht sein, wenn man gegen Keuchhusten geimpft wurde.



Behandlung: Wie kann Keuchhusten (Pertussis) behandelt werden?


Zur Behandlung von Keuchhusten (Pertussis) kommen Antibiotika aus der Substanzgruppe der sog. Makrolide, wie Erythromycin, Azithromycin, Clarithromycin und Roxithromycin, zum Einsatz. Alternativ kann auch das Antibiotikum Cotrimoxazol angewandt werden. Die Antibiotika helfen, dass der Keuchhusten weniger lange ansteckend ist, allerdings haben sie wenig Einfluss auf die Schwere der Hustenattacken und auf die Dauer der Erkrankung.

Um die Beschwerden bei Keuchhusten zu lindern, sind alle Maßnahmen empfehlenswert, die auch bei einer Erkältung hilfreich sind. Hierzu zählen unter anderem Schonung, ausreichend Flüssigkeit, regelmäßiges Inhalieren sowie feuchte und kühle Raumluft.



Prognose: Wie ist die Prognose von Keuchhusten (Pertussis)?

Ein Keuchhusten (Pertussis) kann Wochen bis Monate andauern. In den meisten Fällen klingen die Symptome dann völlig ab und die Erkrankung heilt vollständig aus.

Komplikationen sind selten, betreffen dann aber am häufigsten Säuglinge und Kleinkinder. Besonders gefährlich sind Atemaussetzer (Apnoe) beim Säugling. In schweren Fällen werden die Betroffenen daher im Krankenhaus behandelt, wo ihnen z.B. regelmäßig der Schleim abgesaugt wird und die Möglichkeit einer Beatmung besteht.

Als weitere Komplikation von Keuchhusten kann es zu einer Lungenentzündung (Pneumonie), Mittelohr-Entzündung (Otitis media) und selten zu Krampfanfällen kommen.
Bei Erwachsenen treten als seltene Komplikationen mitunter Rippenbrüche und Leistenbrüche durch das kräftige Husten auf.



Vorbeugung: Wie kann man Keuchhusten (Pertussis) vorbeugen?

Zum einen lässt sich einem Keuchhusten (Pertussis) vorbeugen, indem man den Kontakt zu Erkrankten meidet. Eine Person mit Keuchhusten ist etwa vom Beginn der ersten Symptome bis zu drei Wochen nach dem Einsetzen der Hustenattacken (Stadium convulsivum) ansteckend. In den ersten beiden Wochen der Erkrankung besteht die höchste Ansteckungsgefahr. Nimmt der Betroffene Antibiotika, ist er nur etwa fünf Tage lang ansteckend.

Für den Zeitraum von fünf Tagen nach Beginn der Antibiotika-Therapie empfiehlt sich eine Isolation des an Keuchhusten Erkrankten, damit er keine anderen Personen anstecken kann. Kinder sollten in dieser Zeit zum Beispiel nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen oder mit Freunden spielen. Wenn eine Isolation schlecht durchführbar ist, kann eine vorbeugende Gabe von Antibiotika (Chemoprophylaxe) bei engen Kontaktpersonen, z.B.  in der Familie oder in Gemeinschaftseinrichtungen, in Erwägung gezogen werden.

Gegen Keuchhusten gibt es eine vorbeugende Impfung. Man ist allerdings weder nach der Impfung noch nach einer durchgemachten Keuchhusten-Erkrankung lebenslang immun, sodass man sich wiederholt mit Keuchhusten anstecken kann. Deshalb ist nach der ersten Keuchhusten-Impfung im Säuglings- und Kleinkindesalter eine Auffrischimpfung  im Jugendalter und als Erwachsener ratsam.

Die aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sehen Impfungen gegen Keuchhusten im Alter von 2, 3 und 4 Monaten und eine weitere im Alter von 11 bis 14 Monaten als Grundimmunisierung vor. Eine Auffrischung der Impfung ist jeweils im Alter von 5 bis 6 Jahren und zwischen 9 und 17 Jahren empfehlenswert.

Erwachsene sollten bei der nächsten Impfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) einmalig auch eine Impfung gegen Keuchhusten erhalten, der als Kombinationsimpfstoff verabreicht wird. Sofern in den letzten zehn Jahren keine Keuchhusten-Impfung durchgeführt worden ist, empfiehlt die STIKO die Gabe einer einmaligen Impfdosis bei Frauen mit Kinderwunsch, engen Kontaktpersonen im Haushalt vier Wochen vor Geburt eines Kindes sowie Personal in Kindereinrichtungen.





Weitere Informationen

 

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Weitere Informationen zu Keuchhusten (Pertussis)


Autor: Dr. med. Sabine Gonsch
medproduction, www.medproduction.de
Datum: April 2012
Letzte Aktualisierung: Dezember 2013
Durch:
Christina Trappe, B.A.
Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
Robert-Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte. www.rki.de (Abruf: Dezember 2013)
Robert-Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 34/2013. www.rki.de

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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