Diagnose: Wie werden Kinderkrankheiten diagnostiziert?
Kinderkrankheiten lassen sich meist bereits anhand ihrer typischen Symptome erkennen. Vor allem, wenn andere Kinder aus der unmittelbaren Umgebung (zum Beispiel im Kindergarten oder in der Schule) ebenfalls erkrankt sind, liegt der Verdacht auf eine ansteckende Kinderkrankheit wie Masern, Mumps, Röteln, Scharlach, Windpocken, Diphtherie oder Keuchhusten nah.
Der Kinderarzt wird, um die Diagnose zu sichern, eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen und dabei vor allem auf einen möglicherweise typischen Hautausschlag und auf vergrößerte Lymphknoten achten. Unter Umständen ist eine weitere Diagnostik, wie Blut-Untersuchungen und Abstriche (zum Beispiel von der Wangenschleimhaut) sinnvoll, um die Kinderkrankheit festzustellen.
Behandlung: Wie können Kinderkrankheiten behandelt werden?
Die meisten Kinderkrankheiten werden nicht ursächlich, sondern symptomatisch behandelt. Körperliche Schonung, Maßnahmen gegen die Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen und Husten, sowie kühlende Umschläge bei juckendem Hautausschlag unterstützen den Heilungsprozess und helfen, dass sich das Kind erholt. Der Kinderarzt berät die Eltern, welche Medikamente jeweils infrage kommen und in welcher Dosierung das Kind diese einnehmen soll. Bei Scharlach, einer durch Bakterien verursachten Kinderkrankheit, kommen Antibiotika (Penizillin) zum Einsatz. Diese werden vom Kinderarzt verordnet.
Prognose: Wie ist die Prognose von Kinderkrankheiten?
Die meisten Kinderkrankheiten verlaufen mild, so dass die Kinder nach einigen Tagen wieder völlig gesund sind. Häufig resultiert nach einmaliger Krankheit sogar eine lebenslange Immunität, das heißt, man erkrankt nicht ein zweites Mal an der jeweiligen Kinderkrankheit. In seltenen Fällen können jedoch Komplikationen auftreten, zum Beispiel eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Hodenentzündung (Orchitis) bei Mumps. Bei der Diphtherie werden häufig schwere Verläufe beobachtet, deshalb ist hier eine vorbeugende Impfung besonders wichtig.
Vorbeugung: Wie kann man Kinderkrankheiten vorbeugen?
Zunächst gilt es, den Kontakt zu erkrankten Kindern – wenn möglich – zu vermeiden. Falls ein Kind an einer Kinderkrankheit wie Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken leidet, darf es in der Regel in dieser Zeit nicht in den Kindergarten oder die Schule, damit es andere Kinder nicht ansteckt. Gegen viele Kinderkrankheiten steht außerdem eine Schutzimpfung zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut spricht regelmäßige Impfempfehlungen aus.
Ferner rät die STIKO für Erwachsene, die nach dem Jahr 1970 geboren wurden, zu einer Masern-Impfung, wenn noch keine Impfung vorliegt, der Impfstatus unbekannt ist oder die Impfung bereits mehrere Jahre zurückliegt. Diese Impfung erfolgt zumeist mit einem kombinierten Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff. Zusätzlich sollten sich alle Frauen im gebärfähigen Alter insgesamt zweimal gegen Röteln impfen lassen – eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft kann zu Fehlentwicklungen des ungeborenen Kinds führen. Die Kosten für viele dieser Schutzimpfungen, zum Beispiel gegen Masern, Mumps und Röteln, werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
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Weitere Informationen
Buchtipps
Weitere Informationen zu Kinderkrankheiten
Robert Koch-Institut: www.rki.de
Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Juni 2008
Letzte Aktualisierung: März 2011
Aktualisiert durch: Miriam Lossau, Biologin
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie: Infektionen bei Kinder und Jugendlichen. Thieme, Stuttgart 2009
Kerbl, R.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2007
Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 30/2010. www.rki.de (Stand: 08/2010)
Robert Koch-Institut: Diphterie. www.rki.de (Abruf: 03/2011)
Robert Koch-Institut: Masern. www.rki.de (Abruf: 03/2011)
Robert Koch-Institut: Mumps. www.rki.de (Abruf: 03/2011)
Robert Koch-Institut: Pertussis. www.rki.de (Abruf: 03/2011)
Robert Koch-Institut: Röteln. www.rki.de (Abruf: 03/2011)
Robert Koch-Institut: Varizellen. www.rki.de (Abruf: 03/2011)
Thomas, C.: Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010
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