Künstlicher Darmausgang (Stomaträger)

Definition: Was ist ein künstlicher Darmausgang?

Ein künstlicher Darmausgang (Stoma) schafft eine dauerhafte oder kurzfristige Verbindung des Darms an die Oberfläche des Körpers über die Bauchdecke. Je nachdem, welchen Teil des Darms das Stoma mit der Oberfläche verbindet, wird zwischen dem Kolostoma (Dickdarm-Außenverbindung) und dem weniger häufigen Ileostoma (Dünndarm-Außenverbindung) unterschieden. Die Stelle, an welcher der Darm an die Bauchoberfläche gelegt wird, verschließt ein Beutel. Dieser fängt den unwillkürlichen Stuhlabgang auf und wird regelmäßig ausgewechselt.

Mit einem künstlichen Darmausgang ist man zwar in manchen Bereichen im Alltag eingeschränkt, aber man kann trotzdem weiterhin vielen Aktivitäten nachgehen (zum Beispiel Sport). Nach einer Eingewöhnungszeit können Betroffene auch alle Nahrungsmittel essen.


Durchführung: Wie wird ein künstlicher Darmausgang angelegt?

Wenn die Speicherfunktion des Darms unwiederbringlich geschädigt oder die Schließfunktion des Afters nicht mehr gegeben ist, ist ein dauerhaftes Stoma notwendig. In einer Operation wird der Darmabschnitt an die Hautoberfläche gezogen, der Darm an dieser Stelle getrennt und der Ausgang an die Bauchoberfläche genäht. So entsteht ein äußerlicher, künstlicher Darmausgang. In machen Fällen kann ein Stoma auch im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) angelegt werden. Bei einem kurzfristigen künstlichen Darmausgang wird der Darm nach ungefähr drei Monaten zurückverlegt und wieder in seiner ursprünglichen Position angenäht.


Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete eines künstlichen Darmausgangs?

Der häufigste Grund für einen künstlichen Darmausgang sind Krebserkrankungen (Darmkrebs). Andere Indikationen können zum Beispiel chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder Durchblutungsstörungen des Darms sein. Es gibt auch angeborene Fehlbildungen (zum Beispiel Morbus Hirschsprung), die einen künstlichen Darmausgang notwendig machen.

Ein vorübergehender (passagerer) künstlicher Darmausgang hat in der Regel die Aufgabe, nach einer Darmoperation das Darmgewebe zu schonen, indem der Stuhl vor dem operierten Darmabschnitt abgeleitet wird. Diese kurzfristige Umleitung kann in den meisten Fällen problemlos zurückgelegt werden und normaler Stuhlabgang ist wieder möglich.


Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt ein künstlicher Darmausgang?

In den ersten Tagen nach der Anlage eines Stomas können vorübergehend Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen oder Blutungen auftreten. Selten werden bei der Operation Organe im Bauchraum verletzt. Um den künstlichen Darmausgang herum sind Wundheilungsstörungen oder Infektionen möglich. Des Weiteren können Verwachsungen und in sehr seltenen Fällen ein Darmverschluss auftreten.


 

 

Weitere Informationen

 

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Weitere Informationen zum künstlichen Darmausgang


Autor: Marie-Luise Lemberg, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Juni 2008
Letzte Aktualisierung: Februar 2011
Aktualisiert durch: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Quellen:
Bäumer, R. et al.: Thiemes onkologische Pflege. Thieme, Stuttgart 2008
Deutsche ILCO: www.ilco.de (Abruf: 02/2011)
Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 02/2011)
Deutsches Krebsforschungszentrum: www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 02/2011)
Döbele, M. et al.: Beifahrersitzbuch – Ambulante Pflege. Springer, Heidelberg 2006

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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