Lippenherpes (Herpes labialis)

Ursachen: Was sind die Ursachen von Lippenherpes?

Lippenherpes (Herpes labialis) ist eine durch das Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (HSV 1) ausgelöste Viruserkrankung. Übertragen wird das Herpes-Virus durch Tröpfcheninfektion oder durch Schleimhautkontakt wie beispielsweise beim Küssen. Nach der Erstinfektion bleibt es im Körper, wandert in das periphere Nervensystem und kann in unregelmäßigen Abständen reaktiviert werden. Nachfolgende Ausbrüche von Lippenherpes finden meist an der Stelle der Erstinfektion statt. Die Gründe für Lippenherpes sind sehr vielfältig: UV-Strahlung, Verletzungen oder Verbrennungen, ein geschwächtes Immunsystem, psychische Einflüsse wie Stress, hormonelle Faktoren und vor allem Fieber können einen erneuten Herpes-Ausbruch bedingen.


Beschwerden: Wie äußert sich Lippenherpes?

Bei Lippenherpes treten auf Haut und Schleimhaut des Mundbereichs schmerzhafte, nässende Bläschen auf. Um die Bläschen herum ist die Haut gerötet. Nach durchschnittlich fünf bis sieben Tagen heilen die Bläschen in der Regel unter Krustenbildung ab.


Diagnose: Wie wird Lippenherpes diagnostiziert?

In der Regel erkennt man Lippenherpes bereits an den typischen Bläschen und den Beschwerden. Breitet sich der Herpes stärker aus oder nehmen die Beschwerden zu, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Der Arzt schaut sich die Bläschen genau an und erkundigt sich nach den Beschwerden. Um die Diagnose zu sichern oder eine Windpocken-Infektion auszuschließen, nimmt er einen Abstrich von der infizierten Stelle und untersucht diesen auf Viren. Herpes-Antikörper lassen sich außerdem im Blut nachweisen.


Behandlung: Wie kann Lippenherpes behandelt werden?

Normalerweise verläuft eine einfache Lippenherpes-Infektion unkompliziert und ist kaum behandlungsbedürftig. Lippensalben mit dem Wirkstoff Aciclovir unterstützen die Abheilung der Bläschen, bekämpfen aber nur das Symptom und nicht die Ursachen. Austrocknende Pasten und Salben beschleunigen die Abheilung der Herpes-Bläschen ebenfalls. Hier empfiehlt sich Zinksalbe, die gleichzeitig eine desinfizierende Wirkung hat. Als Hausmittel hat sich bei Lippenherpes Zahnpasta bewährt. Nur bei schweren Herpesverläufen wird Aciclovir systemisch (als Tablette oder Infusion) verabreicht.


Prognose: Wie ist die Prognose von Lippenherpes?

Die meisten Infektionen mit Lippenherpes verlaufen unkompliziert. Die Herpes-Bläschen heilen in der Regel nach fünf bis sieben Tagen von allein wieder ab. In sehr seltenen Fällen bilden sich Narben. Bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem (Abwehrkräfte) kann die Herpes-Infektion schwer verlaufen. Da die Flüssigkeit in den Herpes-Bläschen infektiös ist, sollte man die Bläschen nicht aufstechen, denn dadurch kann sich die Herpes-Infektion ausbreiten. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die offene Wunde mit Bakterien infiziert. Eine verstärkte Hygiene verbessert die Prognose von Lippenherpes. Es ist ratsam, die infizierte Stelle nicht mit den Händen anzufassen und auch sonst darauf zu achten, dass sie nicht mit anderen Körperteilen in Berührung kommt. So beugt man einer Herpes-Infektion an anderen Körperstellen vor.


Vorbeugung: Wie kann man Lippenherpes vorbeugen?

Vor allem das Immunsystem (Abwehrkräfte) hat einen entscheidenden Einfluss auf den Ausbruch von Lippenherpes. So wurden bei Menschen mit Abwehrschwäche oder nach einer Transplantation, aber auch bei Neugeborenen besonders häufige und schwere Lippenherpes-Infektionen beobachtet. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung und Bewegung an der frischen Luft wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Da intensive UV-Strahlung ein Auslöser von Lippenherpes sein kann, empfiehlt sich ein ausreichender Sonnenschutz. Um das Immunsystem zu stärken, ist es außerdem sinnvoll, Stress zu vermeiden.


 

 

Weitere Informationen

 

Produkttipps

 

 

 

 

Weitere Informationen zu Lippenherpes

 

Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Mai 2008
Letzte Aktualisierung: Februar 2011
Aktualisiert durch: Dipl.-Biol. Ulrike Ibold
Quellen:
Hahn, H. et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Heidelberg 2009
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter Verlag, 2010

Rassner, G. (Hrsg.): Dermatologie. Elsevier, München 2007
Robert Koch Institut: www.rki.de (Stand: 10/2009)


Unsere Leistungen

medproduction ist Ihr kompetenter Partner für Medizinjournalismus. Unsere Medizinredaktion und unser Netzwerk freier Medical Writer sind unter anderem auf die Erstellung folgender Inhalte spezialisiert:

Anzeige
Medisuch Siegel This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify. We comply with the
HONcode standard for trustworthy health
information: verify here.
Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
social icons Profil | Leistungen | Medproducts | Team | Referenzen | Suche | Kontakt | Impressum | Blog | Sitemap | Jobs    © Copyright Medproduction. Alle Rechte vorbehalten.