Lungenentzündung (Pneumonie)

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Lungenentzündung?

Die Entzündung des Lungengewebes wird als Lungenentzündung oder Pneumonie bezeichnet. Eine Lungenentzündung verläuft meist sehr heftig mit hohem Fieber und starken Atembeschwerden. Schwerwiegende Komplikationen treten vor allem bei älteren und abwehrgeschwächten Menschen sowie starken Rauchern auf. Die Lungenentzündung ist die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit in den westlichen Ländern.

Lungenentzündungen können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden nach

  • der Ursache: zum Beispiel Infektion durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten oder verursacht durch Gifte, Strahlen, Fremdkörper oder durch andere Erkrankungen und Kreislaufstörungen
  • der Lokalisation der Entzündung: Lungenbläschen oder Bindegewebe
  • ihrer Ausbreitung: Lungenherd oder Lungenlappen
  • klinischen Kriterien
  • dem Ort, wo man sie bekommen hat: zu Hause (ambulant) oder im Krankenhaus (nosokomial)
  • dem Verlauf: akut (plötzlich auftretend) oder chronisch (langsam verlaufend und immer wiederkehrend)

Der häufigste Erreger einer ambulant erworbenen Lungenentzündung ist in Deutschland Streptokokkus pneumoniae (Pneumokokken). Diese Bakterien sind für etwa 50 Prozent der Erkrankungen verantwortlich.


Beschwerden: Wie äußert sich eine Lungenentzündung?

Meist beginnt die Lungenentzündung ganz plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Betroffenen fühlen sich matt und abgeschlagen und das Atmen fällt schwer. Einige verspüren ein starkes Druckgefühl auf dem Brustkorb. Zusätzlich tritt häufig ein starker Hustenreiz und nach ein paar Tagen ein rotbrauner, „blutiger“ Auswurf auf.

 

 

Art und Ausmaß der Pneumonie-Beschwerden sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Einige Betroffene fühlen sich nur „schwer erkältet“, andere hingegen „todkrank“.


Diagnose: Wie wird eine Lungenentzündung diagnostiziert?


Die ausgeprägten Beschwerden lenken den Verdacht auf eine Lungenentzündung. Um die Diagnose zu bestätigen, führt der Arzt verschiedene Untersuchungen durch, zum Beispiel:



Behandlung: Wie kann eine Lungenentzündung behandelt werden?

Bei einer Lungenentzündung ist es unbedingt notwendig, sich körperlich zu schonen. Manchmal ist sogar Bettruhe erforderlich. Auf jeden Fall sollten Betroffene größere Anstrengungen vermeiden. Es kann ein paar Wochen dauern, bis man sich wieder vollständig erholt hat. Eine durch Bakterien verursachte Pneumonie wird mit Antibiotika behandelt. Sie töten die Erreger ab oder stoppen deren Vermehrung und verhindern so, dass sich die Keime weiter ausbreiten. Um die Beschwerden zu lindern, können Schmerzmittel, fiebersenkende, hustenstillende und schleimlösende Medikamente hilfreich sein. Wichtig ist auch, viel zu trinken. Wenn ein großer Brustfellerguss vorliegt und das Atmen schwer fällt, kann der Arzt den Erguss mit einer Hohlnadel abpunktieren.


Prognose: Wie ist die Prognose einer Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung muss wegen ihrer möglichen Komplikationen immer ernstgenommen und gut auskuriert werden.

Folgende schwerwiegende Komplikationen können bei einer Lungenentzündung auftreten:

  • Die dauerhafte Atemnot kann einen Sauerstoffmangel hervorrufen und zum Atemversagen führen.
  • Es ist möglich, dass die Entzündung auf die Oberfläche der Lunge übergreift und eine schmerzhafte Brustfellentzündung (Pleuritis) verursacht.
  • Wenn hier Entzündungsflüssigkeit austritt, kann es zu einem Brustfellerguss (Pleuraerguss) kommen, der die Lunge einengt und sie dauerhaft schädigen kann.
  • Manchmal breitet sich die Lungenentzündung über das Blut auf andere Organe aus und verursacht z.B. eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder greift das Herz und die Nieren an.
  • Es kann eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auftreten.


In jedem Fall sollte eine Lungenentzündung immer von einem Arzt behandelt werden. Leichte Lungenentzündungen lassen sich ambulant und zu Hause kurieren, in schwereren Fällen und bei Komplikationen ist ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll.

 

Vorbeugung: Wie kann man einer Lungenentzündung vorbeugen?

Die beste Vorbeugung einer Pneumonie ist es, für ein starkes Immunsystem (Abwehkräfte) zu sorgen. Gegen den häufigsten Erreger einer zu Hause erworbenen Lungenentzündung, die Pneumokokken, gibt es eine Schutzimpfung. Sie wird für alle über 65-Jährigen und Menschen mit besonderem Risiko für eine Lungenentzündung empfohlen. Ob eine Impfung sinnvoll ist, bespricht man am besten mit dem Hausarzt.


 

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Lungenentzündung


Autor
: Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de 

Datum
: April 2008
Letzte Aktualisierung
: Januar 2011
Aktualisiert durch
: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Quellen
:
Atemwegsliga: www.atemwegsliga.de (Abruf: 01/2011)
Bundesministerium für Bildung und Forschung. Kompetenznetz Ambulant Erworbene Pneumonie: Neue S3-Leitlinien zu Pneumonie – Optimierung von Diagnostik und Therapie. CapNetz News 2005; 2(2): 1-3
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie et al.: Epidemiologie, Diagnostik, antimikrobielle Therapie und Management von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbenen tiefen Atemwegsinfektionen (akute Bronchitis, akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis, Influenza und andere respiratorische Virusinfektionen) sowie ambulant erworbener Pneumonie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 082/001 (Stand: 07/2009)
Matthys, H. et al.: Klinische Pneumologie. Springer, Heidelberg 2008
Kompetenznetz - Ambulant erworbene Pneumonie: www.capnetz.de (Abruf: 01/2011)

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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