Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie)

Definition: Was ist eine Magnet-Resonanz-Tomografie?

Die Magnet-Resonanz-Tomografie (kurz MRT), ist eine medizinische Untersuchung, mit der die inneren Organe und Gewebe bildlich dargestellt werden können. Anhand der Bilder kann der Arzt beurteilen, ob krankhafte Veränderungen vorliegen. Das röhrenförmige Gerät (der Kernspintomograf), in dem man liegt, arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen. Diese sind im Gegensatz zu Röntgenstrahlen ungefährlich. Die Magnet-Resonanz-Tomografie wird bereits seit 1984 angewendet. Andere Bezeichnungen für die MRT sind Kernspintomografie und der englische Begriff Nuclear magnetic resonance (NMR).

So funktioniert das Prinzip der MRT: Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasser. Dies macht sich die Magnet-Resonanz-Tomografie zunutze. In dem Kernspintomografie-Gerät ist man einem pulsierenden Magnetfeld ausgesetzt, das 10.000- bis 30.000-mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde. Die Elementarteilchen von Wasserstoff-Atomen, die sich in allen Körpergeweben befinden, zeigen normalerweise in verschiedene Richtungen. Durch den Magneten werden sie in die gleiche Richtung ausgerichtet. Wenn man die Magnetwellen wieder ausschaltet, springen die Teilchen wieder in ihre ursprüngliche Position zurück. Dabei senden sie Energie-Signale aus, die durch hoch empfindliche Scanner des MRT-Geräts aufgefangen und gemessen werden. Ein Computer verrechnet die gemessenen Werte und verarbeitet sie zu Bildern. Gewebe, das wenig Wasser und damit wenig Wasserstoffatome enthält (zum Beispiel Knochengewebe), wird nicht so deutlich dargestellt. Auf dem Bild erscheint es deshalb dunkel. Wasser- und Wasserstoffreiches Gewebe (zum Beispiel Fettgewebe), sieht auf dem MRT-Bild hell aus.


Durchführung: Wie wird eine Magnet-Resonanz-Tomografie durchgeführt?


Eine MRT-Untersuchung kann ambulant in einer Praxis für Nuklearmedizin oder in einer Klinik durchgeführt werden. Der Untersuchte liegt in einem großen röhrenförmigen Gerät – dem Kernspintomografen. Während der Untersuchung muss man still liegen und darf sich möglichst nicht bewegen, da die Bilder sonst unscharf werden. Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen fünf und 30 Minuten und ist nicht schmerzhaft. Manche Menschen fühlen sich allerdings ein wenig unwohl, weil die Röhre relativ eng und das Gerät recht laut ist.

Da der Körper während der Untersuchung einem Magnetfeld ausgesetzt ist, muss man alle Schmuck- und Metallgegenstände (zum Beispiel Uhr, Ringe oder Piercings) ablegen. Das gilt auch für ein Hörgerät. Wer ein künstliches Hüftgelenk aus Metall, einen Herzschrittmacher, Implantate oder Metallschrauben in den Knochen hat, sollte den Arzt vor der MRT-Untersuchung informieren. Über einen Kopfhörer ertönen Anweisungen, zum Beispiel, wenn man die Luft anhalten soll.


Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete der Magnet-Resonanz-Tomografie?


Mit der Magnet-Resonanz-Tomografie lassen sich einzelne Organe und Gewebe sehr gut und differenziert bildlich darstellen. Besonders gut eignen sich Gewebe, die viel Wasser enthalten, etwa Muskeln, Gelenkknorpel, das Gehirn und andere innere Organe. Knochen hingegen lassen sich nicht gut darstellen.

Auf dem MRT-Bild kann der Arzt krankhafte Veränderungen im Körper, beispielsweise Verletzungen, Tumoren, Entzündungsherde oder einen Bandscheibenvorfall (Prolaps) erkennen.


Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt die Magnet-Resonanz-Tomografie?


Die bei der Magnet-Resonanz-Tomografie verwendeten Magnetfelder und Radiowellen sind im Gegensatz zu Röntgenstrahlen ungefährlich. Auch sonst sind keine ernsten Risiken mit der Kernspintomografie verbunden. Störend oder beklemmend empfinden manche Menschen, dass die Röhre relativ eng und die Untersuchung recht laut ist. Wenn dies sehr unangenehm ist, kann der Arzt ein Beruhigungsmittel geben. Es empfiehlt sich außerdem, einen Gehörschutz während der Untersuchung zu tragen.

Bei speziellen Fragen verspricht eine MRT-Untersuchung die größte Aussagekraft. Sie ist damit ein wichtiges, notwendiges und oftmals unverzichtbares diagnostisches Instrument. Die Kernspintomografie ist allerdings wesentlich teurer als eine einfache Röntgen-Untersuchung oder die Ultraschall-Untersuchung (Sonografie). Mit diesen Methoden lassen sich viele Krankheiten genau so gut, einige Krankheiten oder Veränderungen sogar besser, einfacher und schneller, erkennen. Die Magnet-Resonanz-Tomografie kommt deshalb immer nur dann zum Einsatz, wenn sie auch wirklich notwendig ist und ergänzt häufig die anderen Untersuchungsmethoden.


 

 

Weitere Informationen

 

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Weitere Informationen zur Magnet-Resonanz-Tomografie


Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: April  2008
Letzte Aktualisierung: Februar 2011
Aktualisiert durch: Miriam Lossau, Biologin
Quellen:
Bücheler, B. et al.: Einführung in die Radiologie: Diagnostik und Interventionen. Thieme, Stuttgart 2006
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
Jackson, S.A. et al.: CT, MRT, Ultraschall auf einen Blick. Urban & Fischer, München 2009
Schwarzmüller-Erber, G. et al.: Angewandte Magnetresonanztomographie. Facultas, 2010

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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