Diagnose: Wie wird ein Myom diagnostiziert?
Ein kleines Myom wird häufig im Rahmen einer Vorsorge-Untersuchung beim Frauenarzt zufällig entdeckt. Bei größeren Myomen führen die Beschwerden wie unregelmäßige Regelblutungen oder Schmerzen die Frauen zum Arzt. Dieser kann durch ein Gespräch und weiterführende Untersuchungen feststellen, ob die Beschwerden auf ein Myom zurückzuführen sind. Dem Gespräch folgt eine gynäkologische Tastuntersuchung, bei der größere und tief sitzende Myome ertastet werden können. Häufig führt der Arzt anschließend eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) der Gebärmutter durch, bei der die Geschwülste gut sichtbar sind.
Häufig reicht diese Diagnostik bei Gebärmuttergeschwülsten. Abhängig von den Beschwerden kann der Frauenarzt jedoch weitere Untersuchungen veranlassen. Leidet die Frau beispielsweise unter Problemen beim Wasserlassen, könnte ein Myom auf die Harnleiter drücken. Dann kann eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) der Nieren durchgeführt werden. Auch eine Gebärmutterspiegelung sowie eine Blasen- oder Darmspiegelung (Koloskopie) können in einigen Fällen bei Myomen sinnvoll sein.
Behandlung: Wie kann ein Myom behandelt werden?
Nicht jedes Myom ist behandlungsbedürftig. Nur Geschwülste, die Beschwerden auslösen, müssen therapiert werden. Die Art der Behandlung hängt vom Alter der Patientin, der Familienplanung, der Größe und Lage des Myoms und von den Symptomen ab. Es existieren medikamentöse, chirurgische sowie weitere, neuere Verfahren:
Hormontherapie
Man nutzt dabei die Eigenschaft des Myoms, hormonabhängig zu wachsen. Es werden Hormone gegen Östrogene (Antiöstrogene) verabreicht, die den Tumor verkleinern können. Die Therapie kommt bei Frauen kurz vor der Menopause in Frage oder für die Überbrückungszeit bis zur einen operativen Entfernung des Myoms.
Myom-Enukleation (Ausschälung)
Abhängig von ihrer Lage, können Myome aus der Gebärmutterwand geschält werden, dabei bleibt die Gebärmutter erhalten. Der Eingriff zählt zu den minimal-invasiven Verfahren und wird mittels Bauch- und Gebärmutterspiegelung durchgeführt. Die Myom-Enukleation ist besonders für junge Frauen empfehlenswert, um künftige Schwangerschaften zu ermöglichen.
Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)
Bei älteren Frauen mit einer abgeschlossenen Familienplanung wird häufig empfohlen, die Gebärmutter ganz zu entfernen. Dies ist entweder auf vaginalem Weg oder durch eine offene Operation mit Bauchschnitt möglich.
Myom-Embolisation
Bei diesem neueren Verfahren wird die Blutversorgung des Myoms gemindert, so dass es schrumpft. Der Eingriff wird mittels eines Katheters in der Leistengegend durchgeführt.
MRT gelenkte fokussierte Ultraschall-Therapie
Hierbei werden Ultraschall-Wellen gezielt auf ein Myom gerichtet und dieses zum Abschmelzen gebracht. Diese Methode ist nicht für alle Myome geeignet und kann bei größeren Geschwülsten nicht angewendet werden.
Prognose: Wie ist die Prognose des Myoms?
Die Prognose der Gebärmuttergeschwülste hängt vor allem von deren Größe und Lage ab. Während kleinere Myome oft keine Beschwerden bereiten, können größere auf die benachbarten Organe und Nerven drücken, sie verdrängen und in ihrer Funktion behindern. Am häufigsten sind Blase, Darm und Nieren betroffen. Wachsen die Myome in der Wand der Gebärmutter, können Menstruationsstörungen, eine Blutarmut (Anämie) und Schmerzen auftreten.
Nur äußerst selten entarten Myome bösartig. Die Wahrscheinlichkeit für ein sogenanntes bösartiges Sarkom liegt unter einem Prozent. Trotzdem ist es ratsam, Myome regelmäßig in viertel- bis halbjährlichen Abständen durch den Frauenarzt kontrollieren zu lassen.
Vorbeugung: Wie kann man ein Myom vorbeugen?
Man kann der Entstehung eines Myoms nicht vorbeugen. Jedoch kann der Frauenarzt das Wachstum der Gebärmuttergeschwulst durch regelmäßige Kontroll-Untersuchungen mittels Ultraschall (Sonografie) überwachen. Früh erkannt und behandelt, lassen sich so auch mögliche Komplikationen eines Myoms vermeiden.
Weitere Informationen
Buchtipps
Weitere Informationen zum Myom
Autor: Angelika Berenboim (Ärztin), Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Oktober 2008
Letzte Aktualisierung: März 2011
Durch: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Quellen:
Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007
Frauenärzte im Netz: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 03/2011)
Kiechle, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2006
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