Osteoporose (Knochenschwund)

Ursachen: Was sind die Ursachen der Osteoporose?

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Knochenerkrankung, bei der eine zu geringe Knochenfestigkeit zur Instabilität des Skeletts führt. Die Knochenmasse und -struktur nehmen ab, deshalb wächst die Gefahr von Knochenbrüchen. Es werden zwei Formen der Osteoporose unterschieden: Die häufigere primäre Osteoporose wird in die nach den Wechseljahren auftretende (postmenopausal) und in die Altersosteoporose unterteilt. Als Folge von Krankheiten, die sich auf den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt auswirken, entsteht die sekundäre Osteoporose. Auch übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss können eine Osteoporose verursachen.

Vor allem ältere Menschen sind von einer Osteoporose betroffen. Nach einer Spitze zwischen dem 25. Und 30. Lebensjahr („Peak Bone Mass“) nimmt die Knochendichte kontinuierlich ab. Kommen Störungen hinzu, die den natürlichen Knochenabbau steigern oder beschleunigen, kann sich eine Osteoporose entwickeln. Frauen nach den Wechseljahren sind durch den Wegfall der den Knochenaufbau aktivierenden weiblichen Hormone, der Östrogene, besonders gefährdet. Im Alter von 80 Jahren leidet etwa jede fünfte Frau an Osteoporose. Männer sind vor allem von der Altersosteoporose ab dem 70. Lebensjahr betroffen.


Beschwerden: Wie äußert sich Osteoporose?

Die Osteoporose verläuft zunächst unmerklich. Kommt es im Krankheitsverlauf zu Knochenbrüchen und -verformungen, können Schmerzen auftreten. Außerdem ist die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Auch chronische oder immer wieder auftretende Rückenschmerzen können Anzeichen für eine Osteoporose sein.


Diagnose: Wie wird eine Osteoporose diagnostiziert?

Mit einer Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) lässt sich prüfen, ob eine niedrige Knochendichte vorliegt. Von einer erniedrigten Knochendichte spricht man bei einem sogenannten T-Wert von unter minus 2,5 im Vergleich zum Normalwert. Ein Standardverfahren zur Knochendichtemessung ist die Dual-X-Ray-Absorptiometrie (DXA) an der Lendenwirbelsäule und am Hüftgelenk. Eine weitere Methode, mit der sich die Knochendichte feststellen lässt, ist die Quantitative Computertomografie (QCT). Aufgrund der räumlichen Darstellung erlaubt sie genauere Messungen, allerdings ist sie strahlenintensiver als die Messung per DXA. Das relativ neue Verfahren der Quantitativen Ultraschallmessung (QUS) ist ein Verfahren zur Knochendichtemessung, bei dem keine Belastung durch Strahlen entsteht. Ein Röntgenbild erlaubt keine gesicherten Aussagen über Veränderung der Knochenstruktur. Manifeste Osteoporosen mit bereits vorhandenen Verformungen der Wirbelkörper lassen sich auf dem Röntgenbild gut erkennen. Mit einer Blut-Untersuchung lässt sich ausschließen, dass andere Erkrankungen die Beschwerden verursachen. Außerdem gibt es Aufschluss über verschiedene Risikofaktoren, zum Beispiel die Vitamin D-Versorgung.


Behandlung: Wie kann Osteoporose behandelt werden?

Zentraler Bestandteil der Therapie von Osteoporose ist es, Knochenbrüche und Bewegungseinschränkungen während oder nach einem Knochenbruch zu vermeiden. Dafür eignen sich schmerzstillende Medikamente und physiotherapeutische Maßnahmen.

Bisphosphonate hemmen den Knochenabbau und können einen Anstieg der Knochendichte bewirken und das Risiko für Knochenbrüche verringern. Das gleiche gilt für den Wirkstoff Strontiumranelat. Mit dem Anti-Östrogen Raloxifen wurden gute Erfahrungen vor allem bei Wirbelkörperfrakturen gemacht. Da Kalzium und Vitamin D den Knochenaufbau unterstützen, ist es sinnvoll, auf eine ausreichende Versorgung zu achten. Nach Rücksprache mit dem Arzt können auch Zusatzpräparate eingenommen werden. Bei Frauen kann eine Hormontherapie mit Östrogenen bei Osteoporose hilfreich sein. Diese Therapie sowie die Gabe von Kalzitonin und Fluoriden sind jedoch nur ratsam, wenn alle anderen Behandlungen nicht die gewünschte Wirkung gezeigt haben.


Prognose: Wie ist die Prognose der Osteoporose?

Je früher die Osteoporose (Knochenschwund) entdeckt und mit der Behandlung begonnen wird, desto günstiger ist die Prognose. Mit fortschreitender Erkrankung erhöht sich das Risiko von Knochenbrüchen, Knochendeformierungen und den damit einhergehenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Vorbeugung der Osteoporose ist deshalb besonders wichtig. Vor allem, wenn in der Familie schon Fälle von Osteoporose aufgetreten sind, ist es sinnvoll, auf eine ausreichende Vorbeugung zu achten.


Vorbeugung: Wie kann man Osteoporose vorbeugen?

Die Ernährung spielt bei Osteoporose eine wichtige Rolle, insbesondere eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem Kalzium und Vitamin D. Kalzium ist hauptsächlich in Milch und Milchprodukten enthalten, Vitamin D kann der Körper selbst bilden. Dafür benötigt er Sonnenlicht. Ausreichend Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur für die Bildung von Vitamin D wichtig: Bewegungsmangel kann ein Auslöser für Osteoporose sein. Das regelmäßige Ausüben von Sport und gymnastischen Übungen kann Knochenschwund vorbeugen. Es ist ratsam, auf übermäßigen Nikotin- und Alkoholgenuss zu verzichten. Mangelernährung, beispielsweise durch ständige Diäten oder Essstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa) können zu Defiziten im Vitamin- und Mineralstoffhaushalt führen und die Entstehung einer Osteoporose ebenfalls begünstigen.


 

 

Weitere Informationen

Buchtipps

 

 

 

 

Weitere Informationen zur Osteoporose
Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.: www.osteoporose-deutschland.de

 

Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: April 2008
Letzte Aktualisierung: März 2011
Aktualisiert durch: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Quellen:
Bartl, R.: Osteoporose: Prävention, Diagnostik, Therapie. Thieme, Stuttgart 2004
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Osteologie (DVO): Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Frauen ab der Menopause, bei Männern ab dem 60. Lebensjahr. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 034/003 (Stand: 10/2009)
Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin der Ruhr-Universität Bochum: www.ruhr-uni-bochum.de/radiologie-josefhospital/index.htm (Abruf: 03/2011)
Peters, K.M. et al.: Osteoporose. Leitliniengerechte Diagnostik und Therapie. Steinkopff, Darmstadt 2005
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2010

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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