Schlafprobleme

Ursachen: Was sind die Ursachen von Schlafproblemen?

Die möglichen Ursachen von Schlafproblemen sind vielfältig. Faktoren, die zu Schlafproblemen führen können, sind:

 

  • Stress (beispielsweise in der Familie oder bei der Arbeit)
  • Emotional belastende Aktivitäten vor dem Schlafengehen
  • Verstärkte geistige Aktivität vor dem Schlafengehen
  • Ein gestörter Tagesrhythmus durch Schichtarbeit oder Fernflüge
  • Eine ungünstige Schlafumgebung (zum Beispiel Helligkeit oder Lärm im Schlafzimmer)
  • Arzneimittel, übermäßiger Alkohol- oder Kaffeekonsum
  • Psychisch-neurologische Erkrankungen (zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen)
  • Organische Erkrankungen (zum Beispiel Herzerkrankungen, Bluthochdruck (Hypertonie), Restless-Legs-Syndrom oder Schlafapnoe)



Beschwerden: Wie äußern sich Schlafprobleme?

Viele Menschen sind gelegentlich von Schlafproblemen betroffen. Es handelt sich um kein einheitliches Krankheitsbild. Grob werden vier Formen von Schlafproblemen unterschieden, die sich äußern können durch:

 

  1. Ein- und Durchschlafprobleme (Insomnie): Bei Einschlafproblemen brauchen die Betroffenen länger als eine halbe Stunde, um einzuschlafen. Durchschlafprobleme äußern sich durch nächtliches Aufwachen mit einem Zeitraum von über 30 Minuten bis man erneut einschläft.
  2. Übermäßige Tagesmüdigkeit: Der Betroffene verspürt während des Tages einen starken Schlafdrang.
  3. Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus: Man schläft gut, jedoch zu falschen Zeit – die sogenannte innere Uhr ist gestört, zum Beispiel durch Schichtarbeit.
  4. Schlafgebundene Probleme (Parasomnie): Die Schlafprobleme äußern sich während des Schlafs oder beim Übergang vom Schlafen zum Wachsein. Zu den Parasomnien gehören Schlafwandeln, nächtliches Aufschrecken, unwillkürliche Zuckungen, Zähneknirschen und Alpträume.



Diagnose: Wie werden Schlafprobleme diagnostiziert?

Bei Schlafproblemen, die über mehrere Wochen oder Monate andauern, ist es ratsam, sich in einem schlafmedizinischen Zentrum untersuchen zu lassen. Zunächst führt dort ein Schlafexperte ein ausführliches Gespräch mit dem von Schlafproblemen Betroffenen. Je nach Schlafstörung sind weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich. Beispielsweise kann ein Schlaftagebuch hilfreich sein, um Schlafprobleme zu beobachten. Unter Umständen sind neurologische Untersuchungen sinnvoll. Auch spezielle Fragebögen können Aufschluss geben, ob eine Schlafstörung vorliegt.

Eine umfassende Abklärung von Schlafproblemen kann im Schlaflabor mittels verschiedener Messverfahren erfolgen. In einem Schlaflabor liegt man 24 Stunden in einem Krankenhausbett und ist an verschiedene Geräte – beispielsweise an ein EEG- und EKG-Gerät – angeschlossen. Während des Schlafs wird eine Polysomnografie durchgeführt: Hierdurch lassen sich die verschiedenen Phasen des Schlafs in ihrer Dauer, Abfolge und Intensität darstellen und analysieren. Zudem können die Bewegungen der Augen, des Kiefers, der Arme und Beine sowie Hirnströme, Muskelspannung, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz aufgezeichnet werden.


Behandlung: Wie können Schlafprobleme behandelt werden?

Werden im Rahmen der Diagnostik von Schlafproblemen krankhafte Ursachen, zum Beispiel eine Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafens), festgestellt, müssen diese behandelt werden.

Bei der Behandlung von primären Schlafproblemen stehen im ersten Schritt allgemeine Maßnahmen im Vordergrund, welche die Voraussetzung für eine gute Nachtruhe schaffen. Dazu gehört:

 

  • Lärmquellen ausschalten
  • Das Zimmer abdunkeln
  • Das Zimmer lüften
  • Erst bei Müdigkeit ins Bett gehen
  • Nicht tagsüber schlafen
  • Feste Schlafzeiten – auch am Wochenende und im Urlaub – einhalten
  • Die letzte Mahlzeit mehrere Stunden vor dem Schlafengehen einnehmen
  • Auf Kaffee, Tee und Alkohol vor dem Schlafengehen verzichten
  • Physisch und psychisch belastende Aktivitäten vor dem Schlafengehen vermeiden


Sinnvoll bei der Behandlung von Schlafstörungen ist auch eine Psychotherapie, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Medikamente eingesetzt werden. Es ist ratsam, eine medikamentöse Therapie so kurz wie möglich und nur unter ärztlicher Kontrolle durchzuführen. Bei einer längeren Anwendung besteht das Risiko einer Abhängigkeit. Zudem wirken viele Medikamente bei längerem Gebrauch nicht mehr. Zur Behandlung von Schlafstörungen werden vor allem Benzodiazepinrezeptoragonisten und sedierende (beruhigend wirkende) Antidepressiva eingesetzt. Weitere Wirkstoffklassen, die bei Schlafproblemen manchmal zum Einsatz kommen, sind:

 

  • Neuroleptika
  • Melatonin
  • Phytopharmaka, zum Beispiel Baldrian



Prognose: Wie ist die Prognose von Schlafproblemen?

Fast jeder Mensch ist während seines Lebens gelegentlich von Schlafproblemen betroffen – sie sind zeitweise lästig, schränken die betroffene Person jedoch nicht im Alltag ein. Bei immer wiederkehrenden oder chronischen Schlafproblemen hingegen kann sich der Körper während des Schlafs nicht ausreichend erholen. Während des Tages ist der Betroffene infolgedessen reizbar und müde, kann sich nicht ausreichend konzentrieren und ist nicht in der Lage, unter Stressbelastung zu arbeiten.

Daher ist es wichtig, die Ursache der Schlafprobleme herauszufinden. Häufig können die Schlafprobleme mit der Behebung der ursächlichen Faktoren und einer angemessenen Schlafhygiene erfolgreich behandelt werden.
Ist eine medikamentöse Therapie der Schlafprobleme erforderlich, können eine Reihe von Nebenwirkung – vor allem bei älteren Menschen – auftreten. Dazu gehören eine verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration, Muskelschwäche, unkoordinierte Bewegungen und Blutdruckabfall.


Vorbeugung: Wie kann man Schlafproblemen vorbeugen?


Schlafproblemen kann vorgebeugt werden, indem Risikofaktoren wie übermäßigen Kaffee- oder Alkoholgenuss sowie emotional stark belastende Situationen vermieden werden. Zudem ist eine gute Schlafhygiene für einen erholsamen Schlaf ratsam. Es empfiehlt sich, die Voraussetzungen für eine gute Nachtruhe (beispielsweise kein Lärm oder Helligkeit im Schlafzimmer) schon vor dem Auftreten von Schlafproblemen zu beachten. Ein Schlaftagebuch ist hilfreich, um die Ursachen einer Schlafstörung zu erkennen.

 

 

 

Weitere Informationen

 

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Weitere Informationen zu Schlafproblemen


Autor: Theresa Nikley, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de 

Datum: Juni 2008
Letzte Aktualisierung: Februar 2011
Aktualisiert durch: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin
Quellen:
Hacke, W. et al.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2006
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie (DGKJP): Nichtorganische Schlafstörungen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 023/012 (Stand: 11/2006)
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): Nicht erholsamer Schlaf – Schlafstörungen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 063/001 (Stand: 10/2009)
Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): www.charite.de/dgsm/dgsm/index.php?language=german (Abruf: 02/2011)
Tölle, R. et al.: Psychiatrie. Springer, Heidelberg 2009

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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