Schlaganfall (Apoplex, Hirninfarkt)

Ursachen: Was sind die Ursachen eines Schlaganfalls?

Bei einem Schlaganfall (medizinisch Hirninsult; veraltet Apoplex oder Hirninfarkt) wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Ursache ist meist ein Blutgerinnsel (Thrombose), das die Gehirndurchblutung unterbricht (Ischämie) oder, in etwa 20 Prozent der Fälle, eine Blutung im Gehirn. Das betroffene Hirngewebe geht zugrunde und das Gehirn wird in seiner Funktion mehr oder weniger stark geschädigt. Der Schlaganfall ist hierzulande nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache. Zwischen 150.000 bis 200.000 Deutsche erleiden jährlich einen Apoplex, wobei durchschnittlich jeder Vierte nach einem Jahr verstirbt. Etwa die Hälfte der Schlaganfallpatienten ist älter als 70 Jahre. Männer sind tendenziell häufiger von einem Schlaganfall betroffen als Frauen.

Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen, zum Beispiel:



Beschwerden: Wie äußert sich ein Schlaganfall?

Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns geschädigt ist, kann sich ein Infarkt im Gehirn ganz unterschiedlich äußern.

 

Häufige und typische Zeichen eines Schlaganfalls sind:

  • Plötzliche Lähmung eines Arms oder Beins (Halbseitenlähmung)
  • Plötzliche Sprachstörungen
  • Plötzliche Erblindung, meist eines Auges
  • Sehen von Doppelbildern
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Plötzliche Bewusstlosigkeit
  • Plötzliche heftige Kopfschmerzen („Vernichtungskopfschmerz“)
  • Ausfälle der sensiblen Empfindung wie Tastsinn, Temperatur- oder Schmerzempfinden
  • Kreislauf- und Atemstörungen



Diagnose: Wie wird ein Schlaganfall diagnostiziert?

Wenn plötzlich Lähmungen, Sprachstörungen oder andere mögliche Zeichen eines Schlaganfalls auftreten, sollte umgehend ein Arzt beziehungsweise Notarzt gerufen werden. Es ist wichtig, dem Arzt die Beschwerden ausführlich zu schildern. Falls der Betroffene selbst dazu nicht in der Lage ist, zum Beispiel weil er Schwierigkeiten hat, zu sprechen, verwirrt oder bewusstlos ist, sollten andere den Arzt informieren. In der Klinik wird er gründlich körperlich und neurologisch untersucht. Der Arzt achtet darauf, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist und ob Lähmungen oder Empfindungsstörungen vorliegen, testet die Reflexe und vieles mehr. Außerdem werden Blut-Untersuchungen durchgeführt und der Blutdruck gemessen. Außerdem ist es ratsam, ein Elektrokardiogramm (EKG) anzufertigen.

Wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, werden Schnittbilder des Gehirns mithilfe einer Computertomografie (CT) oder einer Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) angefertigt. Eine Blutung im Gehirn lässt sich so sehr schnell diagnostizieren. Ischämische Hirninfarkte, also die Bereiche, die nicht mehr ausreichend durchblutet sind, kann man allerdings direkt nach einem Schlaganfall noch nicht sehen. Es dauert ein paar Stunden, bis sie sich in den Schichtaufnahmen darstellen lassen. Es ist deshalb wichtig, nach einem möglichen Hirninsult einige Zeit in ärztlicher Betreuung zu bleiben. Unter Umständen sind weitere Untersuchungen sinnvoll, zum Beispiel Ultraschall-Untersuchungen (Sonografie) der Halsgefäße.


Behandlung: Wie kann ein Schlaganfall behandelt werden?


Bei einem Schlaganfall spielt die Zeit, die zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Behandlung vergeht, eine wichtige Rolle. Der Betroffene muss auf schnellstem Weg ins Krankenhaus. In vielen Krankenhäusern gibt es eine sogenannte "Stroke Unit", die sich speziell um Schlaganfall-Patienten kümmert. Wenn seit Beginn der Symptome nicht länger als viereinhalb Stunden vergangen sind, versucht man dort, das Blutgerinnsel (Thrombose) aufzulösen (Thrombolyse). Der Betroffene bekommt ein Medikament, welches das Blutgerinnsel auflöst, sodass der betroffene Bereich des Gehirns wieder durchblutet wird. Wenn dies rechtzeitig gelingt, kann sich das Hirngewebe wieder erholen und es bleibt kein oder nur ein geringer Schaden zurück. Bei dieser Behandlung kann es zu Blutungen kommen, weil das Blut vorübergehend die Fähigkeit verliert, zu gerinnen. Die Ärzte wägen deshalb vor der Thrombolyse genau ab, bei wem sie in Frage kommt. Liegt der Schlaganfall schon länger zurück, ist eine Thrombolyse nicht mehr sinnvoll. Die Schädigung des Gehirns ist dann unter Umständen so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. 


Prognose: Wie ist die Prognose eines Schlaganfalls?


Die Prognose eines Schlaganfalls hängt entscheidend davon ab, in welchem Ausmaß das Gehirn geschädigt wurde. Im Krankenhaus versterben bis zu 20 Prozent der Betroffenen. Eine schnelle und effektive Therapie verbessert die Chancen, sich vollständig zu erholen, enorm. Bei etwa einem Drittel ist dies der Fall. Genauso viele Menschen, die einen Hirninsult erlitten haben, werden jedoch pflegebedürftig und ein weiteres Drittel hat mit erheblichen Einschränkungen im Alltag zu kämpfen.


Vorbeugung: Wie kann man einem Schlaganfall vorbeugen?

Da der Schlaganfall meist nicht „aus dem Nichts“ kommt, sondern ihm vielmehr eine Reihe von Vorerkrankungen, Risikofaktoren und Gefäßschäden vorausgehen, ist es auch nach überstandenem Apoplex wichtig, alles zu tun, um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Eine gesunde Lebensführung ist die Grundlage. Dazu gehört es, auf Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss zu verzichten, sich ausgewogen zu ernähren und ausreichend zu bewegen. Auch ist es wichtig, alle verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen.


 

 

Weitere Informationen

 

Buchtipps

 

 

 

 

Weitere Informationen zum Schlaganfall
Kompetenznetz Schlaganfall: www.kompetenznetz-schlaganfall.de
Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe: www.schlaganfall-hilfe.de

 

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: April 2008
Letzte Aktualisierung: Mai 2013
Aktualisiert durch: Christina Trappe, B.A.
Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
Kompetenznetz Schlaganfall: www.kompetenznetz-schlaganfall.de (Abruf: 05/2013)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie et al.: Primär- und Sekundärprävention der zerebralen Ischämie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/075 (Stand: 10/2008)
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Schlaganfall. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053-011 (Stand: 10/2012)
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) et al.: Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls.
AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/046 (Stand: 09/2012)
Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2006
Von Hintzenstern, U.: Notarztleitfaden. Urban & Fischer, München 2004

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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