Warzen

Ursachen: Was sind die Ursachen von Warzen?

Warzen sind gutartige Wucherungen des Hautgewebes, die in Form von Knötchen oder Papeln an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten. Sie werden durch verschiedene humane Papilloma-Viren (HPV) ausgelöst. Es gibt etwa 100 verschiedene HPV-Typen, von denen einige Warzen verursachen. Am weitesten verbreitet sind Hautwarzen an den Händen, im Gesicht oder an den Fußsohlen (Verrucae). Selten sind Warzen an der Mundschleimhaut (Kondolyme) und Genitalwarzen (Genitale Kondylome). Humane Papilloma-Viren werden durch Hautkontakt mit betroffenen Stellen oder durch Schmierinfektion übertragen. Nach einer Infektion bilden sich nach relativ langer Inkubationszeit Hautwucherungen.


Beschwerden: Wie äußern sich Warzen?

Warzen erreichen die Größe einer Bohne, sie können aber auch nur so groß wie ein Stecknadelkopf sein. Die Haut wuchert an der betroffenen Stelle, verhornt und wird rau. In unmittelbarer Umgebung bilden sich häufig weitere kleinere Warzen. Je nachdem, an welcher Stelle sie auftreten, variiert ihre Form. In der Regel sind Warzen nicht schmerzhaft. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Dornwarzen an den Fußsohlen, die beim Gehen einen stechenden Schmerz verursachen. Genitalwarzen sind vor allem an Schamlippen, Anus und Penis sichtbar.

Bei der selten vorkommenden Epidermodysplasia verruciformis wachsen verschiedene Warzen flächig nebeneinander. Diese wandeln sich bei etwa der Hälfte der Betroffenen in bösartige Hautwucherungen um.


Diagnose: Wie werden Warzen diagnostiziert?

Ärzte erkennen Warzen in der Regel anhand ihres charakteristischen Aussehens, also mittels Blickdiagnose. Im Zweifelsfall, oder um andere Hauterkrankungen auszuschließen, wird eine Gewebeprobe entnommen und histologisch untersucht. Um den Erreger, also den HPV-Typ, genauer zu bestimmen, entnimmt der Arzt eine Blutprobe und testet diese auf HPV-Antikörper.


Behandlung: Wie kann man Warzen behandeln?

Warzen neigen dazu, sich spontan zurückzubilden. Auch nach einigen Jahren verschwinden sie häufig ohne erkennbare äußere Ursache. Zur Behandlung eignen sich Verfahren, bei denen die verhornte Hautwucherung abgetragen wird. Ein weit verbreitetes Mittel ist die Keratolyse. Dabei wird die Hornschicht der Warzen mit Salizylsäure, Vitamin A-Säure oder einem anderen Wirkstoff aufgeweicht. Anschließend lassen sich die Warzen entfernen. Gängig sind mit Salizylsäure getränkte Pflaster, die in Apotheken erhältlich sind.

Eine andere geläufige Möglichkeit zur Behandlung von Warzen ist die gezielte Anwendung von Kälte bei der Kryotherapie (Vereisung der Warze). Ähnlich funktioniert die Laserbehandlung: Nach der Laser-Bestrahlung lassen sich die zerstörten Hautwucherungen entfernen. Bei den operativen Verfahren zur Warzen-Entfernung ist die Kürettage am weitesten verbreitet. Dabei schabt der Hautarzt die Warzen bei der Kürettage mit einem speziellen chirurgischen Löffel, der Kürette, ab. Dazu sind je nach Warzengröße mehrere Sitzungen unter lokaler Betäubung notwendig. Hierbei können starke Nachblutungen auftreten, je nach Größe der Warze und der Wundheilung kann es zur Narbenbildung kommen. Seltener verordnen Ärzte lokal anzuwendende Virustatika (5-Fluorouracil), also virushemmende Mittel, zur Behandlung der Warzen.


Prognose: Wie ist die Prognose von Warzen?


Da es sich bei Warzen um Hautwucherungen handelt, die nicht bösartig sind, ist die Prognose im Allgemeinen gut. Auch Warzen, die schon länger bestehen, bilden  sich in einigen Fällen spontan zurück. Einige HPV-Typen verursachen mitunter einen gutartigen Hauttumor (Akanthopapillom), der behandlungsbedürftig ist. Ebenso die Epidermodysplasia verruciformis.

Bestehen bereits Krankheiten, die das Immunsystem (Abwehrkräfte) schwächen, kommt es vor, dass sich die Warzen stark ausbreiten und flächig auftreten. Außerdem besteht das geringe Risiko einer Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Genitalwarzen stehen in Verdacht, Tumoren am Gebärmutterhals zu begünstigen.


Vorbeugung: Wie kann man Warzen vorbeugen?

Da die Warzen verursachenden Viren über bereits infizierte Hautstellen übertragen werden, empfiehlt es sich, nicht mit Warzen anderer Personen in Berührung zu kommen. Weiterhin ist es ratsam, in Schwimmbädern und öffentlichen Duschen oder Saunen nicht barfuß zu laufen, sondern Kunststoffsandalen oder -schuhe zu tragen. Um einer Ansteckung mit Genitalwarzen vorzubeugen, ist der Gebrauch von Kondomen sinnvoll.


 

 

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Weitere Informationen zu Warzen


Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction, www.medproduction.de
Datum: Mai 2008
Letzte Aktualisierung: Februar 2011
Aktualisiert durch: Dipl.-Biol. Ulrike Ibold
Quellen:
Braun-Falco O. et al.: Dermatologie und Venerologie. Springer, Heidelberg 2005
Classen, M. et al.: Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2009
Heyn, G.: Humane Papilloma-Viren statt Hexenzauber. Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: PZ 2004; 47
Rassner, G. (Hrsg.): Dermatologie. Elsevier, München 2009
Schaps, K.-P. et al.: Dermatologie, Augenheilkunde, HNO. Springer, Heidelberg 2007


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Letzte Aktualisierung: 22.01.2012   |    Seite drucken seite drucken    empfehlen seite versenden 
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